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Lazarus-Taufe ohne donnernde Kanone

Von: ptj
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Die Taufe des Lazarus wird durch den Paten Ulrich Leuffer vom Corps de Juliers vollzogen. Auch schweres Geschütz wurde aufgefahren.
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Der Kanonendonner blieb aus.

Jülich. Einen solchen Aufmarsch des Corps de Juliers auf die Bühne des KuBa bei der traditionellen Lazarustaufe der Historischen Gesellschaft Lazarus Strohmanus hatte die Welt noch nicht gesehen.

Grund: „Pattühm“ des 314. Sohnes der Gesellschaft „Ulrickus“ ist nämlich Ulrich Leuffer „Capitaine du Genie“ im Corps ist.

„Damit die Jülich nicht in Schutt und Asche legen, wird bis heute Abend das eine oder andere französische Wort fallen“, versprach Lazarus-Präsident Heinrich Ningelgen bei der Begrüßung. „Ne schöne Einlauf“ spielten die Merzbach-Musikanten aus Koslar und Ederen, während die Historische Gesellschaft den noch verhüllten Ulrickus auf die Bühne trug. „Allemoole mit die Pupp hier oven“ stimmten das Nationallied an, das die kurze Lebensgeschichte des Lazarus Strohmanus umreißt: „Zu Jülich wied, wie altbekannt, de Lazarus jepreck...“

Natürlich gab Ningelgen den Ton an. Ulrickus ist , „jet jrößer gewoerde, sieht aus wie ein Fotomodell mit Schnäuzer“, kommentierte der Präsident, als die Strohpuppe „am höchsten Punkt“ aufgehängt worden war. Kurz darauf wurde sie allerdings wieder abgenommen. Zur „Döf“ trug das Corps de Juliers ein Fässchen „klare Schabau“ auf die Bühne, der unter der Taufgemeinschaft verteilt wurde. Auch die Marketenderinnen aus dem Corps durften mit auf die Bühne.

Ningelgen verlas den Taufnamen in drei Sprachen: In dessen Jülicher Spätlatein lautete er: „Electrum-instrumentum-construere-magister et electrum-nüper-finis-magister. Kolonus et imperator is galias cohors pro fulmen, tonitrus et tormentum-clamor. Magnificus praefectur ab corpus-is-locus-juliacum et dulcis amoenus mercatante. Dominus at is centurio magnus fistula pro pulveris at plumbum aut molare at cento: Tingere patruus id immanis, admodum-adulescens, generosus, indigena, domesticus, aurum-splendidus Ulrickus Petrus Lazarus Strohmanus libertus; elatius, fraternitmus bonus conicere“.

Auf Hochdeutsch, eine Sprache, die Ningelgen gerne mit Leuten spricht, der er „nit ligge kann“, bedeutet das nach Ningelgen: Elektromaschinenbaumeister und Elektroinstallateurmeister, Kolonist und Befehlshaber der französischen Kohorte für Blitz, Donner und Kanonengebrüll. Prächtiger Präfekt vom Corps-de-la-Place de Juliers und den lieblichen Marketenderinnen. Herr und Hauptmann der großen Rohre für Pulver und Blei oder Mehl und Lumpen. Taufpate des riesigen Blutjungen, edelmütigen, eingeborenen, einheimischen, goldig glänzenden Ulrich Peter Lazarus Stromanus, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Gut Werfen“.

Der „Doofnam em Johr 2014 op Plattdütsch“ lautet schließlich: „Meste feür heß-jelofene Strom-Motore on et provoziere von Kurtschlüß. Komandant von e paa verlofene französische Atilleriiste feür Donne on Bletz on Kanonejedöns. Wie ene Pau geschmöckte met rude Lamp am Hod, Vürrop-lofende von et Kohr met de Platt en Gülich, met de lekkere Zaldate-dajoner-pussasch feür de Funös met Flönz on Puttes. Her on Ballermann met dem jruße Rühr feür Polve on Blei, wat ever nur met Meahl on Hoddele afgefeuert wied. Pattühm vom baschtige Pannesteätje, vurnehme, hiesige, goldjeäle Uli Piter, Lazarus Strohmanus, Lebertee, Egalitee, Kamillentee. Jood Preck“.

In seinem kurzen Grußwort bedankte er sich für die hohe Ehre der Patenschaft und versprach, auf Ulrickus gut aufzupassen. Die Verantwortung übernehme er allerdings nur bis zum 4. März. Dann benässte er seine Finger mit dem klaren Schabau aus seinem Sprecksteinglas, benetzte die Stirn des Täuflings und vollzog die Taufe.

Ein fingierter Kanonendonner aus einer Kleinkanone auf der Bühne mit Hilfe einer Nebelmaschine sollte folgen. Zur allgemeinen Erheiterung war nur sehr wenig Nebel zu sehen, der allerdings deutlich nach Altöl stank. Natürlich nutzte Ningelgen die Situation für seinen augenzwinkernden Klaaf. Weiter ging es mit alten Jülicher Liedern wie „Hexenturm“ oder „Schwanenteich“ aus dem Mund von Heimatsänger Wolfgang Gehlen in Begleitung von Hans Weiergans.

Das „Original kubanische Fernsehballett“ zeigte attraktive Tanzdarbietungen – in Wirklichkeit handelte sich um das im KuBa wohlbekannte CCKG-Fernsehballett. Als zweiter Heimatsänger besang Bernd Flücken die Herzogstadt, bevor Ne komische Hellige alias Peter Kolb aus Köln die Bühne eroberte und den fulminanten Schlusspunkt setzte.

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