Jülich - Landwirt, Kommissar, Hoteldirektor: Ein Jülicher im Fernsehen

Landwirt, Kommissar, Hoteldirektor: Ein Jülicher im Fernsehen

Von: lk
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Seriendarsteller Peter Plaum ist gerne in der Jülicher Innenstadt unterwegs und wird hier auch ab und an erkannt. Foto: L. Kubiak

Jülich. Er ist Direktor eines Hotels, Landwirt, manchmal aber auch Kommissar. Klingt, als könnte man das im echten Leben nicht miteinander vereinen? Das muss Peter Plaum auch gar nicht, denn im echten Leben übt er einen ganz anderen Beruf aus. Für verschiedene TV-Formate ist er aber schon in diese unterschiedlichen Rollen geschlüpft.

Komplett verstellen müsse er sich für seine Rollen nicht, sagt der 54-Jährige. Der Text sei meist nicht exakt vorgegeben und so habe er immer einige gewisse Freiheiten, seine Figuren zu verkörpern. Aufgetreten ist er bisher in Produktionen wie „Auf Streife“, „Verdachtsfälle“ und „Köln 50667“, die auf RTL, RTL 2 und Sat 1 ausgstrahlt werden. Die Serien werden zumeist als „Scripted Reality“ bezeichnet: Sie sind fiktiv und gespielt, werden aber oft dargestellt wie eine reale Dokumentation. Häufig Anfragen

„Ich bin schon stolz auf meine Rollen“, sagt Plaum. Und heute ist die Darstellerei für ihn auch keine Eintagsfliege mehr. Die Anfragen von verschiedenen Produktionsfirmen haben zugenommen, immer häufiger ist er auf dem Bildschirm zu sehen.

Angefangen habe alles mit einer Arbeitskollegin, die selbst schon häufiger mit Fernsehproduktionen zu tun hatte und die zu ihm gesagt habe, er müsse eigentlich ins Fernsehen, erzählt Plaum. Gesagt, getan. Kurz darauf hat er sich bei einem Casting in Köln vorgestellt und wurde genommen. Einen Monat später spielte er seine erste Rolle, die eines Landwirts in der Serie „Auf Streife“.

Bei den Castings gehe es locker zu, sagt Plaum. Schnell sei man dort per Du. Bei einem Vorsprechen sollte er zum Beispiel einen Mann verkörpern, der einen alten Freund wiedertrifft und diesem berichten soll, dass es bei ihm privat, vor allem in der Ehe, alles andere als gut läuft.

Danach sollte dann das gleiche Szenario ein halbes Jahr später gespielt werden. Die meisten hätten die Szene ähnlich gespielt, wie beim ersten Mal, erzählt Plaum. Er habe der Figur aber sozusagen ein neues Leben verpasst: Ein halbes Jahr später lief alles wieder besser, die Ehe hatte neuen Schwung bekommen. Das Team, welches das Casting durchgeführt hat, sei begeistert gewesen, sagt Plaum.

Der erste Dreh fand 2014 statt. Den letzten Drehtermin hatte Plaum erst diese Woche. Über mehrere Tage stand er für eine Serie in Köln vor der Kamera. Sein Leben spielt sich momentan zwischen Köln, Hürth, Aachen und Jülich ab, wie der gebürtige Herzogenrather selbst sagt. Denn er arbeitet in Aachen, steht immer häufiger im Kölner Raum vor der Kamera und lebt in Jülich. Und genau hier wird er auf der Straße auch immer häufiger erkannt.

Erst kürzlich habe er das Gespräch eines älteren Paares verfolgt. „Das ist der doch!“, hatte er die Frau sagen hören. „Ne, das ist der nicht“, entgegnete wiederum der Mann. Erst tags zuvor sei eine Sendung gelaufen, in der er mitgespielt habe, sagt Plaum. Das passte also genau zusammen. „Die Leute erkennen mich dann, wissen aber gar nicht, wer ich im echten Leben eigentlich bin.“ Angesprochen werde er aber seltener.

Ausgefallene Hobbys

Wenn er nicht gerade vor der Kamera steht, geht Plaum gerne zwei ausgefallenen Hobbys nach: Dem Hapkido, einer Kampfsportart, und einem koreanischen Schwertkampf. Beruflich ist er im gehobenen Dienst bei der Agentur für Arbeit. Die Drehtermine nimmt er zumeist an seinen Urlaubstagen wahr. Seinem Arbeitgeber ist Plaum besonderes dankbar, denn dieser habe in aller Regel viel Verständnis für seine flexiblen Einsätze.

Was als Hobby begonnen hat, ist für Peter Plaum heute durchaus mehr. Immer häufiger bekommt er Angebote für Rollen – einige hat er auch schon abgelehnt. Jeden Charakter würde er nicht darstellen. „Eine zwielichtige Rolle würde ich nicht annehmen“, macht er deutlich.

Zuletzt spielte er einen Kommissar, eine Rolle, die ihm gefällt. Würde sich die Möglichkeit ergeben, würde er die Schauspielerei auch zu seinem Hauptberuf machen. Ein großer Traum wäre natürlich eine Rolle in einer größeren Produktion, zum Beispiel in einem Tatort.

Anfangs habe er unter einigen Bekannten als „Exot“ gegolten, erinnert sich Plaum. Die Zeiten seien heute vorbei. Die Leute würden ja sehen, dass die Schauspielerei für ihn keine einmalige Aktion geblieben sei.

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