„Landschaftsbetrachtung” von hoher Warte

Von: Otto Jonel
Letzte Aktualisierung:

Linnich. Die Mitteilung in der jüngsten Sitzung des Linnicher Stadtrates war zwei Sätze kurz: „Der Kreis Düren wird ein gemeinsames Schulkonzept für den Nordkreis Düren erstellen. Danach soll die Diskussion fortgesetzt werden.”

Diese lapidare Feststellung wird vor allem jene nicht zufrieden stellen, die vor Jahr und Tag die Schuldiskussion im ehemaligen Altkreis Jülich entfacht haben.

Von Aufbruchstimmung ist nicht mehr viel zu spüren. In Linnich hatte es deshalb zwischenzeitlich mehrfach Nachfragen gegeben. Michael Hintzen (PKL), der mit dem Jülicher Heinz Frey (JüL) zu den Impulsgebern der Schuldiskussion zählt, hatte jüngst einen Ratsbeschluss noch einmal in Erinnerung gerufen. Der habe „umgehend die Überarbeitung des Schulentwicklungsplanes unter Berücksichtigung aller Schulformen” zum Inhalt gehabt.

„Was ist umgesetzt?”, hatte Hintzen noch im Juni wissen wollen. Das war vor dem eigentlich ins Auge gefassten Gesprächstermin der Bürgermeister aus dem Nordkreis am 21. Juni, in dem der Frage nach einer Schulentwicklungsplanung (SEP) für den Nordkreis nachgegangen werden sollte.

„Termin aufgehoben”

Es hätten sich jedoch schon Überlegungen nach einer gemeinsamen Schulentwicklungsplanung für den Gesamtkreis abgezeichnet, „so dass der Termin einvernehmlich aufgehoben wurde”, hieß es seitens des Landrates. Anfang Juli ging die Anfrage an die Hauptverwaltungsbeamten der Kreiskommunen raus, wie sie zu einem kreisweiten SEP stünden. Die Antworten stehen noch aus.

Im Kreis Heinsberg liegt genau dieses vor: ein Schulentwicklungsplan für den Kreis. Die Ergebnisse der Planer wurden vor wenigen Wochen öffentlich gemacht. Einiges davon lässt auch im Kreis Düren aufhorchen.

So sehen die Planer im Kreis Heinsberg durchaus noch Bedarf an Gesamtschulen - eine im Bereich der Gemeinde Gangelt, was den Kreis Düren, salopp formuliert, überhaupt nicht juckt; die andere in Hückelhoven. Und die juckt, weil sie buchstäblich vor der Haustür der Stadt Linnich läge.

Linnich wiederum verzeichnet seit Jahren nicht nur eine erkleckliche Abwanderungstendenz über die Kreisgrenze hinweg zur Willy-Brandt-Gesamtschule in Übach-Palenberg, sondern war auch als potenzieller Standort einer weiteren Nordkreis-Gesamtschule im Gespräch.

Unabhängig von der grundsätzlichen Entscheidung, ob eine weitere Nordkreis-Gesamtschule eingerichtet wird und, wenn ja, wo, hat die Stadt Linnich ein starkes Interesse daran, als Schulstandort mit gegenwärtig zwei Grundschulen, je einer Haupt- und Realschule nicht an Bedeutung, sprich an Schülern, zu verlieren.

Bei der Erstellung des Schulentwicklungsplanes des Kreises Heinsberg hat es im Übrigen keine Abstimmung zwischen Heinsberg und der Grenzkommune im Kreis Düren gegeben, beschied Linnichs Bürgermeister Wolfgang Witkopp jüngst eine Nachfrage von Michael Hintzen.

Die Beteiligung beruhe auf Freiwilligkeit. Wie es aus dem Büro von Landrat Wolfgang Spelthahn hieß,seien nach den rechtlichen Bestimmungen die Schulentwicklungspläne mit den Planungen benachbarter Schulträger abzustimmen. „Ein weitergehender Informationsaustausch steht an.”
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