Kunsthandwerk Publikumsmagnet in Jülich

Von: brit
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Skurrile, nützliche, ungewöhnliche oder althergebrachte Kreationen: Sie ziehen beim Jülicher Kunsthandwerkerinnenmarkt magisch an – neben der einzigartigen Atmosphäre auf dem Schlossplatz. Foto: Sylvester
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Großer Andrang, egal von welcher Seite – auch der 21. Kunsthandwerkerinnenmarkt erwies sich als Besuchermagnet.

Jülich. Seinem Ruf als Besuchermagnet wurde der Kunsthandwerkerinnenmarkt schon vor der offiziellen Eröffnung am Samstag um elf Uhr gerecht: In Scharen strömten die Besucher in die Innenstadt, freie Parkplätze erwiesen sich als heiß begehrte Mangelware – und das war am Sonntag noch etwas stärker ausgeprägt.

Bereits zum 21. Mal verlockte die bunte Zeltstadt unter den Bäumen zum Anschauen, Aus- oder Anprobieren, Fachsimpeln und Kaufen.

Beinahe hätte der schwere Sturm vom Pfingstmontag der beliebten Veranstaltung einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht, daher bedankte sich Bürgermeister Heinrich Stommel in seiner Eröffnungsrede bei den Bauhofmitarbeitern und unzähligen Helfern. Von abgebrochenen Äste und umgestürzten Bäumen fand sich keine Spur mehr, alle Zelte, Pavillons und Stände bekamen ein aufgeräumtes Plätzchen. Obendrein blieb es trotz grauer Wolken am Himmel auch noch trocken und recht warm, freute sich Dezernentin Katarina Esser, deren Team der Stadtverwaltung diese Veranstaltung organisiert: „Das ist das erste Mal seit Jahren, dass es zur Eröffnung nicht regnet.“

Einem ausgedehnten Bummel kreuz und quer durch das bunte Markttreiben stand also nicht mehr im Wege und zu sehen gab es einiges: So führte der Weg unter anderem vorbei an den „Rostbarkeiten“ von Stephanie Ahn. Bereits zum siebten Mal dabei präsentierte die Bielefelder Künstlerin filigrane Metall-Objekte, die vor der pittoresken Kulisse der Zitadelle sanft im Wind schaukelten.

Ein paar Schritte weiter zeigte Karin Pies, dass Lkw-Plane zu mehr taugt, als irgendwelche Güter auf ihrer Reise über die Autobahnen der Republik vor Wind und Wetter zu schützen: Sie verwandelt das robuste Material in dekorative Umhängetaschen, in denen auch Lippenstift und Portemonnaie garantiert nicht nass werden.

An der ersten Weggabelung angekommen, fiel die Entscheidung schwer – nach links, wo Gläsernes verlockend funkelte, nach rechts zu dem interessanten Strauß aus handgeflochtenen Weide-Objekten oder doch die Kehrtwende um 180 Grad? Denn dort duftete es unwiderstehlich nach frisch zubereitetem Lahmacun und afrikanischen Reisgerichten. Wer wollte, konnte sich mitten auf dem Schlossplatz niederlassen und bei einem Glas selbstgemachtem Holundersekt ein Päuschen einlegen. Für die musikalische Unterhaltung in entspannter Biergartenatmosphäre waren einmal mehr Virginia und Jo Lisken zuständig. Auch diese Möglichkeit nutzen die zahlreichen Besucher gerne, Tische und Bänke waren gut frequentiert.

Und danach weiter, denn schließlich gab es an den anderen Wegen noch Sehens- und Kaufenswertes in Hülle und Fülle zu entdecken. Klassische Handarbeiten wie handgestrickte Ringelsocken, mit feinem Stichen bestickte Tischdecken oder selbstgesponnenes Garn, verarbeitetet zu schmückenden Schals und Stulpen, gehörten ebenfalls ins breite Repertoire der Ausstellerinnen. Schneiderkunst in verschiedensten Facetten gab es außerdem zu entdecken, die Palette reichte von niedlich bunter Kinderkleidung über duftige Seidenschals bis hin zu aufwändig verarbeiteten Kleidern aus handgefilzter Wolle und zarten Stoffen. Schneiderin Elke van Balen hingegen hatte sich dem „Recycling“ verschrieben und aus ausgedienten Krawatten etwa dekorative Schürzen gezaubert, während Mitstreiterin Vera Rahmen am gleichen Stand bewies, dass sich der männliche Halsschmuck durchaus als Lichtobjekt verwenden lässt.

In Richtung Kölnstraße säumte Grünes in Hülle und Fülle die Wege: Küchenkräuter und farbenfrohe Blumen sind inzwischen ebenfalls aus dem Angebot des Marktes nicht wegzudenken, Gärtnern ist schließlich auch eine Kunst. Ganz andere Kunst zeigte Anna Siotto – gleich neben den Erdbeeren präsentierte die Kunsthandwerkerin aus dem fernen Siglershofen ihre „Sargmöbel“. Doch die dekorativen Objekte sollen nicht nur die letzte Ruhe verschönern, zu Lebzeiten ihres Besitzers dienen sie als gewöhnlicher Schrank oder auch als Sitzbank. Ungewöhnlich – und im Gegensatz zu den meisten anderen Ausstellungsstücken nicht zum gleich Mitnehmen – ist das Angebot der Titzerin Annette Peters: Unter der Überschrift „hautnah“ zauberte sie mit zartem Pinselstrich ihre Kunstwerke direkt auf die Haut.

Fazit: Von Bodypainting bis zu Omas Wollsocken, von güldenem Schmuck bis zu wasserspeienden Fröschen aus Ton, von metallenen Stelen bis zu edlem Porzellan – auch der 21. Kunsthandwerkerinnenmarkt faszinierte mit einem vielfältigen, kaum beschreibbaren Repertoire handgemachter Kunst. Den Markt auch in diesem Jahr an zwei Tagen zu öffnen, erwies sich als gute Idee, mit einem einzigen Rundgang ist kaum alles zu entdecken. Dezernentin Katarina Esser mit einem vorläufigen Resümee am Sonntag: „Das waren zwei sehr gut besuchte Tage. Auch nach den Rückmeldungen, die wir bekommen haben, sind wir sehr zufrieden.“

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