Linnich - „Lieber klotzen statt kleckern”: Notfallmedizin-Tag in Linnich

„Lieber klotzen statt kleckern”: Notfallmedizin-Tag in Linnich

Von: spl
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Ungefähr 120 Rettungsdienstkr
Ungefähr 120 Rettungsdienstkräfte und Notärzte nahmen am Samstag in Linnich die Möglichkeit zur Fortbildung wahr. Foto: Plahm

Linnich. Lieber klotzen statt kleckern - das ist das Motto, das Michael Peters vom Deutschen Roten Kreuz Jülich den Rettungsdienstkräften und Notärzten während seines Vortrags beim Notfallmedizin-Tag Rurland 2012 in Linnich mit auf den Weg gab.

Denn besonders bei einem Großunglück sei es wichtig, lieber einen Rettungswagen in Reserve als zu wenig Kräfte vor Ort zu haben.

Und um einen solchen besonderen Einsatz ging es bei der Fortbildung auf dem Gelände der SIG-Combibloc, an der ungefähr 120 Rettungsdienstkräfte und Notärzte teilnahmen. „Wir haben im Vorfeld mal in die Mannschaft reingehört und nachgefragt, was gerne besprochen werden würde”, sagte Christian Hermanns, Notarzt und Verantwortlicher der Veranstaltung.

Das führte zu dem besonderen Programm. „Wir haben hin und wieder einen Einsatz, der sehr selten ist, aber ganz speziell durchgeführt werden muss.” Dazu zählt zum einen das Großunglück, das gleich zu Beginn des Tages Thema war.

Michael Peters erläuterte in diesem Zusammenhang allerdings nicht nur die Schritte, die für eine optimale Patientenversorgung von Nöten sind, wie etwa die richtige Platzierung der Rettungswagen, die rechtzeitige Anforderung von weiteren Kräften oder die Aufteilung verschiedener Aufgabenbereiche für die Einsatzkräfte, sondern auch, was die Retter tun müssen, um sich selbst zu schützen.

So ist es zum Beispiel wichtig, den Gefahrenbereich sorgfältig einzuschätzen. Peters beschrieb dazu einen Einsatz, bei dem das geruchs- und farblose Gas Kohlenstoffdioxid ausgetreten war. Kurz nach Eintreffen der Rettungskräfte seien diese nach wenigen Atemzügen selbst ohnmächtig geworden.

Aber auch bei eingestürzten Häusern oder Unfällen, bei denen es brennt, sei besondere Vorsicht gefragt. Dabei benannte Peters auch den Vorteil, den Zischen, Brennen und Krachen mit sich bringt: „Da sehe ich zumindest schon mal, das hier Gefahren sein können.”

Es ging aber nicht nur um Großeinsätze. Es gab zum Beispiel auch Vorträge zum Thema Verbrennungen und Verbrühungen, zu Zwangseinweisungen, Verletzungen im Gesicht und zu Indikationen einer Herzkatheter-Untersuchung.

Allerdings sollte es nicht bei einer reinen Vortragsveranstaltung bleiben. So fanden auch etwa zwanzigminütige Workshops statt, bei denen es etwa um die richtige Einschätzung der Gefahren am Unfallfahrzeug ging.

Zum wiederholten Male war dieser Notfallmedizin-Tag organisiert worden. Denn ein ständiges Auffrischen des Wissens und der Fertigkeiten bleibt für die Rettungskräfte unabdingbar, erst recht bei den eher selteneren Einsätzen, um die es an diesem Tag in Linnich ging.
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