Leader-Anlaufstelle für Bürger mit guten Ideen

Von: Volker Uerlings
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Neues Domizil für die Leader-Region Rheinisches Revier an Rur und Inde im Technologiezentrum Jülich: Die Regionalmanager Marco Johnen (rechts), Lucia Blender (links) und Dr. Maria Schoeller (2.v.l.) als Vorsitzende des Trägervereins mit Gästen bei der Eröffnung. Foto: Uerlings

Jülich. Mit Abkürzungen ist das so eine Sache. Seit 1991 gibt es das Projekt „Leader“ der Europäischen Union, aber seit 36 Jahren kommt die Übersetzung kaum jemandem unfallfrei über die Lippen: „Liaison entre actions de développement de l‘économie rurale“ (übersetzt: „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“).

So abstrakt das auch klingen mag: Dahinter verbirgt sich ein erfolgreiches Fördermodell, das nun eine feste Adresse an Rur und Inde hat, genau genommen in Jülich. Wer gute Ideen für die dörfliche Gemeinschaft hat und bestimmte Kriterien erfüllt, der kann hier auf finanzielle Unterstützung hoffen.

Auf der zweiten Etage des Technologiezentrums Jülich (TZJ) ist seit 1. April das Büro der Lokalen Aktionsgruppe des „Rheinisches Reviers an Inde und Rur“ zu finden. Mit einem Maßnahmenkatalog hat sich ein kommunaler Zusammenschluss unserer Region in der Förderperiode 2014 bis 2020 beworben und den Zuschlag erhalten. Die Lokale Aktionsgruppe firmiert als Verein und erhielt eine stattliche Mitgift aus Brüssel: Fördergelder von 3,1 Millionen Euro fließen in lokale Projekte der Gemeinden Aldenhoven, Inden, Langerwehe, Merzenich, Niederzier, Titz sowie der Städte Jülich, Linnich und Teilen von Eschweiler.

Im Sommer des vergangenen Jahres hat Regionalmanager Marco Johnen aus Jülich im Dürener Kreishaus die Arbeit aufgenommen. Nun hat er eine Regionalmanagerin an seiner Seite: Lucia Blender. „Es gab eine Zeit, in der rein äußerlich nicht viel passiert ist“, räumte Johnen bei der Büroeröffnung mit illustrer Gästeschar im Technologiezentrum ein. Aber hinter den Kulissen sei viel zu tun gewesen, Gespräche mit Interessengruppen wie den Geschichtsvereinen im November sind ein Beispiel. Vertreter von Kunst und Kultur kommen am 3. Mai im Glasmalereimuseum Linnich zusammen. Zudem wurden in der Geschäftsstelle schon über 20 Projektanträge bearbeitet, denn von der Leader-Bewerbung liegt ja ein stattlicher Katalog vor.

Eine Projektbewilligung gibt es: die mobile Brikettpresse für regionale Biomasse. Weitere stehen laut Marco Johnen kurz vor der Bewilligung. Was sind Beispiele für beantragte Projekte im ländlichen Raum? Ein Dorf-Auto, also ein fahrbarer Untersatz, der von vielen genutzt werden kann. Anträge hierfür liegen aus drei Orten vor: Merzenich-Golzheim, Inden-Frenz und Titz-Rödingen.

Förderungsfähig (mit 65 Prozent) sind Ideen aus den Themenfeldern Energie(-wende), regionaler Zusammenhalt sowie Natur- und Kulturlandschaft. Auf einem Bewertungsbogen lässt sich schnell erkennen, ob von der Form eine Förderung möglich ist. Die intensive Prüfung obliegt den Regionalmanagern und dem Vereinsvorstand, der letztlich entscheidet. Wichtig ist, dass eben auch private Mittel eingesetzt werden und sich die Idee nachher selbst trägt.

Dr. Maria Schoeller als stellvertretende Vorsitzende begrüßte in Jülich die Gäste und verdeutlichte, dass die kurze Zeit im Kreishaus nur einen Übergang darstellte. „Wir wollten schnell mitten in die Region, außerdem unabhängig von kommunalen Verwaltungen sein, und das sind wir in Jülich.“ Die Räume im TZJ seien nicht nur geographisch ideal, sondern durch die logistische Unterstützung, die diese Einrichtung bietet, bestens geeignet. Unabhängigkeit ist bei „Leader“ wichtig. „Das ist ein Bürgerprozess“, erklärt Marco Johnen. Der Jülicher und seine Kollegin Lucia Blender richten ihr Hauptaugenmerk nun darauf, die zahlreichen Gruppen, die sich einbringen können, gezielt anzusprechen. „Das geht am besten themenspezifisch“, sagt Johnen – wie im Mai in Linnich oder im vergangenen Jahr mit den regionalen Geschichtsvereinen auf Schloss Merode. Aus der Bewerbung liegen Ideen vor, die aber nicht alle „zur Ausführung kommen“. Neue Vorschläge erwünscht. Anlaufstelle ist jetzt Jülich.

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