Kulturcafé feiert zehnjähriges Bestehen: Amüsante Unterhaltung

Von: ptj
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Es geht um Jülicher Wurzeln, Sagen und Legenden zum Zehnjährigen: Eva Behrens-Hommel liest unter anderem aus einer Schriftenreihe, die sie selbst ausgewählt und gesammelt hat. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Das Kulturcafé zeichnet sich durch ein inhaltlich hervorragendes Programm und eine bewusste Offenheit aus“ – so hat Elke Bennetreu von der Evangelischen Erwachsenenbildung des Kirchenkreises Jülich die Einrichtung jetzt zu ihrem zehnjährigen bestehen gelobt.

 2004 hatten sich Marlies Keil, Inge Neumann und die inzwischen verstorbene Bibliothekarin Rosemarie Förthmann als Ehrenamtlerinnen qualifiziert und besagtes Angebot gegründet.

„Für den ersten Vormittag am 4. Februar 2004 konnten wir Margret Hanuschkin mit dem Thema ‚Ein Winter auf Mallorca‘ gewinnen. Dies war der Anfang einer vielseitigen Kulturreihe, die uns noch immer Freude macht“, resümmierte Marlies Keil. Zum zehnten Geburtstag bot Eva Behrens-Hommel „eine kleine Charakterisierung des Jülichers an und für sich“.

Hierbei handelt es sich um das Heimatliteraturwerk „Die Jülicher und ihre Wurzeln“, eine ethnologische Studie mit einigem Augenzwinkern von Wolfgang Hommel, die dem großen Publikum an den Frühstückstischen große Freude bereitete. „Es gibt in Besonderheit zwey epidemische Krankheiten: Geschlechtssucht und Optimismus“, diese Einführung in der Sprache des 18. Jahrhunderts sorgte bereits für Heiterkeit.

Reise durch die Geschichte

Durch Eigensinn, Hartnäckigkeit und Streitsucht zeichnete sich zumindest damals um 1820 das „bigotte katholische Handvolk aus“, das Schmausereien und Trinkgelagen zugeneigt, und ein großer Freund von Volksfesten war. Als „Erbfeind“ betrachtete der Jülicher den Soldatenstand.

Hatte er eine Nonne oder gar einen Priester in der Familie, „kennet er sich vor lauter Hochmut nicht“. Ein kurzer Rückblick in die Historie des bis 1814 französischen Gebietes folgte, der mit dem „Untergang des Abendslandes“, nämlich der Ansiedlung des Forschungszentrums 1956 endete. Lesungen aus „Sagen und Überlieferungen des Jülicher Landes“ und der „Mundartsammlung des Jülicher Landes“ folgten. Es ging um den „praktischen Umgang mit Hexen“, die gerne als Bettlerin oder in Tiergestalt in Erscheinung traten, immer dann, wenn „früher etwas Eigentümliches geschah“.

Was es mit einem „Stüpp“ oder „Zubbelsdeer“ auf sich hat, erfuhren die gebannt lauschenden Kulturinteressierten ebenfalls. Es handele sich um ein „schwarzes Vieh mit zotteligem Haar und schweren Ketten um den Hals, das sich etwa in die Speichen eines Rades setzt und es so schwer macht“.

Man vermutete in dem Untier unerlöste Seelen, die demjenigen zur Last wurden, der nicht betete. Spannend gestaltete sich ferner die Handlung um den Gott spöttenden Ritter von Kellenberg, der im Morast ertrank, während sein gläubiger Lenker mit den Rössern entschwand.

„Aufklärungsbedarf“ herrschte in Jülich offensichtlich in Bezug auf die Legende um den heiligen Irmundus, der sich als bescheidener Hirte unters Volk mischte und in Zeiten großer Dürre mit seinem Stab in die Erde und auf frisches Wasser stieß. Wie die Jülicher an die Gebeine der seligen Christina gelangten, ist ebenfalls wissenswert: Nach dem „politischen Großbetrug“ wurde der Sarg auf einem von blinden Stieren gezogenen Wagen von Nideggen nach Jülich gebracht.

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