Kunst als Brücke vom Park in die Jülicher City

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
9601380.jpg
Hier wäre ein erster möglicher Standort, auch wenn die Kirmesbrücke erst in naher Zukunft wieder passierbar ist, für einen Skulpturen-Weg vom Park in die Innenstadt. Foto: Uerlings

Jülich. Das Problem besteht seit der Landesgartenschau und Einrichtung des Brückenkopf-Parks, also seit fast 17 Jahren: Über 200.000 Menschen im Jahr fahren zwar nach Jülich, lassen die Innenstadt aber meist rechts liegen.

Es gibt für die meisten Besucher der Freizeiteinrichtung keinen ersichtlichen Grund, den Park in Richtung Zentrum zu verlassen, um auch nur einzukaufen oder zu essen.

Wenn die Kirmesbrücke in Kürze nach ihrer Sanierung wieder zur Verfügung steht, ist das wenigstens theoretisch wieder möglich. Damit das auch praktisch geschieht, hat ein erklärter Freund des Parks, der frühere Politiker Peter Schmitz, eine Idee vorangetrieben: den Weg der Skulpturen, gebildet aus qualitativ hochwertigen Objekten, die eigens zu diesem Zweck erstellt werden.

Seinen Gedanken hat er in mehreren Runden mit etlichen Vertretern Jülicher Einrichtungen diskutiert. Das Echo war gut, und das erste Ergebnis stand schnell fest: „Plätze der Kunst in Jülich zu suchen und zu finden.“ Das war erfolgreich, denn die Gemeinschaft aus Künstlern, Kunstverein, Stadtverwaltung, Geschichtsverein, Werbegemeinschaft und Stadtmarketing-Verein kann sich drei Plätze auf dem Weg vom Park zum Markt sehr gut als repräsentative Kunst-Standorte vorstellen. Das wäre zum Start am oder im Park „An der Rur“, zweitens auf dem Markt, drittens im Vorfeld der Zitadelle in der Nähe des Spielplatzes. „Diese drei Plätze wurden untersucht und sind in jeder Hinsicht tragfähig“, sagt Peter Schmitz, früher Vize-Bürgermeister und heute Ortsvorsteher im Jülicher Norden.

Ideen zur Finanzierung

Inzwischen wurden auch Forschungszentrum und Fachhochschule eingebunden, und aus der losen „Brückenbauer“-Schar wurde die „Aktionsgemeinschaft Kunst und Forschung“. Denn vielleicht gibt es für den Weg vom Park ins Zentrum auch Forschungsexponate. Das war schon einmal geplant, ist aber bis heute nichts geworden. Was plant nun die Aktionsgemeinschaft? Nach Rücksprache mit dem Berufsverband Bildender Künstler NRW sollen in einer beschränkten Ausschreibung etwa zehn Künstler(-innen) angesprochen werden. Jeder Kreative soll sich auf einen der drei Plätze beschränken und einen Entwurf präsentieren, der von einer Jury zu bewerten ist. Das könnte in Summe Kosten von etwa 10.000 Euro verursachen, die Peter Schmitz über Spenden und Aktionen zusammenbringen will.

„Die Finanzierung ist natürlich ein großes Thema, aber wir haben Ideen“, sagt er. Er denkt zum Beispiel an Hilfe von Ortsvorsteher-Kollegen, die für ihre Bezirke kleine, aber feine Galas mit kultureller lokaler Unterhaltung gegen einen Eintrittspreis organisieren. Sie könnten auf der Bühne des Brückenkopf-Parks präsentiert werden. Möglich sei auch eine Anstecknadel-Aktion mit dem Verkauf eigens für den Weg der Skulpturen angefertigter Nadeln – und natürlich Spenden selbst. Das halten Peter Schmitz & Co. in einem ersten Schritt für möglich. Der Initiator hat sein Projekt zudem zur Förderung beim Leader-Programm angemeldet, so dass eventuell auch hierüber eine Teilfinanzierung zu erreichen ist.

Natürlich müssten in einem zweiten Schritt die Kosten für die Realisierung der Gewinner-Entwürfe für diese drei Plätze gestemmt werden.

Die Aktionsgemeinschaft setzt aber auf das in Jülich ausgeprägte bürgerschaftliche Engagement nicht nur von den Menschen, sondern auch von den Unternehmen und Geschäftsleuten. Denn wenn die Idee Realität wird, könnte es der gesamten Stadt ein bisschen besser gehen.

Die Federführung des beschränkten Wettbewerbs soll in den Händen der Stadtverwaltung liegen – als neutraler Stelle.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert