Lieder über das Menschsein vorgetragen

Von: ptj
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„Die kleine Geschichte über das Menschsein“ in all ihren Facetten: Mezzosopranistin Maaja Purga aus Estland und Gitarrist Tal Botvinik aus Jerusalem glänzen in der Overbacher Klosterkirche. Foto: Jagodzinska

Barmen. „Die kleine Geschichte über das Menschsein“ in Dur und Moll war Thema der Overbacher Sonntagsmatinee, einfühlsam interpretiert von Mezzosopranistin Maarja Purga aus Estland, Gesangslehrerin in Köln, und Gitarrist Tal Botvinik aus Jerusalem.

Beide haben unter anderem an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln studiert. Die insgesamt 14 Lieder behandelten den Themenkreis um Freundschaft, Trauer, Würde, Vorurteile, Flucht und natürlich die Liebe in all ihren Facetten.

So geht es in „En Jerez de la Frontera“ aus den „Tres canciones espaolas“ von Joaquín Rodrigo um die „sehr schöne Frau“ eines Müllers, die, obwohl sie auch anderen Männer gefällt, ihrem Müller treu bleibt.

Die dramatische Variante aus demselben Zyklus über die Menschen aus allen Regionen Spaniens heißt „Adela“. Deren Herz entbrennt für einen Jungen, der aber Dolores liebt. Weil der „Schmerz zu groß ist für Adela, kann sie nicht am Leben bleiben“, wie Purga es in ihrer Anmoderation ausdrückte.

Das dritte Volkslied „De ronda“ besingt die Zerrissenheit eines Herzens mit zwei gläsernen Treppen. Ohne Leid und Schmerz wäre der Lied-Zyklus aus vier Stücken „The Divan of Moses Ibn Ezra“ des jüdisch/italienischen Komponisten Mario Castelnuovo-Tedesco nicht entstanden.

Anklagender Liedzyklus

Der spanisch/jüdische Dichter Moses Ibn Eszar schrieb die Originaltexte. Sowohl Komponist als auch Dichter wurden als Juden verfolgt, der als Lebensreflexion gehaltene anklagende Liedzyklus ist geprägt von Verzweiflung, Heimweh und Exil.

Bevor die „Siete canciones populares“ aus der Feder des sehr bekannten spanischen Komponisten Manuel de Falla das Thema Liebe aus den verschiedenen Regionen Italiens beleuchteten, spielte Tal Botvinik mit geschlossenen Augen das einzige Instrumental der Matinee, arrangiert von einem „sehr guten Freund“.

Das Stück heißt auf Hebräisch „Ejn li Eretz acheret“, zu Deutsch: „Ich habe kein anderes Land“, ein Titel, der „symbolisch sehr bekannt ist“.

Kräftiger Zwischen- und Schlussapplaus sowie viele freiwillige Scheine und Münzen im Körbchen am Ausgang belohnten das erstklassige Duo.

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