Künstler Kai Ladzinski: Quadrate und Wellenbilder

Von: ptj
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„Wave paintings“ als Schwerpunkt der Ausstellung: Unser Bild zeigt (v.l.) Sparkassen-Vorstandsvorsitzenden Uwe Willner, Bereichsleiterin Karin Pütz und den ausstellenden Künstler Kai Ladzinski. Foto: Jagodzinska

Jülich. Großer Bahnhof herrschte in der Schalterhalle der Sparkasse Düren am Jülicher Schwanenteich. Alles, was Rang und Namen hat, fand sich dort ein zur Vernissage mit dem Titel „The Secret of the Moment“ des deutsch-amerikanischen Künstlers Kai Ladzinski.

Außergewöhnlich war die Miteröffnung durch eine Pfarrerin, nämlich Beatrice Fermor, die den geistigen Ansatz zu den Arbeiten darlegte.

„Wir stehen für erschwingliche Kunst; wir stehen mit beiden Füßen auf dem Boden“, ermunterte Uwe Willner, Vorstandsvorsitzender der gastgebenden Sparkasse, zum Erwerb ausgewählter Werke. „Man soll eigentlich nicht die Arbeiten eines Künstlers durch sein Leben interpretieren, aber bei Kai Ladzinski halte ich es doch für sehr hilfreich“, startete Kunsthistorikerin Gisela Götz ihre Auslegung, in der sie einen großen Bogen in die Kunstgeschichte spannte.

So schuf der 1971 in Connecticut geborene Ladzinski, der in Deutschland Design studierte, ab 1999 vier Jahre lang seine visionäre Kunst im Geburtshaus des größten amerikanischen Malers der Neukriegszeit, Edward Hopper. Trotz der deutlichen Unterschiede in der Themenstellung betonte Götz die Einflüsse und Herausforderungen durch den „Geist dieses Hauses“ auf den jungen Künstler. Ladzinksi schöpfe aus den Offenbarungen der amerikanische Kunst. In der so genannten „All-over“-Malerei ohne Zentrum füllt spontane kraftvolle Malerei den kompletten Bildgrund aus. Auf einmal habe sich „die Mona-Lisa eingeschlichen“, wie der Künstler der Laudatorin eingestanden hatte.

Eine gewisse Ambivalenz findet sich auch in den anderen Gemälden wieder. So bestehen die „Squares“ (Quadrate) aus zwei gemalten Schichten. Die dynamische, kraftvolle Pinselführung auf der einen Seite wird auf der anderen mit Quadraten überlagert. Hier sucht der studierte Grafiker „Klarheit, Ordnung, Symmetrie“, wie Götz es ausdrückte.

Kai Ladzinskis fotorealistische Porträts stellen ein weiteres Genre dar. Hier ist der Maler herausgefordert, die fotografische Vorlage qualitativ zu überbieten oder eine neue Wirklichkeit zu schaffen. So fängt er etwa die laszive erotische Ausstrahlung einer Liz Taylor oder das knabenhafte aparte Wesen einer Audrey Hepburn ein.

Alle weiteren Deutungen bezogen sich auf die „Wave paintings“ (Wellenbilder) als Schwerpunkt der Ausstellung. Ladzinskis Wellenbilder sind aber kein realistisches Abbild, er beschäftigt sich mit der künstlerischen Form. Ganz fein trägt er, stets im Rhythmus der Parallelität, Linie für Linie auf. „Die Wellenbilder verdeutlichen die spirituelle Entwicklung des Künstlers und verweisen auf eine göttliche Grundschwingung, in und durch die wir leben“, deutete die Pfarrerin. Intensiv setze sich der Künstler mit der Grundproblematik auseinander, „dass wir endliche begrenzte Wesen sind, und uns von dieser göttlichen Urschwingung immer wieder getrennt fühlen“. Ladzinski ergänzte später: „Meine Hauptarbeit, die Wellen, handeln vom Individuum und dem Kollektiv. Jede Welle steht eigentlich für eine Person oder irgendwas im Kosmos. Ab und zu verweise ich auf die Individualität im Kollektiv.“

Sein zweiter Schaffensbereich ist der persönliche, bestehend aus früheren Arbeiten und solchen, „die ab und zu wieder zu mir zurückkommen, wenn ich von den etwas geistigeren Arbeiten genug habe“. Besonders auseinandergesetzt habe er sich mit der „Disidentifikation“ ein Begriff aus der buddhistischen Meditation. Will heißen: „Die Welt an sich zu begreifen, nicht zu unterteilen in gut oder schlecht und Labels daraufzulegen.“

Abschließend fand Ladzinski, sehr bewegt, Dankesworte an seine Unterstützer. Die letzten Worte seiner Ansprache lauteten: „Danke Mama, danke Sparkasse“.

Kai Ladzinskis Kunstausstellung ist bis zum 15. Mai zu den regulären Öffnungszeiten der Sparkasse Düren am Schwanenteich zu sehen.

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