Kultursommer: Straßenmalerei und Werbung der Römer

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Bereitwillig gab Karl Heinz Schumacher (rechts) hier mit Johanna Wagemann und Karl Heinrich Herzogenrath Erklärungen zu seinen Bildern und zu römischen Graffiti, die dafür Pate standen. Foto: Kròl

Linnich. „Paris Hic Fuit – Paris war hier“, solche und ähnliche Sätze, sind eingeritzt in den Stein auf so manchem antiken Gemäuer in Pompeji, Herculaneum oder anderen Orten zu finden. Damals wie heute scheinen die Menschen das Bedürfnis zu haben, sich auf unterschiedlichste Weise zu verewigen.

Statt wie heute zur Spraydose und Acrylfarben zu greifen, reichten den Menschen in der Antike ein Griffel, ein Stück Kreide oder Holzkohle oder einfach nur ein rostiger Nagel. Beschimpfungen und wenig schmeichelhafte Karikaturen, Schamlosigkeiten und Klagen, Liebesbekenntnisse und vieles mehr wurden so wiedergegeben und gewähren auch heute noch einen Blick in den Alltag vergangener Epochen.

Auch die Historiker beschäftigen sich mit diesen Graffiti, wie wir sie heute nennen. Sie sind im Corpus Inscriptionum Latinarum in 70 Bänden festgehalten. Doch noch jemand beschäftigt sich mit diesen Graffiti. Seit 15 Jahren ist ihnen der Aldenhovener Künstler Karl Heinz Schumacher (KHS) auf der Spur und greift sie in seiner künstlerischen Arbeit immer wieder einmal auf. Eine Auswahl dieser Bilder zeigt er nun unter dem Titel „Paris Hic fuit“ in der Cafeteria der Seniorenwohnanlage „Am Mühlenteich“ in Linnich.

Eine Menge hat er darüber hinaus zu diesem Thema zu berichten. Er erzählte seinen Zuhörern bei der Ausstellungseröffnung von witzigen Kritzeleien, übersetzte Beschimpfungen und auch Anstößiges. „Die Wände waren Klagemauer und Pranger zugleich“, erklärte er und berichtete aber auch über die sogenannten „Dipintis“, die sowohl offizielle Bekanntmachungen als auch Werbung für die verschiedensten Dinge waren. Ein Gastwirt oder auch ein Bordell konnte auf diese Weise werben ebenso wie Wein- oder Ölhändler, Steinmetz oder die Garküche.

Absichtliche Fehler

Dabei waren die alten Römer genau so clever wie die Werbefachleute heute. Gerne wurden Grammatik oder Rechtschreibfehler eingebaut, um so die Aufmerksamkeit zu erregen. All dies hat Schumacher in seinen Bildern verarbeitet, die er bis Oktober in Linnich zeigt. Sehr erfreut äußerte sich Johanna Wagemann, Einrichtungsleiterin, über diese Ausstellung und hoffte dass sie ihren Senioren und Gästen viel Freude bereiten.

Auch Karl Heinrich Herzogenrath, der den Gast aus Aldenhoven im Namen des Vereins „Wir in Linnich“ begrüßte, dankte dem Künstler ganz herzlich und sah ihn als Bereicherung des Linnicher Kultursommers. Musikalisch untermalt wurde die Ausstellungseröffnung von Astrid Wallrafen-Jescheck am Flügel. Kr.

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