Lernen und Forschen selbst entdecken

Von: ptj
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Lehrer Sebastian Röthel gibt
Lehrer Sebastian Röthel gibt Tipps zur Experimentierstation Kinorad. Foto: Jagodzinska

Jülich. Zum ersten Mal macht die „Miniphänomenta” in Jülich Station, und zwar in der Schirmerschule. Dabei handelt es sich um 25 frei zugängliche Experimentierstationen, an den Kinder naturwissenschaftliche und technische Phänomene erleben, sie gemeinsam ergründen und kreativ lösen.

Wieviel Wärme kann ich erzeugen, wenn ich meine Hände aneinanderreibe, und sie dann nacheinander auf vier verschiedene Metallscheiben auflege? Oder wie kann ich einen Holzstab mit einer fest installierten Holzkugel am besten senkrecht auf einem Finger balancieren, wenn die Holzkugel nach oben oder unten zeigt?

Die strapazierfähigen Bausätze sind von der Universität Flensburg zusammen mit dem Verband der Deutschen Metallarbeiter entwickelt und getestet worden. Die Idee, die dahintersteckt, ist das altersgemäße und selbstgesteuerte Forschen in einer von Informationsflut, Simulation und Zeitmangel geprägten Welt, in der genau jene Kompetenzen für eine zukunftsfähige Welt vonnöten sind.

Zweitägige Fortbildung

Nachdem die beiden Lädagogen Lisa Wagner und Sebastian Röthel an einer zweitägigen Fortbildung teilgenommen und eine eigene Experimentierstation gebaut haben, darf die Schule die komplette „Miniphänomenta” (mit 52 Stationen) von den Unternehmensverbänden in NRW für zwei Wochen kostenfrei ausleihen. Während dieser Zeit der Präsentation werden die Eltern, die für den nachhaltigen Erfolg am wichtigsten sind, zum Nachbau motiviert.

Die Schirmerschule befand es „für sinnvoll”, nur 25 Stationen auszuleihen und die Eltern zu animieren, die verbleibenend Stationen nachzubauen, weil ihre Kinder an solchen Experimenten besonders intensiv und erfolgreich lernen. Während der Schulung ist die angemessene Elternarbeit bereits besprochen worden.

Die Schule „stellt das Handwerk” und verfügt bereits über die benötigten Materialien. Nach Röthels Rechnung kosten die noch aufzubauenden Stationen, von denen es einfachere und aufwändiger gibt, im Schnitt 15 Euro. Allesamt sind stabile Holzbauten, die mit entsprechendem Zubehör ausgestattet sind.

Stationen ohne Anleitungen

Bewusst gibt es keine Anleitungen zur Handhabung der Stationen. So gilt es etwa, mit Hilfe einer Kugel auf einer Holzbahn mit verschiebbaren Balken den „längsten Weg” zu ermitteln oder durch Verlagerung zweier runder Holzteile in eine andere Perspektive festzustellen, ob sie gleich oder ungleich sind.

Bei der schulinternen Eröffnung ohne lange Reden ließen sich die anwesenden Schirmerschüler der Mittelstufe, die der Erprobung der Bahnen bereits entgegengefiebert hatten, nicht lange bitten. „Ihr habt ja gerne mit den Händen zu tun, jetzt habt ihr Gelegenheit dazu”, hatte Schulleiterin Beate Wirth-Weigelt ihre Schützlinge ermutigt.

Mithilfe der anwesenden Lehrpersonen, darunter die Klassenlehrerinnen Dorothea Schürmann und Christina Borghard sowie Projektleiter Armin Preiskowski, versuchten sie an der Kugelrampe, das Geheimnis aufwärts rollender Kugeln zu ergründen oder stellten an der Galileio-Versuchsbahn fest, dass Kugeln immer dieselbe Zeit benötigen, um an den tiefsten Punkt zu gelangen - unabhängig von der Höhe, in der sie gestartet sind. Der Bahnverlauf ist einer Zykloide (Kurve) nachempfunden. Nur dort gleichen sich Beschleunigung und der Weg, den die Kugeln zurücklegen müssen, für jede Starthöhe immer genauso an, dass sie sich jedesmal in der Mitte treffen.

Weitere Themenstationen befassen sich mit Sprachschläuchen und Richtungshören, mit Tubklängen, Farbfiltern und vielem mehr. Eines ist klar. Wer naturwissenschaftliche und technische Phänomene in Gemeinschaft und mit viel Freude hat erkunden können, wird sie im Unterricht viel besser verstehen.

Als Dauereinrichtung geplant

Konkretes Ziel der Schirmerschule ist es nun, im Anschluss an die Ausstellung bis zum 22. Dezember das Projekt als Dauereinrichtung im naturwissenschaftlichen Unterricht umzusetzen. Die Miniphänomenta wird bestimmt das Highlight am „Forschertag” sein, wenn am Dienstag, 13. Dezember, die Schirmerschule ihre Tore für die interessierten Öffentlichkeit öffnen wird.
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