Jülich/Linnich - „Kultur ohne Grenzen“ für Bürgerpreis nominiert

„Kultur ohne Grenzen“ für Bürgerpreis nominiert

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Jülich/Linnich. Der Verein „Kultur ohne Grenzen“ ist für den Deutschen Bürgerpreis 2015 in der Kategorie „Alltagshelden“ nominiert. Der Deutsche Bürgerpreis ist der größte Ehrenamtspreis Deutschlands. Mehr als 2300 Personen, Vereine und Unternehmen haben sich um den Preis beworben oder wurden vorgeschlagen.

Der in Linnich und Jülich beheimatete Verein „Kultur ohne Grenzen“ vermittelt im Exil lebende Künstler in ganz Deutschland. Über 120 Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen und Ausstellungen hat der Verein bereits während der Zeit seines Bestehens organisiert. So ermöglicht er Künstlern, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, einen Neuanfang. Die Preisverleihung erfolgt am 2. Dezember im Berliner ZDF Zollernhof Unter den Linden.

Bereits im Dezember 2014 wurde der Vereinsvorsitzenden Marijke Barkhoff-Freeling die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland verliehen, das Bundesverdienstkreuz am Bande. Jetzt ist ihr 1999 gegründeter Verein „Kultur ohne Grenzen“ für den Deutschen Bürgerpreis 2015 nominiert. „Damit hatten wir nicht gerechnet. Ich freue mich sehr über die Anerkennung unserer Tätigkeit“, erzählt Marijke Barkhoff-Freeling, „und danke der Person, die uns vorgeschlagen hat.“

„Kultur ohne Grenzen“ unterstützt Künstlerinnen und Künstler im Exil. Waren sie in ihrer Heimat sehr bekannt oder gar berühmt, mangelt es ihnen nun an Sprachkenntnissen und den richtigen Kontakten, um künstlerisch weiterzuarbeiten. „Kultur ohne Grenzen“ unterstützt und vermittelt im Exil lebende Künstlerinnen und Künstler deutschlandweit, damit sie in fremder Umgebung Fuß fassen und wieder an ihre Karriere anknüpfen können. Der Verein ist mittlerweile fester Bestandteil der Kulturszene Nordrhein-Westfalens und organisiert eigene Veranstaltungen in Linnich und Jülich, im Kreis Düren und ganz NRW.

„Wir wissen schon, dass wir in Berlin etwas bekommen werden“, verrät Vorsitzende Marijke Barkhoff-Freeling, die mit Dr. Nicole Hilbrandt, die die Homepage des Kulturvereins betreut und die Pressearbeit übernimmt, zur Preisverleihung nach Berlin reisen wird. Zugfahrkarten und eine Übernachtung werden von den Veranstaltern übernommen.

In der Arbeit des Vereins habe sich der enorme Zustrom von Flüchtlingen aber noch nicht gezeigt, berichtet die Vorsitzende auf Nachfrage unserer Zeitung. „Das spüre ich noch nicht.“ Barkhoff-Freeling vermutet, dass die Betroffenen derzeit noch zu stark damit beschäftigt sind, sich in ihren neuen Lebensumständen zurecht zu finden.

Manche hätten ja auch gar kein Instrument, um sich beispielsweise musikalisch betätigen zu können. Sie geht aber fest davon aus, dass sich Menschen melden werden, wenn sie ihr individuelles Ankommen bewältigt haben. „Die kommen bei uns später an“, erwartet sie durchaus eine Welle neuer Hilfesuchender, der auf den Verein zurolle.

Zur Zeit plant „Kultur ohne Grenzen“ mit anderen Akteuren ein Solidaritätskonzert für Flüchtlinge. Darüber hinaus soll eine CD mit ausgewählten Musikstücken der Musikerinnen und Musiker produziert werden, um sie einem breiteren Publikum zu präsentieren und ihnen den Zugang zu kulturellen Einrichtungen zu erleichtern. Zudem soll für jeden Künstler eine Homepage errichtet werden.

Tag für Tag engagieren sich 23 Millionen Menschen freiwillig für das soziale und gesellschaftliche Zusammenleben in Deutschland. Um ihnen für ihren gemeinnützigen Einsatz Anerkennung und Dank auszusprechen, wurde 2003 der Deutsche Bürgerpreis von der Initiative „für mich. für uns. für alle.“ ins Leben gerufen.

Der Deutsche Bürgerpreis ehrt jährlich herausragendes Engagement von Personen, Vereinen und Unternehmen in den Kategorien „U21“, „Alltagshelden”, „Engagierte Unternehmer”, „Lebenswerk” und mit einem Publikumspreis. Mit rund 2300 Bewerbungen 2015 sowie Sach- und Geldpreisen im Gesamtwert von rund 400000 Euro ist die Auszeichnung Deutschlands größter Ehrenamtspreis.

Die Initiative „für mich. für uns. für alle.“ ist ein Bündnis engagierter Bundestagsabgeordneter, der Sparkassen, Städte, Landkreise und Gemeinden. Sie verleiht die Auszeichnung seit 2003. Der Deutsche Bürgerpreis wird unterstützt von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen.

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