Linnich - Linnich will sein Tourismus-Potenzial heben

Linnich will sein Tourismus-Potenzial heben

Von: Otto Jonel
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Die Natur hat immer ihren Reiz. Linnich hat in Randbereichen der Rur einiges für Wanderfreunde und Radfahrer zu bieten. Foto: Jonel
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Das Glasmalerei-Museum bringt Linnich als Mitgift schlechthin ins touristische Portfolio ein. Foto: Jonel
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Die Rur ist ein ideales Revier zur Naherholung. Mit dem Wehr zwischen Rurdorf und Linnich hat sie einen besonderen und sehenswerten Anziehungspunkt. Foto: Jonel

Linnich. Nicht, dass die Ratsherren und -damen von CDU, FDP, Grünen und UWG PKL über eine geschwächte Gesamtkonstitution oder von einem Magen-Darm-Virus befallen gewesen wären, aber eins hatten sie gemeinsam: Der Bauch machte ihnen zu schaffen in der letzten Sitzung des Linnicher Stadtrates im ausgehenden Jahr.

Mit „Grimmen“ (Christoph Barzen, Bündnisgrüne), „Grummeln“ (Marc Dremel, PKL) und gar „Schmerzen“ (Patrick L. Schunn, FDP) reagierten die drei Fraktionen auf die zur Debatte stehende interkommunale Zusammenarbeit im Bereich Freizeit und Naherholung im Indeland.

Dem Verein, der zur touristischen Speerspitze werden soll, sollen die sieben Indelandkommunen angehören, dazu die Entwicklungsgesellschaft Indeland sowie der Kreis Düren. Ziel dieser Kooperation ist es, den Strukturwandel der Region mit einem Freizeit-, Naherholungs- und Tourismuskonzept abzufedern.

32.000 Euro in drei Jahren

„Wir sehen nicht so den Nutzen“, fasste Hartmut Mandelartz, Fraktionsvorsitzender der PKL, die Bedenken der Unabhängigen Wählergemeinschaft zusammen. „Für jede kleine Leistung müssen wir on top bezahlen.“ On top bedeutet in diesem Fall zusätzlich zu dem „Vereinsbeitrag“, der sich in den ersten drei Jahren auf insgesamt rund 32.000 Euro belaufen wird, wenn alle Kommunen den gleichen Anteil einbringen. Trotz dieses Fragezeichens signalisierte Mandelartz die Zustimmung der PKL.

Ähnlich argumentierte Fraktionsvorsitzender Christoph Barzen für die Bündnisgrünen. „Die 30.000 Euro wären aus unserer Sicht für das Glasmalerei-Museum sinnvoller angelegt.“ Aber auch seine Fraktion werde sich nicht gegen den Beitritt sperren. Katharina Adams von der CDU war ebenfalls nicht ganz wohl in ihrer Haut. Sie wähnte eine „Überlappung von Stabsstellen und Kompetenzen“ durch die Einrichtung einer Tourismusstelle mit Geschäftsführung, einer Fachkraft ab dem 2. Jahr plus einer Assistenz, während sich Parteikollege Wilfried Sauer an der Kostenaufteilung zu gleichen Teilen stieß. Das sei Linnich als Peripheriekommune gegenüber ungerecht.

Bauchschmerzen aus anderen Erwägungen empfand Patrick Schunn (FDP). „Wir haben keine Satzung und nichts Konkretes“, bemängelte er und empfahl, erst einmal abzuwarten, bis in dieser Hinsicht nachvollziehbare Fakten geschaffen seien.

Oetjen glühender Befürworter

Als glühender Befürworter eines Beitritts erwies sich SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Friedrich Oetjen. Schon das Indeland-Portal, das den umgestalteten Place de Lesquin zieren wird, sei mit 180.000 Euro ein erheblicher Nutzwert der Stadt als Indeland-Kommune.

Der wesentliche Aspekt aber sei, dass Linnich und der Nordkreis von der touristischen Werbung profitieren werde. Durch den Vorstoß der Stadt Linnich, sich über eine Mitgliedschaft im Tourismus Niederrhein zu informieren, sei die Indeland GmbH erst hellhörig geworden, dass es auch im Norden touristisch interessante Anknüpfungsmöglichkeiten gebe. Bis dahin hätte sich die Entwicklungsgesellschaft ausschließlich nach Süden, Richtung Eifel orientiert. „Jetzt sind wir auf einem Weg, den wir bis dato nicht beschritten haben“, warb Oetjen und betonte. „Wir liegen nicht mehr am Rand. Hier sind wir Mitglied einer Gesellschaft. Jetzt haben wir Kontakt zu den Nachbarkreisen.“

Ins gleiche Horn stieß Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker. „Es ist nicht mehr möglich, sich solitär aufzustellen“, sprach sie dem Einzelkämpfertum jegliche Zukunft ab. „Wir müssen uns vernetzen und brauchen starke Partner, um wahrgenommen zu werden.“

Diese Einsicht hat sich offensichtlich durchgesetzt. Mit großer Mehrheit bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung stimmte der Rat der Mitgliedschaft in der touristischen Organisation zu. Ein Seufzer von Mark Dremel, der auf Linnichs Potenziale Glasmalerei Oidtmann, Glasmalerei-Museum und Ruruferradweg blickte, begleitete den Aufbruch zu neuen touristischen Ufern: „Es wäre schön, wenn wir mehr als zwei, drei Produkte hätten.“

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