Freialdenhoven - Kunstrasen: Freialdenhoven hat noch Hoffnung

Kunstrasen: Freialdenhoven hat noch Hoffnung

Von: Otto Jonel
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Rolf Imdahl hat die Akte Kunstrasen noch nicht geschlossen. Er hofft auf ein Gespräch mit der klammen Kommune. Foto: Jonel

Freialdenhoven. Franz Weidinger, Stadionsprecher bei Borussia Freialdenhoven und Vorstandsmitglied des Vereins, hatte das Projekt Kunstrasenplatz im Stadion an der Ederener Straße schon zu den Akten gelegt. Drastischer formuliert sprach er sogar davon, dass „eine sportliche Innovation zu Grabe getragen“ worden sei.

Er griff dabei die Absage auf, die der Gemeinderat Aldenhoven in seiner Sitzung Ende November dem Ansinnen des Vereins Borussia Freialdenhoven auf Bezuschussung bei der Einrichtung eines Kunstrasenplatzes erteilt hatte. Tiefe Enttäuschung war Weidingers Reaktion auf diese Entscheidung.

Weder tot noch beerdigt ist das Kunstrasenprojekt aus Sicht des Vereinspräsidenten Rolf Imdahl. Er hofft auf noch bestehenden Verhandlungsspielraum, den man nutzen könnte, „Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass es sinnvoll ist, sich an einen Tisch zu setzen, um nach Lösungen zu suchen, das Projekt nicht sterben zu lassen.“

Dass es dazu nicht bislang schon gekommen ist, bedauert Imdahl zutiefst. Der Verein habe nicht die Möglichkeit erhalten, das Projekt zu erläutern – „Ich bin fest davon überzeugt, dass das eine tolle Sache ist.“ –, sondern sei stattdessen vor vollendete Tatsachen gestellt worden. „Ohne mit dem Vorstand von Borussia auch nur ein persönliches Gespräch zu führen, erhielten wir am 25. November ein Schreiben von Herrn Tertel, dass der Gemeinderat das Projekt abgelehnt habe.“ Tertel selbst habe diese Entscheidung sehr bedauert.

Unternehmer Imdahl, der Borussia Freialdenhoven das Fundament bietet, eine dauerhafte Rolle in der Mittelrheinliga und zuvor schon in der Oberliga zu spielen, betont, dass er keine Geschenke möchte, sondern tatsächlich die Eigenverantwortung des Vereins ernst nehme.

Seit Jahren übernehme der Verein fast komplett die Pflege der Anlage und des Platzes – mit beträchtlichem finanziellen Aufwand. Diese Eigenverantwortung würde der Verein auch bei dem Kunstrasenprojekt übernehmen – sowohl finanziell als auch durch Eigenleistung, Muskelhypothek beim Anlegen des Platzes also. Beides summiert sich auf beträchtliche 250.000 Euro – mindestens.

Der Anteil der Gemeinde von 100.000 Euro könne zum einen über mehrere Raten erbracht werden (etwa fünf Mal 20.000 Euro). Andererseits ließe er sich gegenrechnen zu der fälligen Sanierung des Aschenplatzes, die mit mindestens 60.000 Euro anzusetzen sei. Der Zustand dieses Platzes, auf dem die Altherrenmannschaft ihre Spiele austrägt, mache eigentlich selbst das Training schon zu einem Gesundheitsrisiko.

Ein Kunstrasenplatz anstelle des Tennenplatzes würde nicht nur für den Platzverein eine Aufwertung bedeuten – nicht zuletzt für die Jugendarbeit, die einen Attraktivitätsschub erhielte. Im Abgleich der Spielpläne ließe sich der Kunstrasenplatz auch von anderen Vereinen in der Gemeinde nutzen, um Spiele auszutragen, wenn die Witterung Naturrasen und Asche unbespielbar mache.

Uneingeschränkter Gewinn

Unter dem Strich, addiert Imdahl die Vorteile, sei die Anlage eines Kunstrasenplatze ein uneingeschränkter Gewinn. Da er selbst in der Kunststoff verarbeitenden Industrie tätig sei, könne er zusichern, einen Platz zu erhalten, der qualitativ zum Besten zähle und dennoch bezahlbar sei.

Imdahl hofft auf die Überzeugungskraft der Argumente. Vereinsgeschäftsführer Achim Gehlen sucht derweil intensiv das Gespräch mit Entscheidungsträgern, um zu prüfen, wie die Gemeinde einen Beitrag zu leisten vermag, der nicht im Widerspruch zu den Auflagen einer Kommune im Stärkungspakt und eines Haushalts im Sicherungskonzept steht. Allerdings drängt die Zeit. Auch Kunstrasen wird teurer, je länger es dauert, ihn zu „säen“.

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