Linnicher Jugendarbeit nur noch stationär

Von: Otto Jonel
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War der letzte langjährige und mobile Jugendarbeiter in den Linnicher Orten: Tobias Storms. Einen Nachfolger zu finden, ist schwer. Foto: Jonel

Linnich. Die Linnicher Jugendarbeit ist zurzeit nicht mehr mobil, sondern nur noch stationär. Während Urs Brunnengräber in der KOT (Kleine Offene Tür) „Skyline“ die Fäden zusammenhält, gibt es seit Monaten keinen mehr, der über Land fährt, um sich um die Jugendlichen in Kofferen oder Körrenzig, in Boslar oder Gereonsweiler zu kümmern. Die Stelle der mobilen Jugendarbeit ist vakant und zur Neubesetzung ausgeschrieben. Wieder einmal, denn seit 2007 wird die dritte mobile Kraft gesucht.

Nach Tobias Storms, der bis 2010 drei Jahre lang für die aufsuchende Jugendarbeit in Linnichs Ortschaften tätig war, hatte Jeroen van Eijk nach halbjähriger Vakanz Mitte 2011 diese Aufgabe übernommen. Ziemlich genau ein Jahr später war van Eijks Wirken schon wieder beendet.

Mitte 2011 erkrankte van Eijk – und kehrte nicht mehr an seinen Arbeitsplatz zurück. „Mitte Dezember wurde der Vertrag mit Jeroen van Eijk aufgelöst“, bestätigt Georg Nebel, Leiter des Jugendreferats im Kirchenkreis Jülich. In seinen Aufgabenbereich fällt die Neubesetzung der offenen Stelle – und das scheint eine zähe Angelegenheit zu sein.

Nicht nur in den kirchlichen Fachorganen, sondern auch über den Anzeigenmarkt im Internet ist die Stelle mittlerweile ausgeschrieben“, erzählt Nebel. Die Bewerber stehen alles andere als Schlange. Der Fachreferatsleiter kennt das: „Wir haben das Problem im sozialen Bereich, dass wir lange suchen müssen.“ Das Interesse an Jugendarbeit sei eben gering. „Das ist ein harter Job, den die Kollegen machen müssen.“

Und das läge nicht allein an den Arbeitszeiten, die sich nicht ein das gängige 9-bis-5-Uhr-Muster zwängen lassen. Zudem biete ein Wechsel für manchen wenig finanziellen Anreiz. „Und ältere Kollegen wechseln nicht mehr.“ Unter dem Strich ergibt diese Konstellation eine ernüchterndes Ergebnis. Seit Mitte Dezember ist die Stelle des mobilen Sozialarbeiters für den Bereich Linnich ausgeschrieben, Bewerbungen Fehlanzeige, lautete vor dem Jahreswechsel Georg Nebels Standmeldung.

Dass der Fall Linnich „nicht die einzige Stelle, mit der wir Probleme haben“, ist, wie Nebel bemerkt, ist kein Trost. Denn eine länger anhaltende Vakanz ist schädlich. Wer auch immer Jeroen van Eijks Nachfolge antritt, fängt bei Null an: Kontakt zu Jugendlichen suchen, eventuell noch vorhandene Strukturen festigen und ausbauen, Vertrauen aufbauen und und und. Das ist auch Georg Nebel bewusst: „Ich bedauere die Situation, aber ich kann‘s nicht ändern.“

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