Kritik zurückgenommen: Windkraftanlagen halten Vorgaben ein

Von: ojo
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Linnich. Der Aufwand war beträchtlich. Selbst aus Ostfriesland war ein Experte angereist, um vor dem Linnicher Ausschuss für Stadtentwicklung vorzutragen. Dipl.-Ing. Volker Gemmel tat dies zum zweiten Mal, denn sein Lärmgutachten zu den geplanten Windkraftanlagen Körrenzig/Kofferen/Hottorf war bereits im Oktober von der Hottorfer Bürgerinitiative (BI) gegen die 200-Meter-Windkraftanlagen ins Visier genommen worden.

Gemmel sah sich an diesem Abend im Verein mit dem Projektplaner VDH (Otto von der Heide) sowie den Vertretern des Büros für Umweltgutachten ECODA und der EnergieAgentur NRW, die angetreten waren, um die Kritikpunkte der Bürgerinitiative zu entkräften.

Zu hoch, zu nah, zu laut, zu unsicher – auf diesen knappen Nenner gebracht, lautete die Kritik der Bürger. Jan Schmidt von VDH ging in seiner Darstellung des Gesamtprojekts in dem Drei-Dörfer-Bereich mit geplanten 16 Anlagen jeweils kurz auf die einzelnen Punkte ein mit dem Tenor: Was auch geschieht, bewegt sich in gesetzlich und rechtlich geregelten Bahnen. So liege der Abstand zur Wohnbebauung mit 1000 Metern bereits deutlich über dem der Windpotentialstudie NRW, die von 600 Metern ausgehe.

Kritisch sei die von der BI geforderte Höhenbegrenzung der Anlagen auf maximal 150 Meter. Das werde heute von Investoren als Minimalwert der Wirtschaftlichkeit betrachtet. Verzichte man auf große Windkraftanlage, wie die bei Hottorf geplanten 200-Meter-Riesen, müssten entsprechend mehr Standorte für kleinere Anlagen ausgewiesen werden, um die gleiche Ausbeute bzw. Leistung zu erzielen.

Als Verfasser des Lärmgutachtens bestätigte Dip.-Ing. Volker Gemmel, dass bis Mai 2012, der Erstellung des Gutachtens, zu den Repower-Großanlagen lediglich Prognosen des Herstellers vorlagen. Tatsächliche Werte würden aber in das laufende Verfahren eingearbeitet. Erfahrungsgemäß, so Gemmel, lägen die Herstellerangaben meist über dem, was später gemessen werde. Einen Punkt machte Gemmel aber deutlich. Um die Vorgaben der TA Lärm für Allgemeine Wohngebiete und Dorf- und Mischgebiete einzuhalten, müssten die geplanten Anlagen während der Nacht im schallreduzierten Betrieb laufen.

Eine optische Studie steuerte an diesem Abend das Büro für Umweltgutachten ECODA bei. Wie die Bürgerinitiative hatte das Büro per Computersoftware die 200-Meter-Anlagen fototechnisch in das Landschaftsbild integriert – mit einem „weniger krassen“ Ergebnis.

Auf Wunsch der CDU wurde zwar kein Beschluss aus dem Vortragsabend abgeleitet, aber man verständigte sich auf einen weiteren Informationsabend – ähnlich dem im Oktober. Diesmal sollen die Vorhabenträger Gelegenheit erhalten, ihre Pläne zu erläutern.

Einen bemerkenswerten Aspekt hatte Gerd Marx von der Energie Agentur NRW angesprochen. Eine Höhenbegrenzung der Windkraftanlagen kann nicht willkürlich erfolgen. Sie muss städtebaulich begründet sein.

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