Kritik am Management des Brückenkopf-Parks

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
10440404.jpg
Die beiden Geschäftsführer der Brückenkopf-Park GmbH, Dorothee Esser und Hajo Bülles: Teile der Jülicher Kommunalpolitik verstehen nicht, warum die Freizeiteinrichtung zwei Führungskräfte braucht. Foto: Uerlings
10440405.jpg
Was bringt der Energieerlebnispavillon mit Skywalk, Kletterwand und Riesenrutsche dem Brückenkopf-Park?

Jülich. Das war ein fast historischer Moment: Zum ersten Mal seit vielen Jahren hat ein Bürger Einspruch gegen den Jülicher Haushalt 2015 eingelegt. Seine Absicht: Die 605.000 Euro Betriebskostenzuschuss pro Jahr für den Brückenkopf-Park streichen, bis die Geschäftsführung ein „langfristiges Konzept mit Planung eigener Veranstaltung“ vorlegt.

Dieser radikale Kürzungsansatz wurde zwar von den Politikern im Stadtrat verworfen, aber inhaltlich stimmten einige Ratsvertreter dem Bürger, dessen Name anonymisiert worden war, zu. Mehr noch: Es gab vor allem von den Grünen regelrechte Breitseiten gegen die Führungsriegen im Park.

Die Freizeiteinrichtung hat seit Ende 2014 nämlich eine Doppelspitze. In nichtöffentlicher Sitzung bestätigte der Stadtrat im Dezember die Rückkehr von Dorothee Esser nach längerer Erkrankung in die Geschäftsführung – parallel zu Hans-Josef Bülles. Der war in ihrer Abwesenheit zum Geschäftsführer bestellt worden.

Dieser Ratsbeschluss war nicht einstimmig, wie in der letzten Sitzung der Stadtverordneten vor den Ferien deutlich wurde. Lutz Baumgarten (Grüne) machte aus seiner Meinung über die Verantwortlichen im Park keinen Hehl: „Das Management ist vollständig überfordert mit seinen Aufgaben. Der Aufsichtsrat nimmt seine Aufsichtspflicht nicht wahr. Warum braucht der Park zwei Geschäftsführer? Das kann so nicht bleiben!“

Nach Baumgarten Ansicht ist es „nicht zielführend, die Zuschüsse komplett zu streichen, wir wollen den Park nicht in seiner Existenz gefährden“. Die Grünen „denken, dass die Zuschüsse langfristig ganz zurückgeführt werden müssen. Dazu muss die Managementstruktur verändert werden“. Auch bei der Jül findet die Doppelspitze keine Sympathien. Fraktionschef Heinz Frey: „Das müssen die verantworten, die damals dafür gestimmt haben.“

Der Zuschuss an den Park sorgt fast in jedem Jahr für Diskussionsstoff, weil er einen Großteil der freiwilligen Leistungen der Stadt in Anspruch nimmt. Eine leichte Kürzung um 5000 Euro gab es nun auf 600.000 Euro, aber der Betrag ist immer noch stattlich, auch wenn es zur Wahrheit gehört, dass diese Subventionierung im Laufe der Jahre nach der Landesgartenschau fast halbiert worden ist.

Bei der Diskussion im Stadtrat rückten auch die jüngsten Investitionen am Park wieder in den Fokus: der Komplex mit Gästehaus, Parkverwaltung und Energieerlebnispavillon. Die Gesamtkosten von über 8 Millionen Euro wurden im wesentlichen von Stadt, Kreis und der Indeland-Gesellschaft (3 Millionen) sowie einem „Sponsoringvertrag“ der (kommunalen) Stadtwerke (2,4 Millionen Euro) aufgebracht. 2,7 Millionen Euro stammen von Privatinvestor Jufa, der das Gästehaus betreibt.

Vor dem Hintergrund dieses großen Anteils der öffentlichen Hand wurde von Befürwortern immer argumentiert, dass der Erlebnispavillon den Familien auch bei schlechtem Wetter ein attraktives Ziel bietet. Welchen Effekt der Pavillon denn nun hat, wollte Grünen-Fraktionschef Jürgen Laufs im Stadtrat wissen. Eine Antwort erhielt er nicht. Allerdings schränkte Bürgermeister Heinrich Stommel ein: „Der Energieerlebnispavillon löst nicht alle Probleme, was die Wetterabhängigkeit angeht.“

Es dürfte auch schwer zu ermitteln sein, welche Wirkung der Pavillon nun hat. Es steht allerdings fest, dass die Besucherzahlen seit der Eröffnung aller Neubauten verbessert haben. Klar zu beziffern wäre dagegen der positive Effekt durch die Jufa-Besucher, denn der Betreiber überweist pro Person einen festgelegten Betrag als Parkeintritt. Wie hoch der Betrag ist, wissen allerdings nicht alle Ratsvertreter. Detlef Trzolek (Jül): „Mir wurde auf Nachfrage drei Mal nicht mitgeteilt, wie hoch der Obolus ist, den Jufa an den Park bezahlt.“

Nach unbestätigten Informationen unserer Zeitung soll er knapp über einem Euro liegen.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert