Kurs der Polizei: Einfache und effektvolle Techniken eingeübt

Von: ma.ho.
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Hahn im Korb: Polizeihauptkommissar Marco Mock (Bildmitte) mit den Teilnehmerinnen des Selbstbehauptungskurses, den das Kommissariat Prävention und Opferschutz in Linnich veranstaltet hat. Foto: Horrig

Linnich. Mit der Jiu-Jitsu-Abteilung des Polizei Turn- und Sportvereins Linnich bot die Kreispolizeibehörde (KPB) Düren am letzten Juniwochenende einen ganz speziellen Kurs an. „Selbstbehauptung für Mädchen und Frauen“.

Gerade diese Gruppen sind es, die häufig Situationen ausgesetzt sind, in denen sie sich klar abgrenzen müssen. Das geht von verbale Anspielungen oder „versehendlichen“ Berührungen bis hin zu massiven körperlichen Übergriffen.

Effektiver Schutz

An dieser Stelle werden Sicherheit und Selbstsicherheit für viele Frauen und Mädchen immer notwendiger. Aufklärung, selbstbewusstes Auftreten und die Erkenntnis, dass Frauen sehr wohl in der Lage sind, sich zu wehren und effektiv vor Übergriffen zu schützen, sollen sie hierbei unterstützen.

21 Mädchen (ab 14 Jahre) und 16 Frauen meldeten sich zu diesem Kurs an, der im Regionalen Trainingszentrum der Polizei NRW in Linnich angeboten wurde. Zur Einführung in den Lehrgang hielt Kriminalhauptkommissarin Marion Laßka vom Kommissariat Prävention und Opferschutz an beiden Tagen zielgruppenorientiert Vorträge zu den Themen Tatorte, Tätergruppen, Opfer und zum richtigen Verhalten oder in welchen Fällen überhaupt Notwehr vorliegt.

Im Anschluss an die Theorie wechselten die Verantwortlichen in die Praxis mit diversen Übungen zur Stärkung des Selbstbewußtseins und eines selbstsicheren Auftretens. Als Trainer und Moderatoren fungierten Frank Berger (Trainer Jui-Jitsu Erwachsene/ Jugendliche), Nadine Müller (Trainerin Jui-Jitsu Kinder/ Jugendliche) sowie Polizeihauptkommissar Marco Mock von der Kreispolizweibehörde Düren (Trainer Jui-Jitsu Kinder/ Jugendliche).

Einfache und gleichzeitig effektvolle Techniken verdeutlichten den Teilnehmerinnen ihre Möglichkeiten zur Selbstverteidigung. Die erfahrenen Trainer bereiteten die Mädchen und Frauen auf mögliche Gefahrensituationen vor, in denen sie dann schnell handeln können.

„Blackman“ vermöbelt

Natürlich gehörte das Erkennen und Vermeiden einer solchen Situation ebenfalls zum Trainingsprogramm. Das richtige „Schlagen“ und „Treten“ übten alle am so genannten „Blackman“, einem Ganzkörperschutzanzug, den einer der Trainer übergestreift hatte. Diese Übungen machten den Teilnehmerinnen besonders viel Spaß.

Im Verlauf des Kurses sammelte sich eine Menge an Fragen rund um das Thema, die von den Trainern entsprechend beantwortet oder kurzerhand mit passenden Lösungsansätzen praktisch vorgeführt wurden. An beiden Tagen herrschte gute Stimmung und alle Teilnehmerinnen gaben durchweg positive Rückmeldungen.

Einfluss auf Tatverlauf nehmen

Der Glaube an den fremden brutalen Täter, der plötzlich und unerwartet aus der Dunkelheit auftaucht und zuschlägt, hat sich bei vielen Frauen festgesetzt. Wenige wissen, dass vor dem eigentlichen körperlichen Angriff des Täters Aspekte stehen, deren Kenntnis Möglichkeiten bietet, auf den weiteren Tatverlauf Einfluss zu nehmen.

In diesem Sinne gilt es künftig, Grenzen zu setzen und ein „NEIN!“ körpersprachlich, verbal oder auch mit körperlichen Techniken deutlich zu machen. Der Kurs hat gezeigt, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, sich davor zu schützen, Opfer einer Straftat zu werden.

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