Kulturzentrum mit Moschee entsteht in Aldenhoven

Von: Antonius Wolters
Letzte Aktualisierung:
11556449.jpg
So soll das Kulturzentrum des Türkisch-Islamischen Kulturvereins Aldenhoven an der Gartenstraße einmal aussehen, dessen Pläne Architekt Ali Ihsan Günes und Vereinsvorsitzender Rahmi Demirtas im Gemeinderat vorgestellt haben. Skizze: Bauplanung IGA
11556450.jpg
In Sichtweite der Wallfahrtskirche St. Martinus befindet sich das kleine Grundstück des Kulturvereins, wo gebaut werden soll. Foto: Wolters

Aldenhoven. Die Pläne für das neue Kulturzentrum an der Gartenstraße in Aldenhoven stellten Rahmi Demirtas, Vorsitzender des Türkisch-Islamischen Kulturvereins, und der Kölner Architekt Ali Ihsan Günes auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates vor.

„Wir planen für Europa“, präsentierte Günes einen Gebäudekomplex, der nur noch wenig an das erinnert, was landläufig unter einer Moschee verstanden wird. „Das Kulturzentrum mit Moschee sieht aus wie eine Stadtbücherei“, rückte der Architekt solche Vorstellungen zurecht. Die Moschee mache nur 20 bis 25 Prozent des Gebäudes aus, das komplett barrierefrei ausgelegt sei und auch über Seminarräume und ein kleines Café verfügt. Dem Gedanken von Integration und Multikulti folgend, werden fast alle Bereiche für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, versprechen Architekt und Kulturvereinsvorsitzender.

Moschee Richtung Mekka gedreht

Da das Grundstück an der Gartenstraße recht klein ist, sei es nicht ganz einfach gewesen, die Moschee mit dem Minarett in der Mitte Richtung Mekka zu drehen. Die Kuppel des Gebetshauses aus Zinkblech hat einen Durchmesser von 7,5 Metern und erhebt sich bis zu einer Höhe von gut zwölf Metern. Das Minarett ist sogar gut 18 Meter hoch.

Der geringen Grundstücksgröße ist auch geschuldet, dass die Einrichtungen für die Waschrituale im Keller des Gebäudes untergebracht sind. Dort wird während des Ramadan auch gemeinsam gegessen. Architekt Günes erläuterte weiter, dass der Komplex einen umbauten Raum von knapp 400 Kubikmetern umfasst, was in etwa einem Zehn-Familien-Haus entspreche. Die Planung umfasst außerdem 25 Stellplätze, die als ausreichend angesehen werden, da im Umfeld weitere Parkmöglichkeiten für die Besucher von Moschee und/oder Kulturzentrum bestehen. Der Bauantrag ist vorbereitet und soll schon in Kürze gestellt werden.

Eine mögliche Verzögerung könnte sich allerdings ergeben, wenn das Problem mit den Nachbarn bezüglich der Abstandsflächen nicht gelöst werden kann und eine (teure) Umplanung notwendig wird. Als Baubeginn ist ansonsten der Juni vorgesehen bei einer Bauzeit von 19 bis 20 Monaten. Die Baukosten veranschlagt Kulturvereinsvorsitzender Demirtas auf 1,5 bis 1,8 Millionen Euro, die der Verein mit seinen insgesamt rund 220 zahlenden Mitgliedern ohne Zuschüsse komplett aus Eigenmitteln und Spenden bestreiten muss.

Altbau wird zuerst abgerissen

Bevor es jedoch losgeht, muss der Altbau an der Gartenstraße abgerissen werden, um auf dem Grundstück die benötigte Freifläche zu schaffen. Rahmi Demirtas ist derzeit dabei, für die Zwischenzeit nach Alternativen zu suchen, wo beispielsweise das Freitagsgebet und das übrige Gemeindeleben stattfinden kann.

Sollten sich in Aldenhoven keine geeigneten Versammlungsräume finden lassen, würde der Türkisch-Islamische Kulturverein auf seine bestehende Teestube zurückgreifen, die ohnehin erhalten bleibt und in den Moscheekomplex integriert wird.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert