Rödingen - Langer Weg zum Förderverein Kulturhaus

Langer Weg zum Förderverein Kulturhaus

Von: ptj
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„Voices in Peace“ präsentierte in der ehemaligen Landsynagoge Rödingen jüdisches Liedgut aus der ganzen Welt. Foto: Jagodzinska
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Kinderexperten erklären die Exponate im Kulturhaus: Hier die Gruppe „Menora“.

Rödingen. 43 geladene Vertreter der „geballten Prominenz“ fanden sich zum Festakt anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Fördervereins Kulturhaus ehemalige Landsynagoge in eben diesem restaurierten und lebendigen Veranstaltungs- und Lernort in Rödingen ein. Das ansprechende musikalische Rahmenprogramm übernahm das Overbacher Brass-Quintett des Gymnasiums Haus Overbach von der Frauenempore aus.

Zwischen den jazzigen Beiträgen hörten die Gäste im ehemaligen Gotteshaus drei Ansprachen, bevor sie mit Sekt und Häppchen in Händen zum Austausch in den Sonnenschein des Außengeländes traten.

Bürgermeister Jürgen Frantzen betonte die Tatsache, dass das einzigartige Zeugnis jüdischer Landgemeinden in der preußischen Rheinprovinz „nicht Gedenkstätte oder Mahnmal“, sondern Kulturstätte und damit zukunftsorientiert sei. Frantzen nannte das „Sichtbar machen“ als Stärke dieses geöffneten Erlebnisraumes.

Als oberster Vertreter des Eigentümers sprach Professor Dr. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland. Er lobte den jubilierenden Förderverein als von Anfang an „zuverlässigen Partner“ und sprach der „wunderbaren, unaufgeregten und fleißigen Mitarbeiterin Monika Grübel“ seinen besonderen Dank aus.

„Der Weg war lang und nicht immer einfach“, hatte unter anderem das Innenministerium zwischenzeitlich „ein Haar in der Suppe“ entdeckt. Aber: „Wir Rheinländer fanden eine gute andere Lösung“, nämlich, „die Trägerschaft selbst zu übernehmen“.

Rückblicke mit Diashow durften im Festakt nicht fehlen. So hatte Geiser einen „Zeitstrahl für die Projektentwicklung“ aufgestellt: Bei der 1150-Jahr-Feier in Rödingen 1996 wies der ehemalige Ortsvorsteher Bert Hermanns den damaligen LVR-Landesdirektor Ferdinand Esser auf eine mögliche Eintragung des Ensembles in die Denkmalliste hin.

Im selben Jahr schaute sich Esser das Gebäude-Ensemble erstmals an. Zwei Jahre später führten interessierte Bürger, Politiker und Gemeindevertreter mit dem LVR Projektentwicklungs- und Erwerbsgespräche. 1999 kaufte der Landschaftsverband die Gebäude und entwickelte die Idee einer Stiftung.

Nach dem Scheitern des Stiftungskonzeptes wurde 2001 beschlossen, einen Trägerverein zu gründen. Im Dezember 2001 übernahm der LVR die Trägerschaft, ein Förderverein mit 14 Gründungsmitgliedern wurde ins Leben gerufen. Der Entschließungsantrag ist 2003 im Düsseldorfer Landtag „von allen Fraktionen einhellig unterschrieben“ worden.

Landesdirektor Udo Molsberger stellte im September 2004 die Sanierungspläne vor, fast genau fünf Jahre später wurden die restaurierten Gebäude übergeben. Den Förderverein sieht Geiser als Bindeglied zwischen dem Träger des LVR-Kulturhauses und der Region. Sein Zweck ist die „Förderung der Bildung sowie der Begegnung von Menschen verschiedener ethischer, religiöser und nationaler Herkunft“.

Im Bereich der Wissensverbreitung hat der Förderverein besonders die Schulen der Region im Blick. So war es keineswegs verwunderlich dass „Kinderexperten“ am Nachmittag der interessierten Öffentlichkeit Exponate der Dauerausstellung „Jüdisches Leben im Rheinland“ vorstellten. In Themengruppen postierten sie sich zu zweit oder dritt vor „ihrem Exponat“, um detailreich darüber zu informieren. Ein Beispiel ist die Themengruppe „Toraschrein“, die etwa über den Parochet, den Vorhang vor dem Torschrein aus Wolle und Leinen zu erzählen wussten. Ihren Text hatten die neun- und zehnjährigen Mädchen Lisa, Michelle und Pia auswendig gelernt. Sehr positiv reagierten die Gäste darauf, von jungen Menschen über das Thema informiert zu werden.

Zur Stärkung der Besucher wurden Reibekuchen im Außengelände sowie Kaffee und Kuchen in der benachbarten Gaststätte gereicht. Zur Entdeckungsreise durch LVR-Museen und Kulturdienststellen lud das LVR-Kulturmobil.

Ein musikalisches Kontrastprogramm boten der Männergesangverein „Eintracht“ Rödingen-Höllen und das Kölner Chorensemble aus jüdischen und nichtjüdischen Stimmen „Voices in Peace“, das sich auf jüdisches Liedgut aus Israel und der ganzen Welt spezialisiert hat.

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