Kunstwerke aus Frauenhand in Jülich

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Beim Kunsthandwerkerinnenmarkt auf dem Jülicher Schlossplatz werden am 10. und 11. Juni bis zu 30000 Besucher erwartet, die das Schaffen kreativer Frauen erleben. Foto: Stadt Jülich

Jülich. Fest in Frauenhand ist die „grüne Stube“ Jülichs – der Schlossplatz – am 10. und 11. Juni jeweils von 11 bis 18 Uhr zum mittlerweile 24. Kunsthandwerkerinnenmarkt – einem der erfolgreichsten Märkte in Deutschland.

Doch das Grün der imposanten Kastanienbäume neben der Jülicher Zitadelle ist nur eine Nuance der bunten Vielfalt, die auch in diesem Jahr die über 30.000 erwarteten Besucher verwöhnen wird – und das sowohl im wörtlichen als auch übertragenen Sinne.

Knallig rote Hüte, strahlend blaue Klangobjekte, leuchtend gelbe Seifen, zart lila Lavendel sprechen sowohl Auge, Haut, Nase und Ohren an. Hochqualitative und exklusive Kunst, von Frauenhand gefertigt, kann hier mit allen Sinnen genossen werden: Bildhauerinnen, Schreinerinnen, Malerinnen, Hutmacherinnen, Töpferinnen und Goldschmiedinnen haben ihre Werke selbst gefertigt und stellen sich, ihre Arbeit und Produkte vor. Je individueller das Gewerk und je älter und verloren geglaubter das Handwerk ist, desto mehr Augenmerk erreichen die Künstlerinnen.

Wo kann man heute noch Besenbinderinnen, Seifenmacherinnen oder Kerzengießerinnen bei der Arbeit zusehen und ihre zu Kunstwerken gewordenen ursprünglichen Alltagsgegenstände erwerben? Auf dem Jülicher Kunsthandwerkerinnenmarkt sind sie alle zu finden.

Ob Keramik, Holz, Papier, Emaille, Filz, Glas, Leder oder Metall – die beim jeweiligen Kunsthandwerk verwendeten Materialien sind ebenso vielfältig wie die Verwendungsmöglichkeiten – für Haus und Garten, zum Anziehen und Angucken, zum Anhören und Aufessen, zum Draufsitzen und Darunterliegen, zum Unter-den Arm-Klemmen und Um-den-Hals-Wickeln... Fast alles sind unverwechselbare Unikate – wie auch die Ausstellerinnen, von denen alljährlich einige hier ihren ersten Versuch in die Öffentlichkeit wagen und andere den Jülicher Markt als Sprungbrett für eine kreative Karriere und Geschäftsidee nutzen konnten.

Was im Jahr 1994 als Idee der Gleichstellungsbeauftragten ins Leben gerufen wurde, hat sich mittlerweile zu einer Großveranstaltung entwickelt, die Besucher und ausstellende Künstlerinnen nicht nur aus der Region, sondern auch weit darüber hinaus anlockt.

Von Jahr zu Jahr ist die Anzahl der Bewerberinnen um einen der begehrten rund 250 Standplätze gestiegen. Das Ergebnis ist Programm: Eine immer wieder neue Mischung aus traditionellen und neuen Angeboten macht den Reiz der Veranstaltung aus.

Neu in diesem Jahr sind beispielsweise Saxoflöten aus ausgesuchtem und speziell bearbeiteten Bambus. An ihrem Stand zeigt die Musikerin die kleinen Instrumente, die wie Blockflöten aussehen. Wer die Instrumente, die vor Ort auch von der Künstlerin gespielt werden, hört, denkt an ein Saxofon oder an eine Klarinette.

Dieser erstaunliche Klang wird von einem Rohrblatt erzeugt, das sich auf dem Mundstück der Flöte befindet. So entsteht in Handarbeit ein individuelles, leichtes und auch robustes Musikin­strument.

Die Besucher können sich darauf verlassen, hier eine einzigartige Mischung aus traditionellem und modernem Kunsthandwerk zu finden. Das Besondere daran: die Frauen präsentieren nicht nur ihre Kunstwerke, sondern – soweit möglich – auch ihre Herstellung. Natürlich werden auf dem Jülicher Kunsthandwerkerinnenmarkt viele Exponate verkauft, doch das Besondere des Marktkonzeptes ist, dass hier die Künstlerinnen, die den Verkaufsgegenstand mit eigener Hand fertigten, vor den Besuchern stehen.

Die Ausstellerinnen finden sich hier unter einer Vielzahl Gleichgesinnter wieder und vor allem ein Publikum, das ihre Kunst zu schätzen weiß und manch weiten Weg auf sich genommen hat, um in diese Kreativ-Oase ein- und mit kunstgewerblichen Exponaten bepackt wieder aufzutauchen.

Von Anfang an war der Kunsthandwerkerinnenmarkt jedoch nicht nur kreativer Schmelztiegel, sondern auch Begegnungsstätte – mit musikalischer und kulinarischer Verköstigung.

Ob afrikanische gebackene Bananen oder am reichlich gedeckten Kuchenbuffet: Mitten im Getümmel findet sich eine gastronomische Insel, die zum Verweilen und Genuss zahlreicher kulinarischer Köstlichkeiten – natürlich auch aus Frauenhand – einladen. Wer erst zu Hause seinen Gaumen verwöhnen möchte, findet in der „Grünen Ecke“ zahlreiche lukullische Kunstwerke: Liköre und Öle, Teigwaren, Käse, Dips, Kräuter und Pflanzen – zum Probieren und Mitnehmen.

Bereits im vierten Jahr wird dieses kulturelle Ereignis an zwei Tagen gefeiert. So bleibt mehr Zeit und Gelegenheit zum Suchen, zum Stöbern, zum Staunen - und zum Genießen.

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