Land genehmigt Primusschule Titz

Von: Volker Uerlings
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Freuen sich über den Landesbescheid, der dem Schulstandort Titz eine Zukunftschance einräumt (v.l.): Bürgermeister Jürgen Frantzen, Grundschulleiterin Anja Schüürmann, Hauptschulleiterin Stefanie Törkel-Howlett und Beigeordneter Christian Canzler. Foto: Uerlings

Titz. Wenn im Herbst 50 Eltern ihre Kinder in der Primusschule Titz anmelden, dann ist der weiterführende Schulstandort im hohen Norden des Kreises auf absehbare Zeit gerettet. Schulministerin Sylvia Löhrmann hat gestern den Schulversuch in sechs weiteren von 21 Kommunen des Landes – darunter Titz – genehmigt. Die Primusschule unterrichtet die Jahrgangsstufen 1 bis 10 unter einem Dach und folgt konzeptionell skandinavischen Vorbildern.

Die Titzer Grundschulleiterin Anja Schüürmann erklärt es so: „Die Primusschule bedeutet Kontinuität und dass die Kinder nicht aussortiert werden.“ Es sei denn, die Eltern wünschen eine andere Schulkarriere zum Beispiel ab Jahrgangsstufe 5 auf einem Gymnasium.

Weil der Titzer Schulversuch eben viele Optionen eröffnet, sind sowohl Bürgermeister Jürgen Frantzen, der Titzer Beigeordnete Christian Canzler, Stefanie Törkel-Howlett (Leiterin Hauptschule) und Grundschulleiterin Schüürmann davon überzeugt, dass die letzte Hürde genommen wird. Im Schuljahr 2014/2015, für das schon in Kürze Anmeldungen entgegengenommen werden, gibt es 68 Kinder in der Gemeinde Titz. 50 davon müssten auf der Primusschule angemeldet werden, um die Zweizügigkeit zu erfüllen, die Bedingung ist.

„Wir sind sehr zuversichtlich und werden das aus eigener Kraft schaffen“, sagte gestern ein strahlender Bürgermeister, der die vielen Bemühungen um den Erhalt des Schulstandortes nach einigen Rückschlägen wie dem Scheitern der gemeinsamen Sekundarschule Linnich/Titz nun kurz vor dem Erfolg sieht. „Das ist ein wunderbarer Tag für die Landgemeinde“, jubelte Frantzen.

Innerhalb von zwei Wochen vor den Sommerferien hatten Rat, Verwaltung und vorhandene Schulen in Titz den Weg zur Beantragung der Primusschule frei gemacht. Elternbefragung inklusive. „Hierbei haben sich mehr als zwei Drittel für eine Anmeldung an einer Primusschule ausgesprochen“, führt Frantzen ein weiteres Indiz für seinen Optimismus ins Feld. Entscheidend ist jedoch letztlich das offizielle Anmeldeverfahren.

Ganz grob erklärt, versucht die Primusschule, Kinder gemäß ihrer Stärken und Schwächen individuell zu fördern und gleichzeitig auch voneinander lernen zu lassen. Ein „individuelles pädagogisches Konzept“ lag dem Antrag zugrunde, das die Leiterinnen der Bestandsschulen erarbeitet haben.

Die neue Schulform soll von Klasse 1 bis 3 im Offenen Ganztag geführt werden, danach im „Gebundenen Ganztag“. Letzteres bedeutet, dass die Kinder an einem oder mehreren Tagen gebunden wären, die Angebote der Schule bis zu einer bestimmten Zeit wahrzunehmen.

Anmeldungen könnten auch von Eltern außerhalb der Gemeinde angenommen werden, wenn Beschulungsvereinbarungen bestehen. Das ist im Falle von Jülich in kleinem Rahmen geschehen. Das ist keine Einbahnstraße: Da die Primusschule zu allen Abschlüssen führen soll, ist auch ein Kooperationspartner für die Oberstufe notwendig. Frantzen: „Unser erstes Angebot, eine Kooperation zu vereinbaren, wird dem Gymnasium Zitadelle Jülich gelten.“

Grundsätzlich legen sich Eltern mit einer Anmeldung an der Primusschule nicht fest, sagte Stefanie Törkel-Howlett: „Ein Wechsel ist jederzeit möglich, wenn jemand nicht zufrieden ist.“ Dann könnten auch die mit anderen Schulen vergleichbaren Zeugnisse ausgestellt werden. „Wir setzen aber auf die hohe Identifikation mit dem neuen Konzept in Titz.“

Wenn die Primusschule kommt, müssten die Grundschule mit den Standorten Titz und Rödingen sowie die Hauptschule definitiv auslaufen.

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