Künstler zeigen, was sie am besten können

Von: Kr.
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Niedermerz. Wenn es um die Kunst geht, kommt niemand in der Region an Angelika und Heinrich Keller vorbei. Seit den frühen 80er Jahren ist das Künstlerehepaar aktiv und engagiert sich nicht nur in eigener Sache, sondern auch für seine Künstlerkollegen.

Zahlreiche Ausstellungen haben sie bereits bestritten und organisiert und an vielen Projekten auch im öffentlichen Raum sind sie beteiligt. Erst im September bestritten sie gemeinsam mit dem Künstlerehepaar Angelika Vaassen-Schab und Karl Vaassen eine Ausstellung im Carolus Magnus Center in Übach-Palenberg. Nun haben sie wieder ein weiteres großes Projekt vor Augen. Am Samstag und Sonntag, 29. und 30. Oktober, jeweils von 10 bis 18 Uhr, präsentieren diese vier Künstler sowie Bernd Keller und Herbert Aretz ihre Arbeiten in der Aula Carolina in der Pontstraße 7-9 in Aachen.

Sechs verschiedene Positionen wollen sie in dieser Ausstellung, die von den Eheleuten Keller vorbereitet wurde, vertreten. „Sechs Positionen“ ist auch der Titel der Ausstellung. Ganz bewusst haben sie auf ein gemeinsames Thema verzichtet, das die Künstler eher einengen würde. „Wir bringen alle das mit, was wir am besten können“, erklärt Heinrich Keller. Und so ist mit Herbert Aretz ein renommierter Aquarellmaler vertreten, der in seinen Bildern von seinen zahlreichen Reisen und Erlebnissen berichtet. Weiterhin beschäftigt sich der Architekt mit Städteansichten und manchmal auch verfallenen Industrieanlagen. Angelika Vaassen-Schab hat sich in der abstrakten Malerei einen Namen gemacht und es ist der Moment und die spontane Eingebung, die ihr den Pinsel führen. Ihr Ehemann Karl Vaassen beschäftigt sich mit der Fotografie, in der er Kunst und Wirklichkeit vereint. Bernd Keller, Sohn der Eheleute Keller, arbeitet mit Metall, das in einem früheren Leben einem zerstörerischen Prozess ausgesetzt war und dessen fragile Ästhetik er wieder herausarbeitet.

Nicht nur Schönes

Auch Heinrich Keller ist Stahlbildhauer und hat in den vergangenen Jahren eine interessante Entwicklung durchlaufen. Waren seine Arbeiten in der Vergangenheit eher minimalistisch gestaltet, geht er heute deutlich weiter und gibt ihnen mehr Tiefe und Inhalt. „Wir sind mittlerweile beide dazu übergegangen, nicht nur schöne Dinge zu zeigen. Wir wollen nun auch zum Nachdenken anregen und uns kritisch mit Themen auseinandersetzen“, erklärt er.

So entstanden beispielsweise Objekte wie „Hier wird man ja bekloppt“, ein gängiger Ausdruck, wenn einem Dinge über den Kopf wachsen. Seine Skulptur zeigt all die menschlichen Wesenszüge, die dazu führen, das man sich in seiner Welt nicht mehr wohlfühlt. Es ist die Gewalt, die durch einen Stier symbolisiert wird, der Scheinheilige schwebt im Raum, die Schlange verkörpert die Verführung der Stolz und der Hochmut sind auch vertreten und der blinde Konsum wird durch ein Hörnerwesen dargestellt. Es fehlt allerdings auch nicht der Denker und Mahner in Gestalt des Raben. Alleine dies Skulptur fordert den Betrachter zur Ruhe und zum Nachdenken auf und bei etlichen anderen Objekten ist dies ebenfalls der Fall.

Ähnlich ist es bei der Keramikkünstlerin Angelika Keller. Ihre grob schamottierten Gestalten, halb Mensch halb Tier haben alle eine tiefere Bedeutung. Raben und Ratten spielen zurzeit eine große Rolle. Für diese so oft gescholtenen Tiere fordert sie mehr Mitgefühl. Sie will den Missbrauch an Tieren ob eben an Ratten, Fischen, die durch die Meeresverschmutzung leiden, oder andere aufdecken. Doch auch in ihrer äußeren Erscheinung haben sich die Arbeiten verändert. Seit einigen Jahren experimentieren die Eheleute mit Pigmenten, die sowohl den Stahl- als auch den Keramikarbeiten neue Akzente setzen.

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