Jülich - Leckerbissen: Andrea Schacht liest in langer Nacht der Bibliotheken

Leckerbissen: Andrea Schacht liest in langer Nacht der Bibliotheken

Von: ptj
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Andrea Schacht (l.), Autorin historischer Romane, las in Jülich. Foto: Jagodzinska

Jülich. Zur bundesweit 11. langen Nacht der Bibliotheken hielt die Stadtbücherei Jülich einen literarischen Leckerbissen bereit: Andrea Schacht, Autorin historischer Romane, las aus ihrem Jugendroman „Kyria & Reb - Die Rückkehr“, die Fortsetzung von „Kyria & Reb - Bis ans Ende der Welt“.

Das Genre ihrer „reizvollen“ Neuorientierung, bezeichnet die Autorin als Dystopie. Beim Gegenteil von Utopie handelt es sich um eine fiktionale, in der Zukunft spielende Handlung mit oftmals negativem Ausgang.

Inspiriert fühlt sich die Autorin stets dann, wenn „Widersprüchlichkeiten zu Brüchen unter der glatten Oberfläche führen“. Gerne greift sie dabei in ihren Romanen auf mutige und leidenschaftliche jugendliche Helden zurück.

Überwachungsstaat

Zur Einführung fasste Schacht die Hintergründe des ersten Bandes zusammen: Im Jahre 2125 ist im perfekt gesteuerten System „NuYu“ – ein Gedankenspiel zu New Europe – als Folge einer Pandemie ein vor allem gesundheitlicher Überwachungsstaat unter modernem Matriarchat entstanden.

„Die alte Männerreligion wurde abgeschafft“, spannte sie augenzwinkernd den Bogen zur aktuellen Sedisvakanz in der Katholischen Kirche. Junge Männer werden in NuYu mit aggressionsdämpfenden Medikamenten gefügig gemacht und haben zumeist dienende Funktion, Priesterinnen haben das Sagen.

Die behütet aufgewachsene Heldin Kyria, Tochter einer hochrangigen Politikerin, stammt aus der Oberschicht der „Electi“. Der männliche Protagonisten Reb, ein einsamer Wolf mit Herz, entstammt der rauhen Welt der „Subcultura“, der Ausgestoßenen. Dramatische Ereignisse haben die beiden, die sich normalerweise nie begegnet wären, auf der Flucht in die Freiheit zusammengeführt und später wieder getrennt.

Aus dem Folgeband, in der Kyria bereits in den Überwachungsstaat zurückgekehrt ist, las Schacht mit leiser Stimme eine bedrückende Passage in eingängigem Schreibstil aus dem Handlungsverlauf eines mörderischen Komplotts: Die Heldin und Ich-Erzählerin Kyria hält als Vertreterin ihrer Mutter eine Rede auf einem detailreich beschriebenen Herbstlaubfest und entkommt gerade noch rechtzeitig einer Attentäterin, die sie mit einer Betäubungspistole aus dem Verkehr ziehen will. An ihrer Stelle stirbt ein „kleiner Freund“.

In einer zweite Passage gewährte Schacht Einblick in Rebs Gefühls- und Gedankenwelt, der sich nach einem Unfall beim Wagenrennen in Dublin in einer Heilungsanstalt in NuYu befindet. Immer wieder durch die Presse an Kyria erinnert, fragt er sich: Wieviele Seiten hat diese Frau? Wer war sie eigentlich?“ Im Grunde seines Herzens weiß er, dass „diese Princess keine seiner zahlreichen Liebeleien war. Er könnte sie anrufen, und er hatte Angst davor“. Was die Autorin nicht verriet: „Ob die beiden sich später kriegen, das müssen Sie selbst nachlesen“.

Katzengeschichte

Nach der Pause und vor der Signierstunde stellte Schacht ihr „zweites Standbein Katzenromane“ vor. Sie las ihre Kurzgeschichte „Nadu“ aus Sicht einer selbstbewussten Katze, herausgegeben in der Anthologie „Katzenmusik und Katerstimmung: Tierisch-musikalische Geschichten“ von Elke Heidenreich. Inspiriert hat sie „ihre eigene Katze“.

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