Linnich im Belagerungszustand, und alle Demos bleiben friedlich

Von: Antonius Wolters
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Ein dichter Kordon von Ordnungshütern begleitete den „Spaziergang“ der rechten Demonstranten durch die Linnicher Innenstadt.
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Eine kleine Bühne und die Lautsprecheranlage hatten die „besorgten Bürger“ selbst mitgebracht. Foto: Wolters

Linnich. Eine Besucherin, die den Rurufer-Radweg für eine Wanderung genutzt hatte, wunderte sich: „Wird hier ein Stadtfest gefeiert“, fragte sie angesichts der vielen bunten Luftballons in Linnich, zu denen die unübersehbar große Polizeipräsens nicht zu passen schien.

Der Linnicher mag es eben bunt, wenn sich Gäste von Rechtsaußen in der Stadt angekündigt haben. Das war vergangenes Jahr so und auch am Sonntag wieder, als die Gruppenfahrzeuge der Polizei in der Innenstadt an jeder Ecke zu finden waren, an mancher auch zwei oder drei.

Solch ein Belagerungszustand ist ebenfalls Teil eines Demonstrationstages, bei dem es mit Verstärkerkraft zwar stellenweise einmal laut wurde, am Ende aber von einem ruhigen und friedlichen Tag gesprochen werden durfte. „Anlassbezogene Straftaten wurden nicht festgestellt“, hieß es abschließend im Bericht der Polizei, die mit Absperrgittern bereit stand, um zwischenzeitlich die Zufahrtsstraßen in die City oder den Weg vom Bahnhof der Rurtalbahn Richtung Innenstadt gegebenenfalls abriegeln zu können.

Die Ordnungshüter hatten zudem mehrere Beweissicherungswagen mitgebracht, die somit jedenzeit in der Lage sind, mit einer auf dem Dach installierten Kamera den Verlauf eines Demonstrationszuges zu dokumentieren. „Das ist das übliche Verfahren bei solchen Einsätzen“, informierte Polizeisprecher Karl-Heinz Frenken.

Üblich für solche Aufmärsche sind vermutlich auch die verbalen Entgleisungen, die sich etwa Ricarda aus Pirmasens und Alex aus Leipzig leisteten, nachdem zuvor artig die formalen Regeln für den Demonstationszug vorgetragen worden waren, etwa zur Größe der mitgeführten Transparente.

Ein kräftiger Guss von oben und das nahe Spiel der deutschen Mannschaft bei der Fußball-EM haben offenbar auch die Lust am Demonstrieren in engen Grenzen gehalten, auch wenn die etwa 40-köpfige „Antirassistische Initiative Düren/Jülich“ bereits gegen 10.30 Uhr auf den Weg machte.

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