Jülich - Kunstverein Jülich startet Projekt in Pflegeeinrichtungen

Kunstverein Jülich startet Projekt in Pflegeeinrichtungen

Von: jan
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Der Kunstverein Jülich, Angehörige der verstorbenen Künstlerin und Vertreter der Einrichtungen stellen ihr Projekt im Hexenturm Foto: Jansen

Jülich. Der Kunstverein Jülich plant ein Projekt mit drei Alten- und Pflegeeinrichtungen aus dem Kreis Düren. Unterstützt von drei Künstlern sollen die Menschen in den Einrichtungen selbst zu Kunstschaffenden werden.

Finanziert wird das Projekt, das noch in diesem Jahr beginnen soll und für das noch zwei Künstler gesucht werden, mit Geld, das mit dem Verkauf der Bilder der verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden des Vereins, Dr. Birgit Leyens, zusammengekommen ist.

„Das Kunstprojekt soll mehr sein als eine reine Beschäftigungstherapie“, sagt Lucas Leyens, der Neffe der verstorbenen Künstlerin, der im Mai die Auktion ihrer Bilder initiiert hatte, bei der 2100 Euro zusammengekommen waren. Mit diesem Geld sollen jetzt jeweils fünf Termine an den drei Einrichtungen möglich werden, an denen die Bewohner, Patienten und Gäste mit Künstlern eigene Werke schaffen.

Die Einrichtungen sind die Wohnanlage am Wallgraben in Jülich, das Pflegezentrum Lebensfreude in Linnich-Kofferen und die Altenpflegeeinrichtung St. Andreas in Kreuzau. Eine Künstlerin ist bereits gefunden, zwei Kunstschaffende werden noch gesucht.

Zwei Beweggründe nannte die Vorsitzende des Kunstvereins, Kir­sten Müller-Lehnen, für das Projekt. Zum einen das Wirken der Verstorbenen: Die Chirurgin sei im Verlauf ihres Berufslebens in den Bereich Qualitätsmanagement in Pflegeeinrichtungen gewechselt und habe so auch Kontakt zu Bewohnern und Patienten gehabt. Zudem war sie Künstlerin und Vorsitzende des Kunstvereins. „Es war ihr Wunsch, diese Klammer zwischen Medizin und Kunst zu schließen“, sagte Müller-Lehnen. Wichtig sei bei dem Projekt, dass das Beschäftigen mit Kunst eine belebende Wirkung auf die Teilnehmer hat. Das habe sie bei einer ähnlichen Aktion festgestellt, die sie vor ein paar Jahren in der Wohnanlage Am Wallgraben veranstaltet hat.

Die Vertreter der Einrichtungen bestätigten den Eindruck der belebenden Wirkung von Malerei. „Wenn die Bewohner malen, dann werden sie ruhiger und fühlen sich nicht mehr so getrieben“, sagte Michael Schieren von St. Andreas Kreuzau. Bernhard Volkmer, der Fachbereichsleiter der Caritas-Einrichtungen, fügte hinzu, dass Malerei dementiell veränderten Menschen die Möglichkeit einer Ausdruckform biete, wo andere Kommunikation nicht mehr funktioniere. Claudia Blecher von der Wohnanlage am Wallgraben berichtet von den Fotos, die während der Aktion mit Kirsten Müller-Lehnen entstanden seien. „Da sehen wir die Freude und Entspannung der Teilnehmer.“ Und Trudi Kölsch vom Pflegezentrum Lebensfreude sprach von dem Wertgefühl der Teilnehmer, dass sie etwas geschaffen haben.

Künstler, die an dem Projekt teilnehmen wollen, können sich bei Kirsten Müller-Lehnen (Telefon 02461/2129) oder Michael Küpper (Telefon 02463/1482) oder schriftlich beim Kunstverein bewerben: Postfach 1909, 52405 Jülich. Für die fünf Termine über jeweils 90 Minuten stellt der Verein insgesamt 300 Euro zur Verfügung.

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