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Lange Nacht der „Leseratten”

Von: ptj
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Im Zitadellenkeller: Wolfgang
Im Zitadellenkeller: Wolfgang Hommel (Buchhandlung Fischer l.) und Guido von Büren (Jülicher Geschichtsverein) werben am Brunnen für die Premiere im authentischen Gemäuer. Foto: Jagodzinska

Jülich. Beim Nachsinnen über die erfolgreiche „Harry-Potter-Nacht” in der Zitadelle wurde die Idee zur ersten „Zitadellenbüchernacht” geboren: Nach dem Konzept der beliebten „Jazznacht” haben Gäste in lockerer und zugleich stimmungsvoller nächtlicher Atmosphäre die Wahl zwischen diversen Angeboten innerhalb der Gemäuer des herzoglichen Schlosses.

Autorenlesungen finden an zwei Orten im Schlosskeller, in der Schlosskapelle und im Südostturm statt, wobei sich der thematische Bogen aus neun vorgetragenen Werken von wissenschaftlicher Fachliteratur zu spannenden Historienromanen spannt.

Die Premiere findet am 11. November von 19 bis 22 Uhr statt, zur Sessionseröffnung der Karnevalsgesellschaften und in der „Nacht der Bibliotheken”, in der mehr als 170 Büchereien landesweit ein attraktives Programm vorbereitet haben - so auch die Jülicher Stadtbücherei.

Die Rolle der Festung

In der vom Museum Zitadelle und der Buchhandlung Fischer veranstalteten „Zitadellenbüchernacht” unter Schirmherrschaft von Landrat Wolfgang Spelthahn werden folgende Werke vorgestellt: Auf die Rolle der Festung Zitadelle geht Guido von Büren ausführlich in seiner Lesung aus dem Sammelband „Der Jülich-Klevische Erbstreit 1609. Seine Voraussetzungen und Folgen” ein. Der Band enthält 17 facettenreiche Beiträge aus der Geschichte der vereinigten Herzogtümer Jülich Kleve-Berg.

Jülich-Bezug haben auch drei der 15 Beiträge aus dem dritten Band der Deutschen Gesellschaft für Festungsforschung: „Festungsbaukunst in Europas Mitte”, aus dem Andreas Kupka lesen wird. In authentischer Umgebung trägt Conrad Doose aus dem Themenband „Das italienische Jülich” mit dem Untertitel „Grundzüge im Konzept Alessandro Pasqualini für die Stadtanlage, die Zitadelle und das Residenzschloss” vor. Einzelnen Aspekten der Bauuntersuchung nach aktuellem Forschungsstand wird sich Doose besonders widmen.

Einen guten Einblick in das Leben einer Jülicher Familie zu Beginn des 19. Jahrhunderts geben die „autobiographischen Schriften” des Jülicher Landschaftsmalers Johann Wilhelm Schirmer. Weil Schirmer zunächst Jülicher Mundart sprach, wird Mundartkenner Heino Bücher Abschnitte aus dem Buch „Vom Rheinland in die Welt” lesen.

Professor Günter Bers stellt „Neue Beiträge zur Jülicher Geschichte 2011” vor: Der 23. Jahresband der Joseph-Kuhl-Gesellschaft enthält Aufsätze, Dokumentationen und Rezensionen zur Geschichte des Jülicher Landes. Konkret thematisieren die Beiträge „Carnevalsvereine” des 19. Jahrhunderts, den Ehrenbürger Kardinal Fischer, die Errichtung des Barmener Ehrenmals und geben den Bericht eines polnischen Zwangsarbeiters wieder.

Der Streckenabschnitt zwischen Köln und Jülich ist Schwerpunkt der Publikation „Via Belgica. Unterwegs auf der Römerstraße Köln - Jülich - Heerlen”, die Marcell Perse präsentieren wird. Mit Vergangenheit und Gegenwart des Jülicher Landes beschäftigt sich das „Jahrbuch des Kreises Düren 2012”, dessen Beiträge Bernd Hahne, Guido von Büren, Wolfgang Hommel, Wilfried Moll und Dr. Peter Nieveler vorstellen werden. Es geht um römische Töpfereien in Jülich, das Maibrauchtum im Jülicher Land, die Entwicklung des Schlossplatzes bis hin zum Verschwinden der Jülicher Sendeanlage und zum FH-Neubau.

Historische Romane bringen Spannung in die Büchernacht: Günter Krieger, Autor der erfolgreichen Merode-Trilogie, die in Düren, Aachen, Köln und der Eifel spielt, stellt sein Werk „Rosen für die Kaiserin” vor. Hier schildert er das bewegte Leben der früh verwitweten byzantinischen Prinzessin Theophanu (1000 n. Chr).

„Marcellus der Merowinger”

Nicht zuletzt liest Historiker und Archäologe Michael Kuhn aus „Marcellus der Merowinger”: 486 n. Chr. erlernt auf der Schwelle von der Antike zum Mittelalter der junge Romane Marcellus am Hofe des Rheinfranken Sigibert das Kriegshandwerk. Als die Krieger der Alemannen an den Grenzen aufmarschieren, um den Franken die Länder an Rhein und Mosel zu entreißen, enden seine unbeschwerten Tag der Jugend...

Wie in Kuhns Erstlingswerk, der Trilogie um den römischen Tribun Marcus Julius Maximus, ist der Handlung eine Spurensuche angegliedert. Das Programm der „Zitadellenbüchernacht” beinhaltet Gelegenheiten zum Gedankenaustausch bei Getränken und Snacks.
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