Künftig eine Skipiste auf der Sophienhöhe?

Von: Ottmar Hansen
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Die Sophienhöhe ist Richtung
Die Sophienhöhe ist Richtung Jülich bereits schön begrünt. Hier finden Wanderer Erholung. Der aufgeschüttete Berg soll demnächst aber auch Menschen anziehen, die Ski fahren Foto: Helmut Schiffer.

Niederzier. Noch fördern die großen Bagger Millionen Tonnen Braunkohle aus der Erde, mit den entsprechenden Belästigungen für die Anwohner (Lärm/Feinstaub!). Doch wenn die beiden Tagebaue Inden und Hambach ausgekohlt sind, könnte in der Region ein riesiges Freizeit-Areal entstehen.

Mit zwei großen Seen und einem Sportzentrum auf der Sophienhöhe. Hier soll man später einmal Skifahren, Rodeln oder Mountainbike fahren können. Eine entsprechende „Machbarkeitsstudie” unter dem Titel „Bergwelt Sophienhöhe” ist bereits in Auftrag gegeben. Bis Ende des Jahres sollen die Ergebnisse vorliegen.

Befürworter des Projekts sind die Landräte des Kreises Düren und des Rhein-Erft-Kreises mit ihren Gesellschaften Terra Nova und Indeland GmbH. Sie erhoffen sich Mittel der Europäischen Union für die Verwirklichung.

Der Abraum aus dem Tagebau Hambach wird seit Jahren zur Sophienhöhe aufgeschichtet. Darunter verschwunden ist ein Großteil des Hambacher Forstes. Als Ersatz wurde die Sophienhöhe begrünt. Mit Wald, Buschwerk und einem Netz von Spazierwegen. Dieses wertvolle Natur-Areal dürfe auch nicht angetastet werden, betonte Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser am Mittwoch noch einmal.

Zur Sportstätte könne nur die nordöstliche Seite des etwa 200 Meter hohen Berges werden, in der Alt-Gemarkung Lich-Steinstraß. Dort wird derzeit immer noch Abraum aufgeschüttet, an dieser Stelle wurde bereits eine Moto-Cross-Piste angelegt.

Auch Heuser kann sich durchaus vorstellen, dass hier einmal eine bis zu 900 Meter lange Skipiste geschaffen wird oder eine Sommerrodelbahn: „Das wäre die einmalige Chance, den Berg so zu gestalten, dass viele ihn nutzen können.”

Es blieben allerdings noch etliche offene Fragen. Etwa, ob das Projekt wirtschaftlich tragbar sei. Heuser: „Irgendeiner muss zum Beispiel den Lift oder erforderliche Gebäude finanzieren und betreiben.”

Landrat Wolfgang Spelthahn bremst überzogene Vorstellungen: „Wir wollen keine Schneekanonen auf der Sophienhöhe aufstellen.” Es gehe vielmehr um „naturnahe, erlebbare Freizeit”.

Der Vorschlag, das Gelände für sportliche Aktivitäten zu nutzen, sei aus dem Rhein-Erft-Kreis gekommen. Und warum nicht? „Die Menschen können dort ihre Wochenendfreizeit verbringen. Vielleicht können wir auch einige Tagestouristen anlocken”, so Spelthahn. Bei der Finanzierung sieht der Landrat den Bergbautreibenden in der Verantwortung. Schließlich gehöre die Gestaltung des Geländes zur Nachsorge nach dem Tagebau. Lothar Lambertz, Sprecher von RWE Power, hält sich in diesem Punkt bedeckt: „Warten wir erst einmal die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie ab.”
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