Linnicher Bürger stehen für eine bunte, weltoffene Stadt

Von: Gerda Kròl
Letzte Aktualisierung:
12441450.jpg
Linnich ist bunt: Rund 250 Menschen demonstrierten auf dem Kirchplatz gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Foto: Kròl
12441448.jpg
Linnichs Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker freute sich über die gute Beteiligung der Gegendemo.
12441398.jpg
Kadars african drum mit Kadar Camara gab auf dem Kirchplatz den Takt vor.
12441438.jpg
Auch Politprominenz aus dem Bund hatte sich in Linnich eingefunden.

Linnich. „Linnich ist bunt“, hatten fleißige Hände nicht nur auf die Straße geschrieben, den der Demonstrationszug der rechtsextremen Bewegung „Bürger stehen auf“ nehmen wollte. Bunte Luftballons säumten ebenfalls den Weg und sollten deutlich machen, dass man sie in Linnich nicht haben will.

Auf dem Kirchplatz hatte das Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt Düren mit dem Initiativkreis Asyl Linnich zu einer Gegenveranstaltung eingeladen. Und sie sollte so bunt und fröhlich sein, wie die Stadt und ihre Menschen, die darin leben, es auch im Alltag sind. „Wir sind Linnicher, Nazis sind es nicht“, lautete das Motto und sie kamen zahlreich, um diese Meinung kund zu tun.

„Sie sind wieder da, aber wir sind auch wieder da“, erklärte der Grünen-Politiker und Vorsitzender des Ausschusses für Migration und Integration im Dürener Kreistag, Emmanuel Ndahayo. Von der Bühne herunter, die im Schatten der St. Martinus Kirche errichtet worden war, hatte er einen wunderbaren Blick auf die Menschenmenge, die sich eingefunden hatte, um gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, ihre Stimme zu erheben.

Bunt war auch das Programm, das die Organisatoren da auf die Beine gestellt hatten. Neben rund 250 Bürgern, immerhin fünf Mal so viele wie Demonstranten, die sich an der Rurbrücke gesammelt hatten, waren auch zahlreiche Politiker aus dem KreiseDüren gekommen, angefangen bei den Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer, Dietmar Nietan, Thomas Rachel und ihr Kollege Norbert Spinrath aus Heinsberg über die Bürgermeister der benachbarten Kommunen Axel Fuchs (Jülich), Jürgen Franzten (Titz), und Ralf Claßen (Aldenhoven) gekommen.

Mit von der Partie waren auch die kirchlichen Vertreter aus dem Stadtgebiet. „Heute ist es Linnich, morgen oder übermorgen Jülich, Titz oder Aldenhoven. Wir müssen uns so lange treffen, bis die braune Soße nicht mehr durch unsere Straßen fließt“, erklärte Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs und alle, die auf der Bühne zum Mikrofon griffen, waren sich einig, dass man nur gemeinsam dem brauen Mob trotzen könne.

Die Würde des Menschen

Es freuten sich allerdings auch alle über das bunte Bild auf dem Kirchplatz und werteten es als Zeichen dafür, dass die Würde des Menschen in Linnich unantastbar bleibt und ist. Linnichs Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker zeigte sich hoch erfreut und sehr dankbar, dass auch zur zweiten Auflage der Gegendemonstration noch so viele Bürger gekommen waren. „Wir sind dankbar für jeden, der sich mit uns auf den Weg macht. Und ich bin stolz darauf, wie sich die Menschen hier für das Wohl der Flüchtlinge engagieren. Wir stehen hier für eine bunte weltoffene Stadt“, lobte sie ihre Bürger.

Neben den zahlreichen politischen Reden gab es ein musikalisches Programm, das von Toni Schunck moderiert wurde und die Kölsch-Rock Band „Jed Bliev“, die Acoustic Punks „Herr Miesepeters“ und „Kaders african Drums“ sowie der Linnicher Musiker Bernhard Gerads bestritten.

Zu Beginn hatten Organisator Karl Panitz und Dr. Sonja Bischoff vom Initiativkreis die Menschen auf dem Kirchplatz begrüßt und noch einmal betont, wie wichtig das Demonstrationsrecht in einer Demokratie ist und dies auch für Rechtsextreme gelte. Da beste Mittel sei es, friedlich dagegen zu halten. Dist in Linnich. Friedlich blieb es, auch wenn der versucht worden. Der vorbeiziehende Demonstrationszug erntete lautstarke Pfiffe. Das Fest ging anschließend zwar weiter, doch heftig einsetzender Regen ließ viele Teilnehmer frühzeitig nach Hause gehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert