„KS” rechnet in diesem Jahr mit Herrgottsrüben

Von: gep
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Zuckerfabrik / Dr. Willi Kremer-Schillings
Erwartet eine gute Rübenernte: Dr. Willi Kremer-Schillings (54), kurz „KS” genannt, ist seit 100 Tagen Leiter der Landwirtschaftlichen Abteilung der Zuckerfabrik Jülich. Foto: gep

Jülich. Rechts neben der Tür hängt ein (nachgemachter) klobiger Dreschflegel, innen auf der Fensterbank mit Blick auf den Gartenteich liegen zwei vertrocknete Zuckerrohrstängel: „Unser Todfeind”, sagt Dr. Willi Kremer-Schillings (54), kurz „KS” genannt.

Seit 100 Tagen ist er Leiter der Landwirtschaftlichen Abteilung der Zuckerfabrik Jülich. Und in seinem ersten Jahr erwartet er hohe Erträge. „Man wird eine gute Ernte fast nicht mehr verhindern können.” Die Pflanzen sind dank des sehr guten Wetters „abgegangen wie Schmitz Katze”.

Er rechnet nicht nur mit 65 Tonnen Rüben je Hektar und 16,8 Prozent Zuckergehalt, er legt die Latte gleich etwas höher: Es wird „Herrgottsrüben” geben, also - relativ gut bezahlte - Überschüsse gegenüber den vertraglichen Abnahmequoten.

Die Kampagne wird, so Kremer-Schillings, Mitte September starten, dann werden die ersten Rübentransporte Richtung Jülich rollen. Und „haarscharf vor Weihnachten” wird die Kampagne enden.

Unter dem Strich werden in Jülich von 1783 Rübenbauern die die Erträge von 22.000 Hektar, also 1,5 Millionen Tonnen, angeliefert werden. Die Fabrik kann 15.000 Tonnen am Tag verarbeiten.

„Es macht Landwirten wieder Spaß, Rüben anzubauen”, sagt Kremer-Schillings. Der Ertragsanstieg sei - wie übrigens auch beim Raps - kontinuierlich, während er beim Hauptkonkurrenten Winterweizen „im Schacht” sei, das gelte in der Köln-Aachener Bucht auch für die Gerste, die gerade geerntet worden ist.

15 Tonnen Zuckerertrag auf dem Feld, das ist „unser Ziel”. Gut ein Dutzend Landwirte hat diese Marke bereits während der vorjährigen Kampagne geschafft - teilweise bei einem Rübenertrag von über 90 Tonnen je Hektar.

Die Zielmarke hat auch Kremer-Schillings schon auf einer Parzelle seines Hofes in Rommerskirchen geschafft - „ein bißchen Können war dabei”, erzählt er. Dort bewirtschaftet er 40 Hektar, elf Hektar davon sind mit Rüben eingesät.

Mit dem Nachbarhof ist er bei der Feldarbeit „eine sehr dichte Kooperation” eingegangen, zu viert wurde zudem ein neuer Mähdrescher finanziert. Auf den Ackerbaubetrieben, so seine Erfahrung, wird angesichts der massiven Mechanisierung „kaum noch ein zweiter Mann gebraucht”. Um einen Betriebsnachfolger muss sich Kremer-Schillings offenbar nicht sorgen. Sohn David (19) will nach seiner Bundeswehr-Zeit bei den Sanitätern Landwirtschaft studieren. Er wäre die 18. Generation.

Kremer-Schillings steht seit 1990 bei dem rheinischen Zuckerriesen Pfeifer & Langen, Köln, in Lohn und Brot, der 2006 die Zuckerfabrik Jülich AG übernommen hat. „Die alten und neuen Jülicher haben zusammengefunden”, ist das Fazit des P&L-Managers. Die Landwirtschaftliche Abteilung - acht Mitarbeiter oder 6,25 AK (Voll-Arbeitskraft) stark - sei „eine tolle Truppe”.

Ihr Job sei es, dass der Bauer „richtig Geld verdient”. Das reiche von der Saatgut-Empfehlung bis zur logistischen Bewältigung der Rübentransporte. „Wir fahren auch raus.” Zudem ist Jülich das Zentrallabor für alle rheinischen P&L-Werke.

Wenn Mitte September die Kampagne startet, dann werden es für die Abteilung wieder „lange Tage”. Und in der zweiten November-Hälfte wird erwartungsgemäß wieder der „Kampagnen-Koller” auf dem Rübenhof grassieren, bis am 1. Dezember ein Ende des Stresses in Sicht ist.
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