Kunstliebhaber machen sich eine Freude, helfen anderen

Von: ptj
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Kunstinteressierte werden bei der Benefizveranstaltung schnell fündig. Rechts im Bild ist Galeristin Brigitte Habig zu sehen. Foto: Jagodzinksa

Rödingen. „Bilder und Bücher sind Lebensmittel“. Das betonte die leidenschaftliche Galeristin Brigitte Habig, bekannt durch zahlreiche Ausstellungen renommierter Künstler in ihrer Galerie „Alte Weberei“ in Rödingen.

Im Rahmen solcher Ausstellungen kamen immer wieder Künstler, Kunstsammler und Hobbymaler auf sie zu und verschenkten ungebeten Acrylgemälde, Lithographien, Radierungen, Siebdrucke und Skulpturen, um wieder Platz für neue Werke zu schaffen. Aber auch durchaus traurige Schicksale verbargen sich hinter der einen oder anderen Kunstspende. Als Nutznießer der inzwischen dritten Auflage dieses „Bilderrettungsprojektes“ bestimmten Künstler und Galeristin die Beratungsstelle „Frauen helfen Frauen“.

„Ich habe auch wirklich alles genommen. Ich treffe keine Auswahl“, fügte Habig erklärend hinzu. So befanden sich alleine rund 400 Bilder aus der Feder von etwa 350 verschiedenen Künstlern an den Wänden ihrer Ausstellungsräume, deren Preis bei Ausstellungen um ein Vielfaches höher wäre. Echte Schnäppchen also, zumal die Preise verhandelbar sind. Beispiele sind einige farbige Zeichnungen von Anatol, kleine Unikate von William Brauhauser oder Siebdrucke des surrealistischen Malers Helmut Gerigk.

Nächtelang „kämpfte“ die Galeristin vorab am Computer, um mit Hilfe des Internets die Signierungen der Künstler zu entziffern. Gelang es ihr, versah sie das entsprechende Bild mit einem blauen Punkt und legte für ihre Gäste Broschüren und Presseberichte über Leben und Werk der Maler aus. Eine Ecke in der großen Scheune war dem Thema „Afrika“ gewidmet. Zu den Spenden einer Afrika-Galeristin zählten etwa eine geschnitzte Holzfigur im Korb aus Nigeria, ein Kampfmesser mit gedrechseltem Holzgriff aus dem Süd-Sudan oder verschieden große Holzschüsseln der Tuareg. Angebot wurde auch das Saiteninstrument „Lukö“ aus dem Kamerun. Die Rückseite des hölzernen Klangkörpers mit Raphiabespannung rundherum zeigte ein mit Rotholz eingefärbtes Maskengesicht. In der Scheunenmitte waren einige witzige „Pappkameraden“ in Pastellfarben aus dem Nachlass der Kunstsammlerin Helme Prinzen arrangiert.

Erwähnenswert ist auch eine filigran gearbeitete, auf einem Sockel sitzende Skulptur aus Pappmaché aus dem Nachlass von Christine Becker aus Aachen. Restposten der letzten Wohltätigkeitsveranstaltung mit „Kunst aus zweiter Hand“ 2011 reichte Habig weiter an eine Galeristin in Wuppertal, wo sie der dortigen Beratungsstelle „Frauen helfen Frauen“ zugutekamen.

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