Lehrerseminar als Heim für Flüchtlinge?

Von: hfs
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Das ehemalige „Königliche Lehrerseminar“ in Linnich ist als Flüchtlingsunterkunft im Gespräch. Foto: Jonel

Linnich. Wie jede andere Kommune auch muss die Stadt Linnich in den letzten Monaten verstärkt Flüchtlingen eine Unterkunft gewähren. Doch die Kapazitäten sind nahezu erschöpft. Nun kam auf der jüngsten Ratssitzung ein ungewöhnlicher Vorschlag auf.

„Was ist denn mit dem ehemaligen Lehrerseminar an der Rurdorfer Straße“, erkundigte sichHartmut Mandelartz, Vorsitzender der PKL-Fraktion. Das war eine Frage, auf die Bürgermeister Wolfgang Witkopp gleich eine Antwort wusste. Dass das ehemalige „Königliche Lehrerseminar“ in Linnich auf dem Gelände der früheren Polizeischule mittlerweile der Stadt erhalten bleibt, darauf haben sich das Land als Eigentümer und die Stadt Linnich längst verständigt. Die künftige Nutzung als „neues Rathaus-Domizil“ wurde allerdings verworfen, noch stehen die Räumlichkeiten daher leer.

Das Land ist schon aktiv

„Wir sind verpflichtet zu helfen. Warum kann man das Lehrerseminar nicht für die Unterbringung von Flüchtlingen nutzen“, wollte Mandelartz es nach dieser Auskunft genauer wissen. Er bat die Verwaltung, diesbezüglich mit dem Landesbetrieb NRW als Eigentümer Kontakt aufzunehmen.

Bürgermeister Witkopp sagte das sofort zu mit dem Hinweis, dass das Land bereits in dieser Sachen tätig sei. „Mitarbeiter des Bau- und Liegenschaftsbetriebes NRW waren bereits da, haben sich alles angeschaut, sind in dieser Sache schon aktiv geworden“, so der Bürgermeister. So ist damit zu rechnen, dass schon bald die ersten neuen Flüchtlinge nach Linnich kommen werden, um in den Räumen des ehemaligen Lehrerseminars vorläufig untergebracht zu werden.

Das sind die Räume, die noch vor Monaten von chinesischen Studenten der Fachhochschule Aachen genutzt wurden und deren Vermietung aufgegeben wurde, da es, so ließ NRW-Finanzminister Norbert Walter Borjans auf eine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Peter Münstermann seinerzeit wissen, „sich für die Unterbringung der Studenten nicht mehr geeignet hat“.

Inwieweit nunmehr Geld in das Gebäude gesteckt wird, um es wieder in einen „vermietbaren“ Zustand zu bringen, ist noch offen.

Fest steht dagegen eine neue Gebührensatzung über die Errichtung und Unterhaltung von Übergangsheimen für Asylsuchende. Denn die wurde einstimmig vom Stadtrat verabschiedet. Das betrifft die insgesamt 64 Personen, die aus Linnich, Inden und Titz im Asylbewerberheim in Gevenich untergebracht sind. Demnach bleibt der bisherige Kostenansatz von 60 Euro pro Monat und Benutzer gleich, bezogen auf jene 15 Quadratmeter Wohnfläche, die jedem Asylsuchenden zugestanden werden müssen.

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