Lärm im Garten und Krach mit dem Nachbarn

Von: Sarah Maria Berners und Sascha Schiffer
Letzte Aktualisierung:
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Solche Geräte brauchen nur Profis. Das Landesumweltamt rät Besitzern kleiner Gärten beispielsweise, die leiseren Elektrogeräte zu nutzen. Foto: smb

Kreis Düren. Vielleicht kennen Sie das auch: Die Arbeit im Garten ist getan, der Rasen gemäht, das Laub aufgesaugt, die Kanten getrimmt. Endlich ist es Zeit, sich mit einer Tasse Kaffee hinzusetzen, ein Buch zu lesen, das Vogelgezwitscher zu genießen.

Und just in dem Moment greift der liebe Nachbar zur Kettensäge und setzt an seinen Bäumen zum Pflegeschnitt an. Ab dem Frühjahr führt der Betrieb von nicht ganz geräuschlosem Gartengerät immer wieder zu Beschwerden wegen Lärmbelästigungen bei den Ordnungsämtern und manchmal auch zum handfesten Nachbarschaftsstreit.

Ein Problem, das in der Gemeinde Titz im Frühling und Sommer Alltag ist. „Ab März häufen sich die Beschwerden wieder. Im Herbst und Winter haben wir vier bis sechs Beschwerden wegen Lärmbelästigung pro Monat. Richtung Sommer verdoppelt sich die Zahl“, erklärt Guido Pungg vom Ordnungsamt der Gemeinde Titz. „Ich hatte gerade noch ein Gespräch wegen einer Lärmbelästigung durch einen Rasenmäher.

Der Rasenmäher zur Mittagszeit ist das Hauptproblem Nummer eins“, ergänzt er. Damit die Bürger auch sicher sein können, wann und ob sie das Recht haben, sich zu beschweren, können sie sich auf der Internetseite der Gemeinde Titz unter der Rubrik Ortsrecht und der dazugehörigen Datei „Ordnungsbehördliche Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ informieren.

„Als Grundregel gilt: Jeder hat sich so zu verhalten, dass andere nicht mehr als nach den Umständen unvermeidbar durch Lärm belästigt und beeinträchtigt werden.“ Will heißen: Wenn der Rasenmäher zu einer anständigen Zeit läuft und das den Nachbarn stört, dann hat dieser Pech gehabt. Läuft der Rasenmäher aber am Sonntagmorgen, dann dürfen die Nachbarn sich zu Recht beschweren.

Während wohl jeder schon mal zu einem geräuschvollen Gartengerät gegriffen hat, dürfte noch fast niemand in die rechtlichen Werke geschaut haben, die deren Gebrauch regeln. Das sind nämlich die „Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung“, das Landesemissionsschutzgesetz sowie das Gesetz über Sonn- und Feiertage. Die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung gilt für sage und schreibe 57 Geräte - vom Betonmischer und Hydraulikhammer bis hin zu Kettensägen, Rasenmäher, Heckenscheren und Laubbläsern.

Sonntags muss es still sein

„An Sonn- und Feiertagen dürfen motorgetriebene Maschinen überhaupt nicht laufen“ sagt Pungg. Wer jetzt aber glaubt, ansonsten ganztägig zu jeglichen Geräten greifen zu können, der irrt. Denn für Freischneider, Grastrimmer/Graskantenschneider (mit Verbrennungsmotor), Laubbläser und Laubsammler gibt es Sonderregelungen. Sie dürfen in Wohngebieten erst ab 8 Uhr laufen und müssen eine Mittagsruhe von 12 bis 15 Uhr einhalten. Dies gilt jedoch nicht, wenn sie ein EU-Siegel haben. Sind sie mit dem EU-Umweltzeichen versehen, steht der Gartenarbeit zwischen 8 und 20 Uhr nichts im Wege.

Betrachtet man nicht die reinen Wohngebiete, sondern ein Misch- oder Dorfgebiet, in dem auch Gewerbe zulässig ist, greift dort die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung nicht. Dann sind die beiden anderen Regelungen an der Reihe. An Sonn- und Feiertagen sind aber auch dort alle ruhestörenden Arbeiten verboten, sofern nicht eine Ausnahmegenehmigung vorliegt. Außerdem sind Tätigkeiten, die die Nachtruhe stören können, zwischen 22 und 6 Uhr verboten.

Damit es aber gar nicht zu Streitereien und Beschwerden kommt, rät Pungg: „ Man sollte erst einmal miteinander reden und sich unter den Nachbarn absprechen. Wenn das aber alles nicht funktioniert, dann kann man sich an die Behörden wenden.“ Für die Mitarbeiter der Behörden ist es auch nicht immer einfach, wenn die Bürger „auf dem Rücken der Ordnungsämter ihren Kleinkrieg austragen“, erklärt Pungg. Daher sollte man zu dieser Jahreszeit mehr Rücksicht aufeinander nehmen und nicht bei jedem kleinen Lärm direkt das Ordnungsamt anrufen.

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