Linnicher City wieder erreibar: Ärger über Baustelle

Von: Gerda Kròl
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Die Ursache allen Übels ist das Einsturz gefährdete Haus an der Rurstraße in Linnich.
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Von der Dauersperrung genervt: Wurzel allen Übels ist das Haus an der Rur-straße in Linnich, das vom Einsturz bedroht ist. Foto: Kròl

Linnich. Über massive Umsatzeinbußen klagen die Linnicher Geschäftsleute entlang der Rurstraße und im Linnicher Kreisel. Über mehrere Wochen war die Straße komplett gesperrt und nichts ging mehr in Linnichs Innenstadt. Eine Großbaustelle hatte sich aufgetan, denn Kanalarbeiten standen auf dem Plan.

Der Autoverkehr wurde über den Place de Lesquins umgeleitet, und im oberen Bereich Richtung Rurdorfer Straße regelten Ampeln den Verkehr.

Damit war die gesamte Innenstadt quasi abgeschnitten, was sich ganz verheerend auf die Umsatzzahlen der Gewerbetreibenden auswirkte. Praktisch gleich Null, so kommentierte Elektrofachhändler Karsten Krieger seinen Umsatz. Hinzu kam, dass er nicht ausliefern konnte, da er mit seinen Lieferwagen sein Geschäft nicht anfahren konnte.

Ähnlich mau sah es bei Susanne Brauweiler aus. Sie büßte in ihrem Schreibwarengeschäfte über 30 Prozent der Umsätze ein, die ihr ansonsten zu Beginn eines neuen Schuljahres in die Ladenkasse gespült werden. Auch das Tagesgeschäft mit Zeitschriften und als Lottoannahme sei eher bescheiden gelaufen.

Viele Brötchen blieben liegen

Körbeweise seien sie auf ihren Brötchen sitzengeblieben, lautete die Klage aus der Bäckerei Schrapper. „Wir sitzen hier wie in einer Enklave und fühlen uns ziemlich alleine gelassen“, klagte Ute Dahmen von Optik Dahmen. Als sie aus dem Urlaub zurückkehrten, fanden sie und ihr Bruder Guido Dahmen vor der Haustür ein Chaos vor. „Die Verkehrsführung ist desolat und auf Anfrage haben wir bei der Stadt keine zufriedenstellende Antwort erhalten“, beklagen sich die beiden Optiker.

Nun ist die Kanalsanierung abgeschlossen, die Rurstraße ist in einigen Teilen wieder für den Verkehr freigegeben, doch nach wie vor regeln Ampeln die Zufahrt zum Kreisverkehr. Die Brachelener Straße ist weiterhin gesperrt und auch im unteren Bereich der Rurstraße befindet sich noch eine Sperrung, so dass der Verkehr nach wie vor über den Place de Lesquin oder Hubertusstraße geführt wird.

Allerdings beklagen Geschäftsleute und Anwohner nach wie vor eine schlechte Ausschilderung und zeigten wenig Verständnis für Ampeln und Sperrung der Brachelenerstraße. Sie wünschen sich vor allem eine bessere Informationspolitik der Stadtverwaltung. Verständnis zeigten sie ja schon für die Bauarbeiten. Die seien notwendig gewesen und die Arbeiten auch sehr zügig vorangegangen. Doch die jüngsten Schritte können sie nicht nachvollziehen.

Bürgermeister Wolfgang Witkopp erklärte dagegen im Gespräch mit unserer Zeitung, all‘ diese Maßnahmen seien schlicht und ergreifend notwendig gewesen. Der Grund liegt nach seinen Aussagen in einem baufälligen Haus im unteren Bereich der Rur-straße. Zwar wurden die Mauern abgestützt, doch mittlerweile ist das Gebäude so einsturzgefährdet, dass es auf beide Fahrbahnen zu stürzen droht. So musste die Sperrung zwischen Postparkplatz und Sparkasse aufrecht erhalten bleiben.

Der Autoverkehr wird also weiter über den Place de Lesquin oder die Hubertusstraße umgeleitet. Das gilt allerdings nicht für den Lkw-Verkehr, der würde sich in den engen Straßen unweigerlich festfahren. Das Straßenverkehrsamt weiß aus Erfahrung, dass es unmöglich ist, den Schwerlastverkehr beispielsweise schon ab Aldenhoven umzuleiten und von Linnich fernzuhalten. Deshalb seien die Sperrung der Brachelener Straße und die Ampelanlage beibehalten, um Lkw aus der Linnicher Innenstadt herauszuhalten.

„In einigen Tagen müsste alles geregelt sein, da dem Hausbesitzer – der übrigens schon seit langem vom Zustand seines Hauses weiß – Fristen zum Abriss gesetzt wurden“, erklärt Bürgermeister Witkopp. Für die Stadt sei dies auch eine sehr schwierige Situation. Zum einen laufen ständig neue Meldungen ein, zum anderen habe die Verwaltung vermeiden wollen, den Hausbesitzer an den Pranger zu stellen. Der drohende Einsturz sei auch die Ursache für die komplette Sperrung der Straße während der Bauarbeiten gewesen. Ursprünglich sei geplant gewesen und auch bei einer Informationsveranstaltung den Anwohnern und Geschäftsleuten versprochen worden, den Verkehr einspurig durch die Baustelle zu führen.

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