Landrat will eine Arena auch für den Nordkreis

Von: Karl Stüber
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Zukunftsmusik: Das alte Rathaus im Herzen Jülichs könnte repräsentativer Zugang zu einem kommunalen Dienstleistungszentrum nebst Veranstaltungs- sowie Tagungsstätte werden. Foto: Stüber

Jülich. Das von Landrat Wolfgang Spelthahn ins Gespräch gebrachte kommunale Dienstleistungszentrum für Jülich und Umgebung birgt noch deutlich mehr Potential als ursprünglich gedacht. Eigentlich stellt das neue Zentrum „nur” eine Alternative zur aufwändigen Sanierung des alten „Neuen” Rathauses an der Großen Rurstraße dar.

Derzeit prüft die Verwaltung auf Antrag der CDU-Fraktion das Vorhaben auf Machbarkeit.

Spelthahn stellte jetzt im Gespräch mit der Lokalredaktion eine viel weiter führende Idee vor. Jülich fehlt nach Abriss von Haus Hesselmann am westlichen Stadteingang und angesichts des Zustands der alten Stadthalle an der Düsseldorfer Straße eine angemessene Veranstaltungsstätte für mehrere Hundert Gäste.

Spelthahn schlägt deshalb vor, ein Dienstleistungszentrum nebst Veranstaltungsstätte und gemeinsam nutzbarer Infrastruktur wie Gastronomie und Parkplätze zu bauen. Angesichts der gut verlaufenenen Gespräche mit dem Liegenschaftsbetrieb über einen möglichen Umzug der Polizeiwache von der Neusser Straße in das noch zu errichtende Diensleistungszentrum sei dieser Gedanke entstanden.

Spelthahn schwebt ein Konferenz- und Schulungszentrum vor, dessen Räume teilweise durch Wegfahren von Trennwänden bis zu einer 700 bis 800 Plätze bietenden Halle zusammengefasst werden können.

Infrastruktur mehrfach nutzen

Neben dem „Ankermieter” Polizei, der Stadtverwaltung sowie Zweigstellen der Kreisverwaltung (Verkehrsamt, Pflegeberatung etc.) könnte auch die Job-com im kommunalen Dienstleistungszentrum unterkommen. Die für die Versorgung der Bediensteten tagsüber benötigte Gastronomie würde am Abend bei Veranstaltungen in der nahen Hallen oder Schulungsmaßnahmen (etwa von VHS oder Firmen) die Verköstigung der Teilnehmer bzw. Gäste übernehmen.

Während tagsüber Bedienstete und Kunden des Dienstleistungszentrums die Parkplätze nutzten, könnten dort am Abend die Besucher des Schulungszentrums bzw. der neuen Stadthalle ihre Fahrzeuge abstellen. Bei so viel „Verkehr” würde der Standort auch für weitere Investitionen interessant, wenn das noch in Aussicht zu nehmende Areal entsprechenden Platz böte.

Spelthahn erinnert an das so genannte „Boarding”-Haus-Konzept zur Unterbringung von auswärtigen Besuchern, etwa auch von Gastwissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich. Damit verbunden wäre ein Hotel mit einem Anteil an fest reservierten Appartments bzw. Wohneinheiten. „Je mehr Zielgruppen im Gesamtkonzept berücksichtigt und je sicherer die Auslastung von Dienstleistungsangeboten werden, desto attraktiver wird dies für Investoren”, wirbt der Landrat für eine marktgerechte Konzeption, um privates Geld „zu gewinen”.

Bleibt als nur eine von vielen zu klärende Frage die nach dem Standort. Laut Spelhahn biete der Walramplatz durchaus Möglichkeiten. Auch die Fläche des „Neuen” Ratshauses komme in Betracht. Von besonderem Reiz sei das alte (zu erhaltende) Rathaus und die dahinter befindliche Liegenschaft. Mit dieser Konstellation hatte bereits die Sparkasse geliebäugelt, bevor dann doch der Standort am Schwanenteich saniert wurde.

Ausgleichende Gerechtigkeit

Spelthahn ist auf Gleichbehandlung von Nord- und Südkreis bedacht. Mit dem vorgeschlagenen Konzept würde nach Düren auch Jülich seine „Arena” bekommen. Und der Landrat hat auch schon einen Arbeitstitel für das Projekt: „Indeland-Funktionshalle”. Auf diese Weise würde natürlich auch für die Restsee-Lösung des Tagebaus Inden geworben.
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