Lesermeinung: Neues kleines Bad statt großem Wurf?

Von: -vpu-
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Da waren Winter noch „pünktl
Da waren Winter noch „pünktlich” und verlässlich: Im Dezember 1965 stand trotz weißer Pracht das Grund-Gerippe des heutigen Jülicher Hallenbades. Seine Tage sind gezählt. Foto: Archiv Arnold Hommel

Jülich. Sieben Themenangebote beinhaltet die Kampagne unserer Zeitung, die seit Samstag auf dem Online-Portal www.juelicher-meinung.de schon eifrig diskutiert wird. Das mit Abstand kostspieligste Thema ist dabei zweifelsfrei die Lösung des Jülicher Hallenbad-Problems.

Der in die Jahre gekommene Schwimmtempel, erbaut 1965/66, ist noch so gerade funktionstüchtig. Die Stadtverwaltung bezeichnet den Zustand aber als „besorgniserregend”, wie in einer nichtöffentlichen Sitzungsvorlage zu lesen ist, die unserer Zeitung vorliegt. Seit mehr als zehn Jahren ist der Neubau eines „Schwimmleistungszentrums” in der politischen Debatte.

Diesen „ganz großen Wurf” wird es ganz sicher nicht geben. Davon musste sich der Stadtrat im August verabschieden. Das jetzt in Rede stehende Schwimmzentrum (ohne "-leistung-") scheint kaum mehr als ein neuwertiger Ersatz für das Hallenbad, den man schon längst hätte haben können.

Ein leistungssporttaugliches 50-Meter-Becken wird es nicht geben, sondern eines von 25 Metern Länge. Eine Tribüne ist ebenfalls nicht mehr vorgesehen und auch keine Räume für Leistungssportler (Massage, Gymnastik etc.).

Obschon sich aber der Umfang der europaweit ausgeschriebenen Baumaßnahme drastisch verändert, sind die finanziellen „Gaben” zunächst gleich geblieben: ein einmaliger Investitionszuschuss von 5 Millionen Euro, zudem jährlich 1,4 Millionen Euro zum Betrieb des Bades. "Vielleicht geht es auch billiger, das werden wir am Ende der Ausschreibung sehen", sagt ein Fachmann, der nicht genannt werden will. Das Thema wird nämlich in dieser Stadt vorwiegend nichtöffentlich erörtert.

Alle auch am ursprünglich gewünschten Leistungszentrum interessierten Firmen sind nun über die Ausschreibungsveränderungen in Kenntnis gesetzt worden. Sie haben Zeit bis Dezember 2012, um ihre Planung und ihre Gebote abzugeben. Dann werden mutmaßlich zwei Angebote in die engere Wahl genommen.

Für weitere fünf Monate sind Nachverhandlungen terminiert. Zu einer Auftragsvergabe soll es nach dem uns bekannten Zeitplan am 6. Juni 2013 kommen. Und dann erst könnte es mit dem Neubau losgehen.

Für die Schul-, Sport- und Freizeitschwimmer in Jülich bleibt zu hoffen, dass das alte Bad bis dahin „durchhält”. Wenn nicht, läge die Stadt bis zur Fertigstellung eines Nachfolge-Schwimmbades auf dem Trockenen... Was halten Sie davon? Ist ein 1:1-Ersatz des jetzigen Bades sinnvoll - oder gleich zu klein? Wie sehen Sie den über zehn Jahre währenden Traum von einem Schwimmleistungszentrum? Die Abkehr von diesem wird übrigens damit begründet, dass der Zuschuss des Landes NRW gestrichen worden ist.

Der Neubau soll bekanntlich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Freibad entstehen - unweit des Jugendgästeshauses.

Ist also das Schwimmzentrum „gut für Jülich”? Das fragen wir Sie, unsere Leserinnen und Leser, in den nächsten Wochen. Sagen Sie uns Ihre Meinung per Mail, Brief, Fax und auf dem Internetportal www.-juelicher-meinung.de - auch zu diesen Themen, die wir alle konkreter vorstellen:

- Gesamtschule Aldenhoven/Linnich

- Gewerbeflächen-Mangel in Jülich

- die touristische Erschließung der Sophienhöhe durch eine „Bergwelt”

- das Kneipensterben und den fehlenden gesellschaftlichen Treffpunkt in Titz

- die Braunkohle

- die Gestaltung einer „Neuen Mitte” in Linnich
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