Linnich - Linnich hält die Hand über Kinder

Linnich hält die Hand über Kinder

Von: Kr.
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In fünf Arbeitsgruppen beschäftigten sich die Teilnehmer der Präventions- und Bildungskonferenz mit dem Ziel allen Kindern und Jugendlichen in Linnich optimale Zukunftschancen einzuräumen. Foto: Kròl

Linnich. Aus der Erprobungsphase ist das Projekt, „Kein Kind zurücklassen – Gut aufwachsen im Kreis Düren“, das 2012 in der Gemeinde Kreuzau gestartet wurde, längst heraus gewachsen. Es hat sich bewährt, die Teilhabechancen aller Kindern und Eltern, egal welcher Herkunft, von der Schwangerschaft bis hin zum Einstieg ins Berufsleben im Blick zu halten und die Kinder zu begleiten.

Acht Kreis-Kommunen sind mittlerweile daran beteiligt. Als neunte stieg nun die Stadt Linnich ein. Zum Auftakt trafen sich all jene, die in irgendeiner Weise mit Kinder-und Jugendarbeit zu tun haben in der Aula der Linnicher Realschule zur ersten Präventions- und Bildungskonferenz.

Und zahlreiche waren gekommen, angefangen bei Mitarbeitern im Gesundheitswesen, der Kitas und Schulen, aus Vereinen, öffentlichen Trägern, der Stadt Linnich selbst und dem Kreis Düren oder Eltern. „Sie alle sind wichtig für den Weg, den wir gemeinsam bestreiten wollen“, begrüßte Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker die Anwesenden.

In Linnich sei man in der Kinder und Jugendarbeit bereits sehr gut aufgestellt, angefangen bei der Gynäkologin und Hebamme, die die Schwangeren begleitet über den Babybegrüßungsdienst, Kitas und Familienzentrum, über die Schulen, die offene Jugendarbeit,die Vereinen bis hin zum Arbeitskreis Jugend im Rathaus, in dem die verschiedenen Ressorts auf dem kleinen Dienstweg zusammenarbeiten.

„Doch auch wir stoßen an unsere Grenzen, und wir brauchen Ihre Kompetenz, Ihr Fachwissen und Ihre Unterstützung, denn es geht um unsere Kinder rund um unsere Zukunft“, schloss sie.

Ähnlich äußerte sich Landrat Wolfgang Spelthahn, der das Programm „Gut aufwachsen im Kreis Düren“ noch einmal kurz vorstellte. Er betonte, dass man egal unter welcher Landesregierung daran weiter arbeiten werde. „Wir wollen ein Netz der Verantwortung um jedes Kind spannen, ohne dass sich die Familien drangsaliert fühlen“, erklärte er und meinte: „Wenn wir mit unserem Engagement nur ein Kind davon abhalten, auf die schiefe Bahn zu geraten, hat sich der Aufwand gelohnt.“

Und dann machten sich die Teilnehmer der Konferenz, die vom Amt für Demografie, Kinder, Jugend, Familie und Seniorenunter der Sachbereichsleiterin Doris Peitz und den Präventionsberaterinnen Elke Borkmann, Susanne Herfs und Uli Lennartz sorgfältig vorbereitet worden war, an die Arbeit.

Sie hatten die Anwesenden in fünf Arbeitsgruppen aufgeteilt, je nach ihrem Arbeits- und Fachgebiet. So beschäftigte sich die erste Gruppe mit der Altersklasse 0 bis drei Jahre. Drei bis sechs Jahre, sechs bis zehn Jahre, zehn bis 16 Jahre und 16 Jahre plus waren die weiteren Einteilungen.

Zunächst einmal ging es um eine Bestandsaufnahme des Vorhandenen. Weiterhin wurde festgehalten, welche weiteren Angebote wünschenswert wären und wie die Übergänge in eine andere Lebensphase begleitet und verbessert werden können.

Am Ende des Tages lag bereits eine „Roadmap“ vor, nach der man in Zukunft weiter vorgehen will. Dabei kam auch heraus, dass Marion Schunck-Zenker Recht hatte, und die Stadt bereits sehr gut aufgestellt war. So wurde deutlich, dass im Bereich der Arbeit mit Kleinkindern bis in die Grundschule hinein, ein gutes Angebot vorliege.

Was in diesen Gruppen allgemein deutlich wurde: Es fehlt ein Kinderarzt in Linnich, und die Information über die zahlreichen Angebote müsste verbessert werden. Auch im Jugendbereich ist ein gutes Angebot vorhanden. Doch nichts ist so gut, dass es nicht noch verbessert werden könnte. Um dies aufzuzeigen, dient nicht nur die Konferenz, der weitere folgen sollen. Sie ist auch dazu gedacht, Netzwerke zum Wohle der Kinder rund Familien aufzubauen, Mitarbeiter und Ehrenamtler auch über die Kinder und Jugendarbeit hinaus zu sensibilisieren, damit sie erkennen, wo etwas im Argen ist.

„Vorbeugen ist besser als heilen – und: vom Kind her denken“, das so sagte Elke Ricken Melchers, Leiterin des Kreisjugendamtes, steht hinter diesem Programm. „Wir müssen fragen, was die Familien brauchen und wie wir sie erreichen können. Deshalb haben wir im Kreis die Präventionskräfte eingeführt. Sie bieten auch für Mitarbeiter in den Ämtern Schulungen an. Es geht darum, wirklich alle Kinder mitzunehmen, und dafür steht ein umfangreiches Programm.“

Am Ende des Abends stand fest, dass zunächst ein Schnullercafé eingerichtet werden sollte, in dem Mütter mit Kleinkindern sich treffen können. Netzwerke und Arbeitskreise wollen die Kitas aufbauen, die Elternsprechtage für den Übergang Grundschule zur weiterführenden Schule sollten ausgeweitet und für Jugendliche bessere Treffpunkte geschaffen werden – auch in den Ortschaften.

Sehr zufrieden zeigte sich Doris Peitz mit dem Verlauf der Veranstaltung. Sie hoffe, dass sich dieser positive Trend fortsetze.

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