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„La Cumparsita“: Südamerikanische Rythmen im KuBa

Von: ptj
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„Tango Uruguayo“ im KuBa: Das Duo „Got@n.uy“ verzauberte zum zweiten Mal das Jülicher Publikum im gut gefüllten Saal des KuBa. Foto. Jagodzinska

Jülich. „Seit jenem Tag, als du weggingst, fühle ich Leid in meiner Brust, sag‘ mal, Liebste, was hast du mit meinem armen Herz gemacht?“ Mit dem berühmtesten Tango der Welt, „La Cumparsita“, startete das erstklassige Tango-Duo „Got@n.uy“ aus Montevideo/Uruguay im Rahmen seiner 10. Konzert-Tournee durch Deutschland sein gut zweistündiges Konzert.

Dort gab es den Tango in seinen vielfältigen Ausdrucksformen. Auf vielfachen Wunsch hatte Marejke Barkhoff vom Verein „Kultur ohne Grenzen“ in Kooperation mit dem Kulturbahnhof ein zweites Mal im Saal des KuBa ein Konzert mit dem Tango-Duo organisiert.

Wie Gitarrist Pablo Campora sogleich betonte, sind neben „La Cumparsita“ auch die schönste Milonga und der schönste Walzer, die beide ebenfalls zum Genre des Tango zählen, von uruguayischen Komponisten geschrieben worden.

Das professionelle Duo, das aus Campora und Pianist Gonzalo Gravina besteht, nennt sich „Gotan“, was eine Silbenumkehrung aus „Tango“ ist. Im „Argot und der Ganovenwelt“ sei „Gotan“ gebräuchlich. Die Endsilbe „Uy“ ist die Internetkennung für Uruguay. Jeder Tangotänzer kennt die „Hymne der Melongas“ vom Uruguayer Pintín Castellanos: „La Pualada“ (der Dolchstoß).

Schnelle folkloristische Sequenzen wechseln hier mit gedehnteren Klavierpassagen und Schlagrhythmen ab. Auch der schönste kreolische Walzer stamme aus uruguayischer Feder: Rosita Melo schrieb „Desde el alma“ (Aus der Seele), ein Stück über die Mutterliebe.

Gesungen wurde allerdings nicht, allein das einfühlsame und dynamische Zusammenspiel von Gitarre und Klavier in großer Authentizität verlieh Tangos, Milongas und Walzern mit eingeflochtenen Tangoelementen Leben.

Ritueller Sklaventanz

Wissenswert ist, dass die Milonga mit durchgängig treibendem Rhythmus aus der „Candombe“ entstanden ist, einem rituellen Tanz der afrikanischen Sklaven. Und natürlich, wie Campora betonte, dass der Tango „aus dem Rio de la Plata zwischen Buenos Aires und uns“ stammt. Nach dem „Tango Uruguayo“ waren im zweiten Konzertteil moderne Tangokompositionen Thema.

Zu nennen ist hier in erster Linie der Argentinier Astor Piazolla, der den traditionellen „Tango Argentino“ zum „Tango Nuevo“ weiterentwickelte. Hat er damit den Tango zerstört? Hier haben Campora und Gravina ganz eigene Auffassungen und Arrangements entwickelt, die dem Publikum im gut gefüllten Saal sehr gefielen.

Erstmalig wurde Got@n.uy 2012 in Uruguay für die „Graffiti Awards“ in zwei Kategorien nominiert: Seine CD „Tango del Uruguay“ wurde als „Bestes Album Tango“ und „Bestes Album Instrumentalmusik“ ausgewählt.

Campora studierte klassische Gitarre bei verschiedenen Meistern auf internationaler Ebene. Gravina ist Pianist, Komponist und Dozent. Seit 1981 spielt er regelmäßig mit den erfolgreichsten Musikern Uruguays.

Sicher wird das begeisterte Jülicher Publikum wieder nach dem Tango-Duo verlangen.

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