Letzte Titzer Hoffnung heißt Primusschule

Von: hfs.
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Besuchen ab Sommer 2014/2015 „Primusschüler“ die heutige Titzer Gemeinschaftshauptschule? Foto: hfs.

Titz. Die Gemeinde Titz geht einen neuen Weg. Nach einstimmigem Beschluss des Ausschuss für Jugend, Kultur, Soziales, Schule und Sport sollen die Genehmigungsvoraussetzungen geschaffen werden, zum Schuljahr 2014/2015 eine so genannte „Primusschule“ einzurichten.

Das ist eine neue Schulform, in der die Klassen 1 bis 10 unterrichtet werden und die vom Land als Schulversuch an insgesamt 15 Standorten geplant ist. Was ist eine Primusschule? Diese Frage interessierte nicht nur die Ausschussmitglieder, sondern auch einige Zuhörer in der jüngsten Sitzung im Titzer Rathaus.

Detailliert stellten Stefanie Törkel-Howlett als Leiterin der Titzer Gemeinschaftshauptschule beziehungsweise Anja Schüürmann, Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule, die neue Form vor. Eine Primusschule ist eine neuartige Schule, die von Klasse 1 bis 10 mit Ganztagsangebot alle Jahrgänge unter einem Dach vereint. Hier sollen mit einem neuen pädagogischen Konzept alle Abschlüsse der Sekundarstufe I – also Haupt- und Realschulabschlüsse – erlangt werden können. Durch eine Kooperation mit einem Gymnasium kann nach 13 Schuljahren auch das Abitur angestrebt werden.

Da es sich um einen NRW-Versuch handelt, wird die Primusschule mit Sonderbudgets ausgestattet. Dem Kollegium mit Lehrern aus drei Schulformen stehen zusätzlich Sonderpädagogen zur Seite. „Ich stehe dieser Schulform sehr positiv gegenüber“, machte Anja Schüürmann deutlich – sie wurde von ihrer Kollegin Törkel-Howlett tatkräftig unterstützt.

Warum gerade Titz sich nun händeringend um eine Genehmigung zum Schuljahr 2014/2015 bemüht, machte Bürgermeister Jürgen Frantzen vor der intensiven Diskussionrunde deutlich. Bei einer gemeinsamen Sitzung von Titzer und Jülicher Schulausschuss-Mitgliedern Ende Juni (wir berichteten am 29. Juni) hatte ein Schulentwicklungsplaner Möglichkeiten aufgezeigt, wie die beiden Kommunen kooperieren oder aber getrennte Wege gehen könnten: in Form einer Sekundarschule Jülich mit Außenstelle Titz oder einer Primusschule nur in Titz. Zwar hat die Jülicher Politik noch keine Entscheidung über Errichtung eines zweiten Standortes der Sekundarschule Jülich in Titz getroffen, doch hatte Frantzen im Jülicher Ratsinformationssystem eine Vorlage entdeckt, in der die Errichtung einer Sekundarschul-Dependance Titz verneint wird.

„Jetzt bleibt nur der Weg über eine Primusschule, um unsere Schullandschaft zu erhalten“, sagte Frantzen und verhehlte nicht, dass man unter Zeitdruck steht. Bis zum 31. Juli muss der Antrag in Düsseldorf vorliegen.

Bereits für kommenden Montag sind die Eltern, die ihre Kinder ab dem Schuljahr 2014/2015 einschulen lassen müssen, zu einem Infoabend eingeladen. „Dort werden wir zwar nur Absichterklärungen bekommen, aber wir werden sehen, ob eine Primusschule hier in Titz angenommen wird“, so Frantzen. Der Bürgermeister unterstrich, dass man zum möglichen Start 2014 allein nicht an die erforderliche Zahl 75 Eingangsschülern kommen kann. Darf man denn in Nachbarkommunen Werbung machen? Die Frage aus dem Ausschuss beantwortete Beigeordneter Christian Canzler klar und deutlich. „Ja, aber man braucht die Zustimmung des Schulträgers.“ Heißt im Klartext, dass eine Beschulungsvereinbarung her muss. Entsprechende Telefonate mit den Nachbarkommunen Bedburg oder Jülich wurden laut Bürgermeister geführt, man habe „positive Signale“ erhalten, wobei auch klar sei, dass Beschulungsvereinbarungen in der Kürze der Zeit nicht machbar seien.

„Die Eingangszahl ist maßgebend“, erklärte Frantzen, der auch eine zweite Option zur Gründung der Primusschule ins Gespräch brachte. „Das Schulministerium gestattet unter besonderen Bedingungen auch den Start mit einer Zweizügigkeit, dies hieße 50 Schüler. Und die bekommen wir allein.“ Vorausgesetzt, aus den Absichterklärungen, die die Eltern abgeben, werden Anmeldungen. Nach dem einstimmigen Ausschussbeschluss, dem der Rat folgen wird, bereitet die Verwaltung die Errichtung einer Primusschule. Und sollte die Schule nicht gewünscht werden? „Dann kann man uns nicht vorwerfen, wir hätten nicht alles versucht, unsere Titzer Schullandschaft zu erhalten“, meinte Jürgen Frantzen.

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