Linnich schafft über Nacht Platz für 200 Flüchtlinge

Von: Otto Jonel
Letzte Aktualisierung:
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In insgesamt sechs Großraumzelten wurden quasi über Nacht auf dem Gelände der früheren Polizeischule Linnich Kapazitäten für 200 Flüchtlings-Notunterkünfte geschaffen. Foto: Kròl

Linnich. Außerordentliche Ereignisse erfordern ebensolche Reaktionen. Ein Beispiel dafür, was buchstäblich über Nacht möglich ist, liefert Linnich. Dort wurde innerhalb von wenigen Stunden die Aufnahmekapazität der Notunterkunft für Flüchtlinge in der ehemaligen Polizeischule um zwei Drittel erhöht.

„In der Notunterkunft in Linnich stellte die Bezirksregierung Köln heute weitere 70 Plätze und morgen noch einmal 130 Plätze in dafür errichteten Zelten zur Verfügung, so dass dort insgesamt 500 Flüchtlinge untergebracht werden können“, kündigte die Bezirksregierung Köln in einer Pressemitteilung an. Die Kölner Regierungsbehörde reagierte damit unverzüglich auf eine Aufforderung der Bezirksregierung Arnsberg, die ihrerseits federführend in der Zuweisung von Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen ist.

„Wir haben im Kölner Regierungsbezirk sofort alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Flüchtlingen einen Zufluchtsort bieten zu können. Obwohl unsere Unterkünfte vollständig belegt sind, ist es uns innerhalb von zwei Stunden gelungen, in unseren bestehenden Einrichtungen schon heute weitere 150 Flüchtlinge unterzubringen“, hatte der stellvertretende Regierungspräsident Wilhelm Steitz am Mittwoch verkündet.

Für den Donnerstag kündigte er die Aufnahme von noch einmal 130 Flüchtlingen an – und hielt Wort. In Linnich, in der ehemaligen Polizeischule an der Rurdorfer Straße, rutschte man nicht enger zusammen. Zusätzlicher Raum wurde in eilends errichten Zelten geschaffen.

Das Deutsche Rote Kreuz und die Johanniter stellten sechs Großraumzelte ab, in denen jeweils rund 30 Menschen Platz finden. Unterstützt von der Linnicher Feuerwehr wurden die Zelte noch am Mittwoch „bezugsfertig“.

Mit der Zuweisung der zusätzlichen 200 Flüchtlinge erreicht die Linnicher Liegenschaft des Bau- und Liegenschaftsbetriebs des Landes den bisherigen Höchststand ihrer Aufnahmekapazität. 500 Menschen sind nun hier untergebracht.

„Wir wollen vermeiden, dass die Leute obdachlos werden“, erklärte Freia Johannsen von der Bezirksregierung Köln. Die Zeltlösung sei als Provisorium zu verstehen. Erklärtes Ziel sei, kurzfristig eine dauerhafte Lösung zu finden, die Menschen also in feste Unterkünfte zu übersiedeln.

Die Zeltlösung ist als Ausnahme gedacht. „Die Bezirksregierung Köln geht jedoch davon aus, dass es weiterhin unverzichtbar ist, neben der mittel- und langfristigen Planung neuer Regelunterkünfte auch kurzfristig weitere Noteinrichtungen im Regierungsbezirk zu schaffen.“ Auf dem Linnicher Polizeigelände soll jedenfalls eine weiteres leer stehendes Gebäude als Unterkunft für Asylsuchende ertüchtigt werden.

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