Linnicher Edeka-Center wirkt bereits wie ein Magnet

Von: Otto Jonel
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In die Lücke zwischen Tankstelle (l.) und Penny-Markt (r.) würde Investor Schoof gerne die Geschäftslokale für KiK und Takko setzen. Foto: Jonel

Linnich. Den Textil-Discounter KiK in Linnich zieht es in Innenstadtnähe. In seiner jüngsten Sitzung befasste sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt mit einer Bauvoranfrage der Dipl.-Ing Josef Schoofs Immobilien GmbH.

Deren Pläne sahen die Ansiedlung von zwei Ladenlokalen mit 464 und 500 Quadratmetern Verkaufsfläche vor. Ausgeguckt hatte sich der Investor ein Grundstück im unmittelbaren Umfeld des gerade entstehenden Edeka-Centers. Das zweite Ladenlokal neben KiK sollte von dem Textil-Markt Takko belegt werden.

Die Verwaltung hatte dem Ausschuss empfohlen, diesen Plänen das Einvernehmen zu verweigern. Das Argument: Die Ansiedlung am auserkorenen Standort im hinteren Bereich der Tankstelle an der Erkelenzer Straße widerspreche den bauleitplanerischen Zielen der Stadt.

Demnach soll sich zwischen den Eckpunkten Edeka-Center einerseits und Raiffeisen-Markt am anderen Ende der Erkelenzer Straße hauptsächlich groß- und kleinflächiger Einzelhandel entwickeln „ohne nahversorgungs- oder zentrenrelevante Kernsortimente“.

Dazu gehören unter anderem Elektrogeräte jeglicher Art, Baumarkt- und Gartenmarkt-Ähnliches, Brennstoffe, Freizeit- und Campingartikel sowie Fahrzeuge. Erlaubt wären Haus- und Heimtextilien wie Stoffe und Gardinen, aber eben keine Bekleidungstextilien.

Bei dem reinen Bescheid der Stadt wollte es Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker (SPD) aber nicht belassen. Sie nahm Kontakt mit dem Investor auf. „Ich hab ihm die Ablehnung erläutert und angefragt, ob er nicht eine andere Möglichkeit in Erwägung ziehen könnte“, informierte sie den Ausschuss. Sie sei zuversichtlich, „dass wir in der nächsten Sitzung Genaueres sagen können“.

Die Bürgermeisterin muss Eindruck gemacht haben. Der Investor reagierte. Er ließ seinen Antrag beim Kreis als zuständiger Baugenehmigungsbehörde zurückstellen. Die Sache ist also noch in der Schwebe, und die Bürgermeisterin erntete bildlich Schulterklopfen ob ihres Einsatzes. „Dass der Bürgermeister auf einen Investor zugeht, das hätten wir uns früher gewünscht“, seufzte Mark Dremel (PKL) glücklich.

Eigentlich würde die Stadt jedem entgegenkommen, der zu einer Investition bereit ist. Das zeigte sich bei der Diskussion um die Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes. Das 2012 erstellte Werk ist die Leitschnur, nach der geregelt wird, wo in der Kernstadt welches Sortiment angeboten werden darf.

Da das Integrierte Handlungskonzept eine Schlüsselfunktion bei der zukünftigen Entwicklung der Stadt einnimmt, nahm die CIMA Beratung + Management GmbH eine Aktualisierung der Konzeptinhalte vor. Dr. Wolfgang Haensch, Bearbeiter des Einzelhandelskonzepts, gab eine vordergründig ernüchternde Einschätzung des Ist-Zustandes. Die zurückliegenden vier Jahre haben in der Geschäftswelt Linnichs deutliche Spuren hinterlassen.

Etliche Kenndaten haben sich verändert, und das nicht zum Besseren. So sank die Kennzahl im Bereich Nahrungs- und Genussmittel von 91 auf einen Wert von 68. Das lässt sich allerdings eindeutig festmachen an dem Verlust von Lidl (nach dem Brandschaden) und dem Abriss des alten Edeka-Marktes, der seither als Interimslösung die kleinere Verkaufsfläche in der Immobilie an der Rurstraße (Schlecker-Gelände) hinter dem Hausarzt-Zentrum nutzt. Haensch war allerdings sicher, dass die alten Kennzahlenwerte wieder erreicht werden, sobald der neue Edeka-Markt öffnet und mit ihm wieder ein Drogeriemarkt (DM) in der Stadt vorhanden ist.

Behandelt wurde natürlich auch die Frage, was mit Lidl geschieht. Nach Haenschs Meinung hat der Discounter am Standort Jülicher Straße keinen Bestandsschutz mehr, da das Gebäude bis auf die Grundmauern abgebrannt ist. Eine Vergrößerung der Verkaufsfläche über 800 Quadratmeter hinaus verhindert der Flächennutzungsplan.

Das Gelände im Zentrum an der Post sieht Haensch eher geeignet für kleinteiligen Einzelhandel. Haensch: „Mit Edeka und DM brauchen Sie keinen weiteren Discounter mehr.“ Dem Wunsch nach Flexibilität hielt der Planer entgegen, dass eine klare Sortimentsfestlegung für die Kernstadt im Sinne der Konsistenz angeraten sei. „Jenseits der Rur haben Sie alle Möglichkeiten der Ansiedlung von Einzelhandel-unschädlichen Sortimenten.“

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