Jülich - Landwirte: „Ohne Subventionen der EU keine Qualitätswaren”

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Landwirte: „Ohne Subventionen der EU keine Qualitätswaren”

Von: hfs.
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Da auch der Brückenkopf-Park Jülich zur Pflege der heimischen Kulturlandschaft beiträgt und für die ökologische Erhaltung bestimmter Flächen sorgt, erhielt man im Jahre 2009 insgesamt 674,83 Euro Fördergeld aus dem EU-Haushalt. Foto: hfs.

Jülich. „Arbeit mit Leidenschaft”, heißt das Motto des Deutschen Bauerntages in Berlin. Der steht ganz im Zeichen der Reform der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik für die Jahre von 2013 bis 2020. Und im Zeichen der EU-Subventionen, über die am Freitag beraten wird, und die der Landwirtschaftskammer Rheinland in Bonn sehr viel Arbeit bereiten.

„Bis zum Stichtag 15. Mai sind bei uns aus NRW exakt 47.522 Anträge auf Flächenprämie eingegangen. Die werden jetzt überprüft. Und sind alle Angaben richtig, dann gibt es am 1. Dezember Geld aufs Konto.” Bernhard Rüb, Pressesprecher der Kammer, muss im Moment sehr viele Fragen beantworten. Seit Jahrzehnten dabei, kennt er sich im Prozedere der EU-Subventionszahlungen bestens aus.

Vielfältig sei dieses Gebiet, meint er, und so ist es denn nicht verwunderlich, dass unter den Antragstellern zum Beispiel auch ein SPD-Ortsverein ist. Der unterhält eine Streuobstwiese, macht für den ökologischen Erhalt der Fläche EU-Prämie geltend. „Die bekommt er, wie auch die 916 Antragsteller aus dem Kreis Düren. Vorausgesetzt, die Angaben stimmen”, sagt Rüb.

Da er weiß, dass „Bauern im Grunde genommen ehrlich sind”, werden somit im kommenden Dezember wieder rund 20,7 Millionen Euro (Zahlung 2009) von der Bundeskasse Trier in den Kreis Düren überwiesen. Die erhält die Datensätze aus Bonn, worunter sich auch die Daten von Junglandwirt Marc Flatten aus Koslar befinden.

„Ja, natürlich habe ich auch einen Beihilfeantrag ausgefüllt”, sagt der Landwirt, der zu seinen veröffentlichten Subventionszahlungen steht, aber hervorhebt, dass ein Großteil der im Kreis Düren genannten Zahlungsempfänger dort den Betriebssitz haben, „die Agrarflächen aber in ganz Deutschland verstreut liegen.”

Flatten unterstreicht, dass der bäuerliche Interessensverband hätte tätig werden müssen. „Die Zahlungen mussten erläutert werden”, macht er zum Beispiel deutlich, dass jeder Arbeitsplatz im Steinekohletagebau jährlich mit 70.000 Euro subventioniert wird, „die Agrarzahlungen an uns Landwirte aber nur 20 Prozent des gesamten EU-Subventions-Haushaltes ausmachen.”

Marc Flatten: „Nochmals: Ich würde lieber ohne Beihilfezahlungen arbeiten, wenn ich einen gerechten Lohn dafür bekommen würde. Mit 50 Prozent Unternehmergewinn wäre ich mehr als zufrieden.”

„Die staatlichen Transfers müssen aber auf den Höfen ankommen”, unterstreicht nochmals der Landtagsabgeordnete Josef Wirtz. Reagierte er auf die erste Veröffentlichung der Subventionen zuerst skeptisch, macht er jetzt nochmals deutlich, dass er gegen die Bekanntmachung nichts hat. „Aber die Zahlen müssen erklärt und kommentiert werden.”

Er macht dies an einem Beispiel deutlich: Vor den ersten Ausgleichzahlungen kassierte ein Bauer 50 Mark für einen Doppelzenter Weisen. Im Jahre 2009, so sagt Wirtz, hat er dafür genau 9,60 Euro bekommen. „Dies macht deutlich, dass der Bauer Ausgleichszahlungen bekommen muss, damit das Niveau des Weltmarktpreises erhalten werden kann. Denn schließlich soll der Bürger weiter Qualitätsprodukte kaufen können.” So sieht Wirtz die Ausgleichszahlungen als gerechtfertigt an. „Aber nur für den Landwirt, nicht für Konzerne.”
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