Linnich ab Herbst auf dem Datenhighway?

Von: ptj
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Machen jetzt gemeinsam einen „Quantensprung“ (v.l.): Andreas Schneider, Geschäftsführer der NetAachen, Bürgermeister Wolfgang Witkopp, Beigeordneter und „Projektmanager“ Hans-Josef Corsten und Hans Fabelje, RWE-Leiter Westliches Rheinland an einem Technikkasten der Telekom. Foto: Jagodzinska

Linnich. Für den Linnicher Bürgermeister Wolfgang Witkopp fällt „Weihnachten und Ostern auf einen Tag“. Er sieht „Linnich für die Zukunft gerüstet“. Grund ist die neue Kooperation der Stadt Linnich mit dem regionalen Versorgern RWE und der NetAachen GmbH, die Linnicher Bürgern nach gut dreijähriger „Denkphase“ endlich eine vernünftige Internetverbindung bietet – und das ohne Kosten für die Stadt Linnich.

Letztere, die nun „über einen Beschluss und die entsprechenden Haushaltsmittel“ verfügt, stellt die Infrastruktur zur Verfügung. Neben bereits vorhandenen Leerrohren sind damit Aufstellflächen für 32 neue Technikkästen gemeint. Die RWE Deutschland bringt die entsprechende Erfahrung im Tiefbau und auf dem Investitionssektor mit und wird Investor und Eigentümer der eigentlichen Glasfaser. Die NetAachen sorgt schließlich dafür, dass „daraus Internet wird“.

Um die schnellen Leitungen in die einzelnen Stadtteile Linnichs zu bringen, verlegt RWE Kabel auf einer Länge von insgesamt 26 Kilometern in die Erde. Dabei werden die offenen Baumaßnahmen so gering wie möglich gehalten. Hans Fabelje, RWE-Leiter Westliches Rheinland, erklärt die Vorgehensweise: „Wir greifen zum Teil auf bereits vorhandene Leerrohre der Stadt Linnich zurück, müssen so zum Beispiel nicht die Rur kreuzen. Zudem verlegen wir teilweise in einem innovativen Spülbohrverfahren.“ Das Verfahren ermögliche, dass die Kabel in großen Teilen unterirdisch eingezogen und Oberflächen nur punktuell geöffnet werden.

Andreas Schneider, Geschäftsführer der NetAachen, hält es für realistisch, dass die ersten Internetnutzer bereits im Herbst vom schnellen Internet zwischen 25 und 50 Mbit/Sek. profitieren können. Das ist 20 bis 30 Mal so schnell wie aktuell im Linnicher Stadtgebiet.

Wissenswert ist, dass die Anbieter sich „nicht bis in die einzelnen Gebäude“, sondern abschnittweise bis an die Technikkästen der Telekom voranarbeiten. Dort wird jeweils „sehr schnell“ ein weiterer Kasten aufgestellt, der dann bereits genutzt werden kann. Parallel sind drei Bauunternehmen im Einsatz, Gottschalk aus Linnich, Happel aus Wegberg und Reuschenbach aus Neuwied. Langfristig gesehen sei mit 50 Mbit/Sek. „natürlich nicht Schluss“. Die Rede ist vom intelligenten Stromnetz „Smart Grid“, das die kommunikative Vernetzung und Steuerung von Stromerzeugern umfasst und zum Einsatz kommen soll. Bei der Vorstellung fielen „Zauberworte“ wie das VDSL-„Vectoring“, das bis 100 Mbit/Sek ermöglicht.

An das Glasfasernetz angeschlossen werden die Stadtteile Körrenzig, Glimbach, Kofferen, Gevenich, Boslar, Tetz, Floßdorf, Rurdorf, Welz sowie die Kernstadt und das angrenzende Rurich. Bisher nicht dabei sind die Orte Kiffelberg, Erzelbach und Buschhof, die nur aus wenigen Ansiedlungen bestehen. Wer die neuen Kapazitäten nutzen will, muss zum Komplettanbieter NetAachen wechseln (Telefonie und Internet).

RWE Deutschland investiert nach Bekunden Fabeljes rund zwei Millionen in Kabel, die NetAachen gibt für Kabelmiete und Technikinvestitionen etwa eine halbe Million aus.

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