Linnich hofft auf weiteres Millionenprojekt

Von: Otto Jonel
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Die Planungsgrafik verdeutlicht, wie die Verbindung zwischen Hauptschultrakt (rechts) und dem Realschulgebäude aussehen könnte. Foto: MWM

Linnich. „Der Antrag geht jetzt raus – und diesmal nicht per reitendem Boten.“ Die Erleichterung bei Linnichs Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker (SPD) ist greifbar: Endlich mal nicht unter akutem Termindruck geht per Normalpost ein Antrag auf Fördermittel auf den Postweg. Bis zum 3. Mai muss er in Köln bei der Bezirksregierung sein.

Sie nimmt ihn im Auftrag des Landesministerium für Bauen, Wohnen Stadtentwicklung und Verkehr entgegen. „Ach, wieder IHK!“, mag mancher denken. Knapp daneben. Diesmal ist das Integrierte Handlungskonzept nicht der „Verursacher“. Es geht vielmehr um ein Förderprogramm des Landes, das erst Anfang des Jahres aufgelegt worden ist. „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier NRW 2017“ heißt es sperrig wie gewohnt. Konkret macht sich die Stadt Hoffnung, ein spezielles Bauprojekt über dieses Förderprogramm finanziert zu bekommen: einen Verbindungsbau zwischen dem Hauptschul- und dem Realschulgebäude.

Eines kann man der Stadt nicht absprechen: Mut. Den haben schon Fachausschuss und Stadtrat bewiesen. In beiden Gremien gingen alle Daumen hoch. Die Verwaltung sollte die Antragsunterlagen fertig machen. Dabei handelt es sich abermals um ein Millionenprojekt. Diese bauliche Querverbindung hat ein Volumen von 3,1 Millionen Euro. Aber: Wird der Förderantrag positiv beschieden, darf die Stadt auf eine 90-prozentige Förderung hoffen. Der Eigenanteil reduziert sich auf erträgliche 312 000 Euro.

Sinn ergibt der Verbindungsbau auf jeden Fall. Bereits im Sommer kommen – vorzeitig – die ersten Gesamtschüler nach Linnich. Mit fünf Klassen zieht die Jahrgangsstufe 8 aus Aldenhoven in das sich leerende Linnicher Hauptschulgebäude. Ab Sommer 2018 wird die Gesamtschule auch auf Räume der benachbarten Realschule zugreifen. Ab 2022 läuft die Gesamtschule Aldenhoven-Linnich im Vollbetrieb. Der Planung entsprechend, werden die Jahrgangsstufen 9 bis 13 in Linnich beheimatet sein und beide Schulgebäude belegen. Und wie passt das in dieses sperrige Förderprogramm? Zu den Kriterien, die das Ministerium aufgestellt hat, zählt die „Schaffung von Orten der Integration und des sozialen Zusammenhalts im Quartier“.

Für das Quartier öffnen

Das trifft auf Linnich zu. Erklärtes Ziel des Integrierten Handlungskonzeptes ist es, die Ortsteile stärker an die Stadt zu binden, Linnich zum „Ankerpunkt der Daseinsvorsorge“ zu machen. Damit soll auch die Abwanderung von Kindern und Jugendlichen zu Schulen der Nachbarkommunen verhindert werden. Mehr noch: Die Schule soll sich öffnen „für das Quartier“. Angedacht sind Kooperationen mit Seniorenheim und -wohnanlage „Am Mühlenteich“ mit Projekten in den Schulräumen vom Lesezirkel bis zu einem „Altes-Junges-Restaurant“. Die Volkshochschule soll ebenfalls Schulräume nutzen. Zudem ist eine Kooperation von Gesamtschule und LVR Förderschule zumindest schon im konkreten Gedankenaustausch.

„Durch die Schaffung einer attraktiven Schule wird die Verbundenheit der in den umliegenden Ortschaften lebenden Kinder und Jugendlichen mit der Stadt Linnich verbessert“, heißt es in der Antragsbegründung. Darüber hinaus könne eine Öffnung der Schule „hin zum Quartier mit dem Place de Lesquin und dem angrenzenden Freizeit- und Naherholungsgebiet positive Ausstrahlungseffekte erzielen“, spricht der Antrag das Integrative Handlungskonzept an.

Ein weiteres Anforderungsziel des Förderprogramms ist die „Qualifizierung von Einrichtungen der unmittelbaren oder mittelbaren öffentlichen sozialen Infrastruktur, auch durch Barrierearmut oder -freiheit“. Dem trägt der Verbindungsbau in einem besonderen Punkt Rechnung. Er enthält einen Aufzug, der somit einen barrierefreien Zugang zum Obergeschoss der beiden Schultrakte ermöglicht.

Das Plan- und Antragswerk, das vom Projektplanungsbüro MWM erstellt wurde, sieht einen Baubeginn bereits Mitte 2018 vor. Fertigstellung wäre Mitte 2020, also zwei Jahre vor dem Vollbetrieb der Gesamtschule.

Käme Linnich in den Genuss des vollen Förderprogramms, wäre allerdings mit einer „Förderung in Raten“ zu rechnen. Der Finanzierungsplan des Ministeriums reicht bis 2023 mit 5, 25, 30, 25 und 15 Prozent Jahresstaffelung der zuwendungsfähigen Ausgaben.

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