Jülich - „Künstliche Sonne“ im Jülicher Gewerbegebiet

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„Künstliche Sonne“ im Jülicher Gewerbegebiet

Von: -vpu-
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Über 2000 Spiegel projizieren das natürliche Sonnenlicht auf die Spitze des Jülicher Solarturms. Nebenan soll eine „künstliche Sonne“ entstehen. Foto: Uerlings

Jülich. Der „Solar-Campus Jülich“ rückt näher – im Gewerbegebiet Königskamp. Zwei Nachbarn intensivieren ihre heute schon guten Beziehungen: das renommierte Technologiezentrum Jülich (TZJ) und der noch junge Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), das in der Herzogstadt bislang vor allem den Solarturm betreibt.

Dabei soll es nicht bleiben. Ein erster Schritt ist der Bau einer sogenannten „künstlichen Sonne“. Die soll in einer Halle auf dem Grundstück des Technologiezentrums entstehen und vom DLR betrieben werden. Die beiden Verantwortlichen hierfür erläuterten das unlängst grob im Jülicher Planungsausschuss.

Im Fachjargon ist von einem „modularen Hochleistungsstrahler“ die Rede. „Aber das hat nichts mit Strahlung zu tun“, erklärte Carlo Aretz als Geschäftsführer des TZJ. Und Prof. Bernhard Hoffschmidt, Co-Direktor des DLR-Solarinstitutes, schickte nach: „Mir gefällt die Bezeichnung ,künstliche Sonne‘ viel besser.“ Wie dem auch sei: Diese neue und starke Lichtquelle soll es dem Solarinstitut erlauben, reproduzierbare Versuche unter genau einstellbaren Randbedingungen vorzunehmen. Sinn ist, die Tests im Labormaßstab zu vergrößern und die Erzeugung solarer Brennstoffe (wie zum Beispiel Wasserstoff) zu erproben.

Das Doppel-Gastspiel im Planungsausschuss hatte aber nicht nur erklärenden und höflichen Charakter, denn zum Bau der Halle ist eine Änderung des Bebauungsplanes notwendig. Im Detail muss er von „öffentliche Grünfläche“ in „Gewerbegebiet“ umgewandelt werden. Nach den Erläuterungen fasste das Gremium den Aufstellungsbeschluss, der den ersten Schritt darstellt.

„Wir haben die Möglichkeiten ausgelotet, und erste Entwürfe gibt es“, erklärte Carlo Aretz die Zusammenarbeit. Der Chef im TZJ sieht auch die Verantwortung, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt als weitere große Forschungseinrichtung neben FZJ und Fachhochschule „an den Standort zu binden“. Aretz: „Wir sind aber natürlich noch nicht in der Umsetzung, es gibt auch noch keine offiziellen DLR-Beschlüsse.“

Prof. Hoffschmidt konkretisierte, dass es ums liebe Geld geht: „Im Prinzip liegen die nötigen Genehmigungen des Vorstands vor.“ Es könne losgehen, wenn auch das Land seinen avisierten Anteil bewilligt habe, „das steht nach meinen Informationen kurz bevor“. Eine Teilbewilligung des Bundes als Financier gebe es bereits.

Langfristig will das DLR im Königskamp dem Solar-Campus seinen Stempel aufdrücken. In Rede steht, dass der heutige Solarturm einen „Zwilling“ mit mehreren Forschungsplattformen bekommt. Auch diese Maßnahme ist dem Zweck gewidmet, solare Treibstoffe („Solar Fuels“) zu entwickeln.

Beim Bau eines zweiten Solarturms wäre auch die Gelegenheit günstig, eine solarbetriebene Gasturbine zu testen – oder den Hybridbetrieb des Demonstrationskraftwerkes zu zeigen, der eben einerseits solarthermisch funktioniert, aber auch gasbetrieben laufen würde.

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