Titz - Landgemeinde ist Vorreiter in Sachen Barrierefreiheit

Landgemeinde ist Vorreiter in Sachen Barrierefreiheit

Von: ptj
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Beispielhafte Vertragsunterzeichnung im Titzer Rathaus: (v.l.) Matthias Walldorf (VdK), Anke Schwarze (Landesbehindertenrat), Susanne Fähndrich (Schwerhörigenbund), Hans Schüller (VdK), Beigeordneter Jürgen Frantzen und Bürgermeister Josef Nüßer. Foto: Jagodzinska

Titz. „Wir sind die erste Gemeinde im Kreis Düren, die eine solche Zielvereinbarung abschließt”, darauf sind alle Vertragspartner besonders stolz. Die Rede ist von einer Vereinbarung nach dem Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) NRW zwischen der Gemeinde Titz, dem Sozialverband VdK (Landes- und Kreisverband), dem Landesverband des Deutschen Schwerhörigenbundes und dem Landesbehindertenrat NRW.

Die Gemeinde Titz verpflichtet sich im Sinne des § 4 BGG NRW zur Verbesserung der barrierefreien Nutzbarkeit der öffentlichen zugänglichen Bereiche im Rathaus.

Bis Jahresende wird die zum Haupteingang führende Rampe mit rutschfesten Handläufen beidseitig nachgerüstet, die Beleuchtung im Treppenhaus verbessert, Trittstufen in Treppenhaus und Außentreppe kontrastreich markiert. Für die Amtsräume werden mobile Hörhilfen angeschafft, die Toilette im Erdgeschoss wird barrierefrei umgebaut.

Kontrastreiche Markierung

Zu den mittelfristigen Maßnahmen, umzusetzen bis Ende 2011, zählen automatische Glasschiebetüren sowie Klingel- und Gegensprechanlage zum Bürgerservice. Besonderer Wert wird generell auf kontrastreiche Markierungen, bessere Ausleuchtung und Vergrößerungen von Hinweisschildern gelegt.

Bis Ende 2013 schließlich soll ein Außenhubaufzug links neben dem Eingang errichtet sein. Eine Induktionsschleife oder adäquate Technik und eine guten Akustik im Ratssaal soll Schwerhörigen dienen, die nach Bekunden von Susanne Fähndrich vom Schwerhörigenbund „immer vergessen werden”.

Die Zielvereinbarungen begleitet hat Anke Schwarze als Referentin der „Agentur Barrierefreiheit NRW”, deren Aufgabe die Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes NRW ist. Nach einer „Nettoverhandlungszeit” von nur acht Monaten sprach sie gemeinsam mit Susanne Fähndrich, Matthias Walldorf und Hans Schüller (letztere vom VdK) ein dickes Lob aus: „Die Vertreter der Gemeinde Titz zeigten stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Behinderten.”

Laut Bürgermeister Josef Nüßer brachte das Konjunkturprogramm der Bundesregierung durch Mittel zur infrastrukturellen Verbesserungen in der „desaströsen kommunalen Haushaltssituation” den Durchbruch. „Das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen hat eine gewisse Lücke”, lautete seine Kritik an die Bundesregierung.

Beigeordneter Jürgen Frantzen betonte die konstruktive Zusammenarbeit mit den Verbänden behinderter Menschen, mit denen „in gutem Geiste” Gespräche geführt worden seien.

Die Gesamtkosten der umzusetzenden Maßnahmen schätzte er auf 200.000 Euro. „Die Verbesserungen werden nicht nur behinderten Menschen zugute kommen”, darüber herrschte Einigkeit.
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