Linnicher Fitness-Studio ist nun in Vereinshand

Von: Guido Jansen
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Zufrieden mit den ersten Monaten: Schriftführer Stephan Witt (links) und Vorsitzender Jürgen Schäfer gehören zu den Machern des Vereins, der sich gegründet hat, um ein Fitness-Studio zu betreiben. Foto: Guido Jansen

Linnich. Es gibt viele Vereine im Jülicher Land. Und auch ein paar Fitness-Studios. Aber einen Verein, der sich gründet, um ein Fitness-Studio vor der Schließung zu retten, sucht man lange, auch über die Grenzen des Kreises Düren hinaus. Es gibt seit Anfang des Jahres genau einen.

Er heißt „Fit in Linnich“ und wurde aus der Not geboren. Das sagen die Vorstandsmitglieder. Und dann erzählen sie nicht ohne Stolz, dass der junge Verein schon jetzt, etwas mehr als drei Monate nach seiner Geburt, über 200 Mitglieder hat.

Die Not war groß für viele, die in Linnich mit Hanteln, Bizepsmaschinen und Beinpressen an ihrer Figur feilen wollen. „Es gab nur drei Möglichkeiten“, sagt Stephan Witt, der Schriftführer des Vereins. „Entweder das Studio wird dicht gemacht, verkauft, oder wir gründen einen Verein.“ Der Grund: Jürgen Schäfer (60), bis Ende 2014 Betreiber des größten Studios in Linnich, ist in Rente gegangen.

Nach 40 Jahren ist Schluss mit der Fitness-Branche. „Ich hätte die Bude auch einfach abschließen können“, sagt er. Hat er aber nicht. Obwohl es sein Studio eigentlich nicht mehr gibt, wird dort seit drei Monaten so viel trainiert wie noch nie. Aus den meisten der Kunden sind Mitglieder geworden. Fit in Linnich ist ein Verein wie jeder andere mit Vorstand, Versammlungen und ehrenamtlichen Helfern. Gewinn machen darf er deswegen nicht.

Die schwierige Situation für gewerbliche Immobilien in Linnich hat dem Verein bei seiner Gründung in die Karten gespielt. Ein Nachfolger für Schäfer als Betreiber hat sich nicht gefunden, der Besitzer der Immobilie hat zugestimmt, die Räume zu deutlich reduzierten Konditionen an den Verein zu vermieten. Schäfer verpachtet seine Geräte, ebenfalls günstiger als üblich.

Außerdem ist er Vorsitzender. Und zwar auf Zeit. Das betont er immer wieder. „Ich will hier irgendwann nur noch ein Mitglied sein, das mit der Sporttasche kommt, um zu trainieren.“ Das Verpachten der Geräte soll nur so lange dauern wie nötig, betonen Schäfer und Schriftführer Stephan Witt. Schritt für Schritt wolle der Verein eigene Geräte anschaffen.

Bisher funktioniere alles gut, sagen Witt und Schäfer. Die Mitglieder erhalten eine Karte, die die Türe öffnet. Wer nachgewiesen hat, dass er alleine trainieren kann, der kann das täglich zwischen 8 und 22 Uhr tun. Für alle anderen gibt es Servicezeiten, an denen Übungsleiter helfen.

Der Verein soll laut Witt und Schäfer wachsen. Das große Fernziel ist, Rehabilitationstraining anzubieten. Deswegen werden Mitglieder gesucht, die sich beim Behindertensportverband zum Trainer ausbilden lassen wollen. Das ist die Voraussetzung, um Rehabilitationstraining auf Rezept anzubieten.

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