Kritik am Güsterner Ortsvorsteher Erich Gussen wird laut

Von: hfs.
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Joachim Gerber fühlt sich als Anwohner der Rödinger Straße nicht mehr sicher, „Denn hier wird trotz 30 Kilometer-Zone nur gerast, keiner hält sich an die Geschwindigkeit.“ Foto: hfs.

Güsten. „Wer nichts sagt, der darf sich auch nicht beschweren. Ich will was sagen, ich möchte was ändern, und deshalb sage ich auch meine Meinung.“ Joachim Gerber (63) aus Güsten ist pensionierter Kriminalhauptkommissar und lebt in Güsten. Er geht Sachen auf den Grund, die ihn und nach seiner Aussage auch andere Güstener stören.

Eine entscheidende Person macht laut Gerber aber nicht mit: „Unseres Ortsvorstehers Erich Gussen hört zwar zu, aber er unternimmt nichts.“

Als Kampfansage an den Ortsvorsteher will Joachim Gerber diese Aussage nicht verstanden wissen. Wohl aber als Aussage, dass der Ortsvorsteher die Interessen seiner Mitbürger häufiger nicht vertritt. Das macht der pensionierte Polizist an zwei Punkten fest. Der erste ist das Handhaben der Schlaglöcher in Feldwegen. Das geschehe laut Gerber mit Bauschutt, alten Dachziegeln oder anderen Abfall aus Stein.

„Da kann man nicht mehr vernünftig darüber gehen, geschweige denn mit seinem Hund spazieren gehen. Denn die Verletzungsgefahr an den Pfoten ist für die Tiere unheimlich groß.“ Viele dieser Wege rund um Welldorf-Güsten seien so wieder instand gesetzt worden. Ortsvorsteher Erich Gussen (CDU): „Unsere Landwirte machen diese Wege mit Recycling-Material wieder befahrbar. Das Material erhalten sie von der Stadt Jülich, es ist ein gutes Zusammenspiel, sozusagen ein Geben und Nehmen.“

Was darunter zu verstehen ist, erläutert der Ortsvorsteher folgendermaßen: „Normalerweise müsste die Stadt Jülich die Pflege dieser Feldwege übernehmen, müsste für die Verkehrssicherheit sorgen, auch für die der landwirtschaftlichen Fahrzeuge.“ Das bestätigt Robert Helgers als Leiter des Jülicher Tiefbauamtes. „Die Wege sind Eigentum der Stadt Jülich, wir müssen sie instand setzen.“ Deswegen sei er froh, „dass die Landwirte mit Ortsvorsteher Gussen eine Übereinkunft erzielt haben, dass sie die Wege, die nicht mehr, oder sehr schlecht befahrbar sind, repariert werden. Mit dem Material, was wir als Stadt zur Verfügung stellen.“

Von Hunderten alten und kaputten Dachziegeln als Füllmaterial weiß Helgers nach eigener Aussage nichts. Erlaubt ist das nicht, sagt Hans Pinell, der Ordnungsamtsleiter der Stadt Jülich. „Ein solches Abkippen von Material stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, das ist nicht gestattet.“ Ob bisher ein Landwirt für dieses Abkippen von Bauschutt eine Strafe bezahlen musste, davon hat Gussen nach eigener Aussage keine Kenntnisse.

Raserei in Tempo 30-Zone

Ein weiterer Punkt, in dem Gussen laut Gerber längst hätte tätig werden müssen: Auf der Rödinger Straße wird gerast. Das sagt Anwohner Gerber. „Hier ist Zone 30. Daran hält sich allerdings absolut kein Autofahrer.“ Mehrfach, so betont er, hat er schon das Gespräch mit dem Ortsvorsteher, mit dem Jülicher Ordnungsamt, mit der Kreispolizeibehörde in Düren geführt.

Aber passiert sei nichts. Erich Gussen widerspricht. „Vor einigen Tagen wurde auf meine Initiative hin eine Geschwindigkeits-Messstation auf der Rödinger Straße aufgestellt. Die bleibt dort vier Wochen, danach erfolgt eine Auswertung. Anschließend wird entschieden, wie wir dieses Problem in den Griff bekommen“, sagt Gussen, der zudem betont, dass diese Anlage bereits an anderer Stelle im Ort gestanden habe. „Beide Maßnahmen sind mit der Kreispolizei und dem Ordnungsamt Jülich abgesprochen. Die Raserei ist nicht nur für Herrn Gerber ein Unding, sondern sicherlich für jeden anderen Mitbürger auch. Aber es können nicht alle Straßen von der Polizei überwacht werden.“

Dass angesichts der künftigen Messdaten schwerpunktmäßig auch in Welldorf-Güsten von der Polizei kontrolliert wird, könnte die Konsequenz sein. „Ich will es hoffen, denn so geht es nicht weiter“, sagt Joachim Gerber. Und dann flucht er, weil gerade in diesem Moment wieder einmal ein kleiner flotter Flitzer vorbei rauscht. Mit einem Kennzeichen aus dem Nachbarkreis.

Auch das sei ein Problem, denn wer sich auskenne, der benutze die Rödinger Straße als Abkürzung zur Kreisstraße 9 oder Landstraße 213. Beide führen nach Rödingen, und beide sind Zufahrtsstraßen zur Zuckerfabrik in Elsdorf beziehungsweise in Gegenrichtung zu der nach Jülich. „Und Landwirte“, so sagt Gerber, „sind bekannt dafür, jeden Meter Straße zu sparen, um schneller ans Ziel zu kommen.“

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