Landratskandidatur: „Der Hahn“ kommt zum vierten Mal

Von: Stephan Johnen
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Die CDU im Kreis Düren setzt erneut auf Wolfgang Spelthahn, der mit fast 96 Prozent erneut zum Landratskandidaten nominiert wurde. Zu den ersten Gratulanten gehörten der Dürener Bürgermeister Paul Larue (Mitte) und der Jülicher Josef Wirtz (MdL, rechts). Foto: Johnen

Düren/Jülich. Seine Vorzüge wurden schon gepriesen, da war Wolfgang Spelthahn noch gar nicht der offizielle Bewerber. „Ich kann mir überhaupt keinen anderen Landrat vorstellen“, sagte Dürens Bürgermeister Paul Larue am Dienstagabend zu Beginn des CDU-Kreisparteitages in Düren.

„Wolfgang Spelthahn ist gut für die Städte und Gemeinden im Kreis Düren“, ist Larue überzeugt. 95,6 Prozent der Delegierten teilten diese Einschätzung: Mit 68 Ja-Stimmen schickten die Christdemokraten den Landrat ins Rennen um den Chefsessel im Kreishaus. „Der Hahn kommt“ nun zum vierten Mal; mit diesem Slogan hatte Spelthahn seinen ersten Wahlkampf vor 16 Jahren eingeläutet.

Am 13. September tritt der 52-Jährige gegen den SPD-Landtagsabgeordneten Peter Münstermann und Walter Peters (AfD) an. Drei Delegierte stimmten gegen eine Nominierung Spelthahns.

„Jemand, der Ideen hat“

Der Parteivorstand um den Kreisvorsitzenden Thomas Rachel (MdB) hatte Wolfgang Spelthahn die Kandidatur angetragen, einen anderen Bewerber gab es nicht. „Wolfgang Spelthahn ist jemand, der Ideen hat und handelt“, sagte Rachel und empfahl seinen Parteifreunden die Nominierung des 52-Jährigen. Von der Internationalen Kunstakademie Heimbach über die Nideggener Jugendherberge, das Jugendgästehaus in Jülich sowie das jugend- und sozialpolitische Projekt „Kein Kind zurücklassen“: Viel sei bewegt werden, viele Aufgaben gelte es noch zu bewältigen.

„Der Indemann ist ein äußeres Zeichen eines neuen Weges“, nannte er den Strukturwandel als „ganz besondere Herausforderung“. Als Seitenhieb auf den Berliner Koalitionspartner SPD und Bundeswirtschaftsminister Gabriel forderte der Kreisvorsitzende und Parlamentarische Staatssekretär „Zeit für den Strukturwandel – keinen Strukturbruch“. Wolfgang Spelthahn und die CDU seien Garanten dafür.

Auch Dürens Bürgermeister geizte nicht mit weiteren Lob für den Parteifreund. Die Fusion der beiden Sparkassen, die Einrichtung der Jobcom und die Lösung des Dürener Stadthallen-Problems seien Verdienste Spelthahns. „Du hast den Generalschlüssel zur Lösung gehabt“, sagte Larue.

„Besser hätte ich mich gar nicht vorstellen können“, scherzte Spelthahn nach den Reden Larues und Rachels. Doch das Personalpronomen „ich“ verschwand danach beinahe aus der Rede. „Das ‚wir‘ ist mir wichtig“, appellierte Spelthahn an die „CDU-Familie“, gemeinsam in den Städten und Gemeinden in den Wahlkampf zu gehen und „tatkräftig mit zu kämpfen“. „Unsere Stärke liegt nicht in der Präsentation einzelner Personen. Wenn wir zusammenstehen, sind wir beinahe unschlagbar. Unsere Stärke liegt in der Gemeinschaft“, ist Spelthahn überzeugt.

Die Ausgangslage im Kreis Düren sei nicht leicht. „Tausende Arbeitsplätze sind über Nacht gefährdet“, kritisierte Spelthahn die in Berlin diskutierte „Klimaabgabe“ für Kohlekraftwerke, die das Aus für die Braunkohle bedeuten könne: „Wir sagen nicht kritiklos ‚Ja‘ zur Braunkohle, aber wir fordern Verlässlichkeit bei einem strukturierten Übergang.“

In Zukunft müsse es auch gelingen, die Haushalte zu konsolidieren. „Da haben wir auch keine großen Fortschritte gemacht“, räumte Spelthahn ein. Angesichts stetig steigender Kosten für Sozialausgaben fordert er, nicht zwischen freiwilligen und pflichtigen, sondern sinnvollen und falschen Ausgaben zu unterscheiden.

„Wir wollen mehr Personal im sozialen Bereich einstellen“, erklärte Spelthahn. Denn ein Schwerpunkt soll die Sozial- und Familienpolitik werden. Trotz sprudelnder Steuereinnahmen seien die sozialen Sicherungssysteme „bis zum Zerreißen gespannt“, die Jobcom betreue kreisweit 23.000 Menschen in Bedarfsgemeinschaften, darunter 7500 Kinder. „Wir brauchen einen Paradigmenwechsel“, forderte Spelthahn.

Es sei sinnvoller, „rechtzeitig mehr Geld in die Vorsorge zu stecken“, beispielsweise in die Schulsozialarbeit. Auch müsse es in einer älter werdenden Gesellschaft gelingen, Familien besser zu unterstützen, damit Menschen möglichst lange selbstbestimmt zu Hause leben können. Zudem will er den Nahverkehr ausbauen und den Kreis Düren als attraktiven Wirtschaftsraum bewerben.

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